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Alltagsszenen: "Galerie in der Sparkasse" weckt Interesse

Galerie mit Barbara Lidfors Menschenbildern zieht magisch an - 14.04.2019 13:50 Uhr

"Schauen Sie sich doch mal bei Babara Lidfors Alltagsbegegnung um", laden dreidimensionale "Bilderkästen" mit fast lebensgroß gemalten Figuren zum Besuch der Kunstkreis-"Galerie in der Sparkasse" ein. © Harald Munzinger


"Ist das wirklich gemalt?", fragt eine Frau im Kundenraum der Sparkasse Neustadt einen Betrachter der faszinierend realistischen Szenen "mitten aus dem Leben". Wie etwa beim Bummel durch die Stadt, an einen Marktstand oder eben bei einem Ausstellungsbesuch. Zu den "tollen Fotos" von den Jungs, die beim Wasserspiel mit dem Gartenschlauch ihren Spaß haben, zieht ein Junge seine Mama und steigt dann mit ihr ebenso neugierig die Treppe zur Galerie des Kunstkreises Neustadt hinauf, wie die Frau, die aus dem Staunen nicht herauskommt, dass "das alles wirklich gemalt ist". "Was für eine tolle Künstlerin" murmelt sie immer wieder und fände dabei breite Zustimmung von anderen Galeriebesuchern.

Die sind durch den Kunstkreis schon den verschiedensten Gestaltungsformen bis zu den raffiniertesten Abstraktionen begegnet, aber selten einem so perfekt auf die Leinwand "gezauberten" Fotorealismus, wie ihn Babara Lidfors "Malerei und Bildobjekten“ unter dem Titel "Situational Realities", also der "Realität des Augenblicks", zeigt. Der Dokumentation von Lebenswirklichkeit hat sich die in den USA geborene und ausgewachsene Künstlerin in der Malerei verschrieben, die 1982 mit der Familie nach Deutschland kam, ihr Magisterstudium jedoch in den USA absolvierte, um danach von 2002 bis 2005 als Assistenzprofessorin für Kunst an der "University of Maryland in Europe" mit Sitz in Heidelberg zu wirken. Lebensmittelpunkt der freischaffenden Künstlerin mit dem Atelier "Auf AEG" ist seit 2011 Fürth.

Betrachter magisch einbezogen

Den Besucher der "Galerie in der Sparlasse" bezieht Barbara Lidfors bei den Bildern "aus dem öffentlichen Raum" unwillkürlich in ihre illustrierten Geschichten mit ein, lässt ihn im Theater mit in der ersten Reihe sitzen, den Blick auf die beiden jungen Frauen an der Lorenzkirche werfen, wie beim Altstadtbummel durch Nürnberg mit seinen zahllosen Menschenbildern. Sind es dabei "Momentaufnahmen" gießt diese Barbara Lidfors in die große Kunst der Unvergänglichkeit des "AugenBlicks".

Inspirieren lässt sie sich dabei ebenso von Menschen in ihrem Lebensfeld, wie etwa im Foyer des Theaters, in einer Ausstellung oder Biertischgesellschaft, ebenso wie von "Menschen auf der Straße in Wien" oder auf dem Markt in Venedig. Die Kamera ist Barbara Lidfors stete Begleiterin, um die Alltagsszenen zu fotografieren, die sie zu ihren Collagen in Ölmalerei auf Leinwand inspirieren. Bei ihren Portraits gehen der Arbeit im Atelier Modellsitzungen voraus. Ob im öffentlichen wie im privaten Raum zielt die Künstlerin "auf die malerische Interpretation der Persönlichkeit ab, nicht auf die genaue Kopie eines Fotos", wie sie es beschreibt.

Neustadt international eingebunden

Auf Barbara Lidfors dreidimensionalen "Bilderkästen" fügen sich fast lebensgroß gemalte Figuren in das Geschehen in der Sparkasse, scheinen die geschäftigen Kunden augenzwinkernd dazu einzuladen, sich doch etwas Zeit für einen Ausstellungsbesuch zu nehmen. Schließlich fügt sich hier die Kunstkreisgalerie in eine internationale Ausstellungsliste Lidfors ein. Es darf Galeristin Gertraud Geißendörfer und ihr Team schon ein wenig stolz machen, wenn Neustadt einmal neben Nizza und Montenegro, China, Polen, Mazedonien, Österreich und den USA erscheint.

Auch die schon neunmalige Beteiligung an den Ausstellungen des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten ist eine Empfehlung, sich die "Galerie in der Sparkasse" von April bis Juni zu den üblichen Öffnungszeiten nicht entgehen zu lassen. In der „NeustadtNacht“ am 18. Mai bereichert sie bei deren Sonderöffnung von 19 bis 23 Uhr die Faszination der "Alltagsbegegnungen" in der Kunst wie in der Wirklichkeit mit verschwimmenden Konturen. Das Jubiläum der 350. Kunstausstellung wird von Juli bis September mit "Malerei und Handzeichnungen" von Heiner Kramer, dem ehemaligen Kunsterzieher am Friedrich-Alexander-Gymnasiums, gefeiert.  

Harald J. Munzinger

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