Samstag, 16.11.2019

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Auf dem Marktplatz: Traditionelles Schlachtschüsselfest lockt

Ab 11 Uhr werden Blut-, Leber- und Bratwürste und mehr serviert - 16.10.2019 14:30 Uhr

Was es mit den Genüssen der "Eichelmastschweine" beim Schlachtfest auf sich hat, informiert die "Gunzendörfer Hutewaldgemeinschaft". © Harald Munzinger


Im Frühjahr 2014 waren die ersten schwäbisch-hallischen Schweine in das große Waldgatter eingezogen, wurde mit unerschütterlichem Optimismus das Experiment der längst in Vergessenheit geratenen "Hutehaltung" gestartet. Die Eichelmastschweine sollten zu einer besonderen Qualitätsmarke der Region werden, das Projekt der "Gunzendörfer Hutewaldgemeinschaft" zu einer Erfolgsgeschichte der naturnahen Tierhaltung. Diese genießen inzwischen neben den Anfang der 1960-er Jahren fast ausgestorbenen schwäbisch-hallischen Landschweinen auch andere Rassen – in dem Lebensraum angemessener Zahl – und Federvieh in beschaulicher Koexistenz.

Viele Besucher der Region lockt dieses Idyll an den Waldrand südlich des Emskirchner Ortsteils Gunzendorf, wo Platz für eine gemütliche Rast geschaffen ist und ein kleiner Aussichtsturm den Blick in das Tierparadies gewährt. Die "Hutewaldgemeinschaft", die sie für dieses Projekt zusammengeschlossen hat, sieht sich jedoch nicht in der Rolle von "Bio-Romantikern", wie aus ihrer Reihe der Förster Gernot Käßer nüchtern erklärt, dass die Idee der Wiederbelebung einer Schweinezucht im am Ortsrand liegenden Eichenhain vor allem "der Versorgung der beteiligten Familien mit gutem Fleisch" diente.

So ist die einzige Wirthausschlachtschüssel ein Privileg der Wirtinnen Moni und Birgit, die sich dieses Jahr für Jahr durch den Einsatz mit vier Kräften beim großen Hutewaldfest bewahren. Wenn  ab 11 Uhr die Blut-, Leber- und Bratwürste sowie Kopf- oder Kesselfleisch serviert werden und am Abend die besondere Qualität des Fleisches genossen werden kann, bietet sich auch die Gelegenheit, mit "Hutewaldlern" ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie sie mit Mut und Idealismus gepaart mit Fachwissen das Projekt entwickelten.

Auch wenn dessen Erfolg schon zu einem gewissen Stolz berechtigt, wenn Hans-Hermann Nöhring aus dem Nähkästchen der "Hutewald GbR" plaudert und dass es deren Ziel sei, "dass es den Tieren gut geht", spielt in der Geschichte auch der Mensch eine wichtige Rolle, die Gernot Käßer betont: "Wir wollen alte Nutztierrassen erhalten, sie dienen aber auch unserer Ernährung". Die kann besonders genossen werden, da mit der Ernährung der "Eichelmastschweine" deren Fleisch einen ganz anderen Geschmack entwickelt.

hjm

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