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Ausflugs- und Wandertipps: Wohin im östlichen Landkreisteil?

Hier ist für jeden etwas dabei - 23.12.2020 14:09 Uhr

Es gibt viele unheimlichen Stätten in unserem Landkreis, wenn man mancher überlieferten Geschichten Glauben schenkt. Viele Sagen handeln von Geister und Gespenster. Setzt sich der Interessierte aktiv damit auseinander, merkt er oder sie schnell, dass es doch ein Funken wahre Geschichte dahinter steckt. Viele der sogenannten Spukstätten, (ungewollt) Hauptdarsteller der Geistergeschichten, können zumindest von Außen angesehen werden und eignen sich für interessante winterliche Ausflüge.

Das Neustädter Schloß und die Sage der weißen Frau

Eine der bekanntesten Geschichten im Landkreis ist die der weißen Frau der Hohenzollern.

Kunigunde von Orlamünde "spukt im Neustädter Schloss und auch auf der Burg Hoheneck, beide waren Zollern Besitzburgen. Dort erscheint sie als wahren Zeichen für Unheil" erklärt Dieter Mäckl, Kreisheimatpfleger im östlichen Teil des Landkreises Neustadt a. d. A.-Bad Windsheim. Die weiße Frau gibt es nicht nur im unserem Landkreis, sondern "27 Mal in Europa. Die konkrete ist aber Kunigunde von Orlamünde gewesen", so Mäckl.

Aus Heiratsgründe soll sie ihre zwei Kinder aus der ersten Ehe umgebracht haben. Später zeigte sie Reue und gründete Kloster Himmelthron in Großgründlach. Sie soll in allen Zollernschlößern umgehen, wenn der Familie Unheil droht, diesen kündigt sie an. Es gibt viele Menschen, die behaupten sie auch im Alten Neustädter Schloß gesehen zu haben. "Das letzte Mal sollte sie im November 1918 in Unter den Linden in Berlin gesehen worden sein, und damit war die politische Kraft der Hohenzollern erlöschen", so Dieter Mäckl. (Anm. Red.: Kunigunde von Orlamünde wurde etwas 1303 geboren, verstarb etwas 1382.)

Die Kirche zu Markt Erlbach und die Geschichte des Mönches

Seit Generationen wird erzählt, dass ein Mönch vor langer Zeit lebend im Kirchturm in Markt Erlbach eingemauert wurde. Begeht man den Turm durch die Wendeltreppe, sieht man circa auf halbem Weg eine Tür, die zugemauert wurde. Es wird vermutet, dass hinter der Tür sich der Grab des Mönches befindet. Ab und zu soll er sich den Besuchern der Kirche zeigen, dabei soll er seine Kutte und einen langen, wallendem Bart tragen.

Vor circa 150 Jahre soll der Mönch von der Empore, wo die Orgel steht, auf die, an einer Christenlehre Teilnehmenden, hinabgeschaut haben. Um die Wende des letzten Jahrhunderts soll der Mönch zwei Arbeitern erschienen haben, und vom Kirchturm auf den Dachboden hinübergesehen haben.

Bräuersdorf und die Geschichte des Königs

Überliefert wurde eine Geschichte über den Grab des Königs nahe Bräuersdorf. Da soll ein großer Grabhügel geben. Ein unbekannter König fiel im Kampf weit weg von Zuhause und wurde unter einem großen Grabhügel begraben. Nimmt man den Hohlweg kurz nach Bräuersdorf in der Nacht, kann es ihm passieren, dass der König als hünenhafte Gestalt samt Zepter, Mantel und Krone erscheint. Er schwebe als Geist, soll aber auch auf einem weißen Ross sitzend gesichtet worden sein.

Kaubenheim und die Geschichte der einsamen Kirche

Die Kaubenheimer Kirche, genannt die St. Michaelskirche oder Bergkirche befindet sich nicht im Dorf sondern außerhalb, auf einem Hügel. Sie ist vermutlich der Weiterbau einer Burgkapelle aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Die einsame Lage der Kirche ist außergewöhnlich, hat aber einen sinnvollen historischen Grund. Die Bestattung im Tal und das Anlegen eines Friedhofs waren wegen des wasserreichen und sumpfähnlichen Gebietes nicht möglich. Laut einer überlieferten Sage versuchten die Kaubenheimer eines Tages vor langer Zeit die Lage der Kirche zu ändern.

Nach dem Motto die Kirche gehöre im Dorf, beauftragten sie einen Baumeister, der, die allein stehende Kirche abbrechen und im Dorf wieder aufbauen soll. Der Baumeister und sein Team machten sich an die Arbeit. Etwas wundersames geschah. Alles was sie tagsüber abbrachen, verschwand nachtsüber und war am nächsten Tag wieder an der alten Stelle zu sehen. Sie bemühten sich tagelang, aber vergeblich. Nach einigen Tagen wurde es den Arbeitern unheimlich und sie verweigerten sich weiter zu arbeiten. Die Bauern mussten es auch einsehen: Da schien eine unbekannte Macht am Spiel zu sein. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass die Kirche weiterhin einsam auf der Hügel außerhalb des Dorfes bleibt.

Josefine Mühlroth

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