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Auf dem OP-Tisch: Neustadts Geißbock wird restauriert

Symbolfigur soll bis zum närrischen Saisonauftakt wieder "fit" sein - 28.09.2016 16:00 Uhr

Der Neustadter Geißbock liegt jetzt in der Werkstatt des Künstlers und Restaurators Peter Pabst auf dem OP-Tisch.

28.09.2016 © Harald Munzinger


Wie schon vor vier Jahren wurde Neustadts Symbolfigur mit der Feuerwehr-Drehleiter geborgen und liegt nun in zwei Teilen auf dem "OP-Tisch" in der Werkstatt des Künstlers und Restaurators Peter Pabst. Der muss das Skalpell vorsichtig ansetzen und aus dem Körper des Patienten die kranken Stellen entfernen, bis er auf gesundes Holz stößt. Pabst weiß, dass er sich dabei auf Überraschungen einstellen muss und kann deshalb den Umfang des Eingriffs noch nicht abschätzen, bis der Hohlkörper mit Eichholz gefüllt ist und die beiden Teile des Geißbocks wieder mit massiven Holzdübeln sowie einem speziellen Leim mit Härter zusammengefügt werden können.

Als Steinmetz Löblein in den 50-er Jahren den etwa 30 Kilogramm schweren Geißbock für das nach einem verheerenden Brand neu gebaute Rathaus schnitzte - der an die sagenhafte Rettung Neustadts erinnert - war er wohl davon ausgegangen, dass dieser im Rathaustürmchen gut vor Wind und Wetter geschützt sei. Doch die Witterung setzt dem hölzernen Symboltier mächtig zu, das zur Freude der Neustädter und Gäste um 12 Uhr mittags – wie einst ein findiger Schneider im Geißbockfell den Feind mit munteren Sprüngen auf der Stadtbauern täuschend – meckernd seine Runde dreht. 1999 war er der Geißbock zum Heimatfest 2000 "aufpoliert" worden, 2012 dann in einem so erbarmungswürdigen Zustand, dass er "die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen" habe, erinnert sich Peter Pabst.

Nur wenige Wochen Zeit

Schon ziemlich spät für die Restaurierung, war es dem Kunsthandwerker Peter Pabst gelungen, die schadhaften Stellen im "grob geschnitzten Fell" des Bocks auszubessern. Der Maler Peter Kilian präparierte dann mit ebenfalls kunstfertiger Hand die Oberfläche so, dass der Geißbock hoch über der "Marktplatz-Belagerung" der Fotografen wieder wind- und wetterfest meckern konnte. Schon damals hatte Pabst angeregt, über einen neuen Geißbock nachzudenken und dafür einen talentierten Schnitzer vorgeschlagen.

Nach nur vier Jahren hat er Regen dem hölzernen Meckerer stark so zugesetzt, dass vier der sieben massiven Holzdübel der Verbindung der beiden Körperteile "weggemorscht" sind. In diese ist das Wasser ebenfalls eingedrungen und hat noch nicht abzuschätzende Schäden verursacht. Knapp sieben Wochen bleiben dem "Operateur", seinen Patienten wieder "auf die Beine" zu stellen, deren vordere bei seinen Turmrunden "hüpfen".

Dann sollte er wieder am angestammten Platz fit sein, am 11. 11. um 11.11 Uhr das "Häbberlah Mäh" der "Neischdädder Gaaßbögg" zum närrischen Saisonauftakt zu erwidern.

Harald J. Munzinger E-Mail

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