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Ausstellung in Neustadt zu "25 Jahre Mauerfall"

Vernissage von Elke Rogler-Klukas am Sonntag - 09.11.2014 10:20 Uhr

Zu “25 Jahre Mauerfall” hat die Künstlerin Elke Rogler-Klukas ein Objekt mit starker Symbolkraft für eine Ausstellung geschaffen, die am 9. November in der Neustädter “Wyremba-Kulturlounge” eröffnet wird. © Harald Munzinger


Dort findet am 9. November von 14 bis 17 Uhr eine Vernissage statt, zu der sich ein Abstecher vom Neustadtbummel am Marktsonntag lohnt. In einem schönen Ambiente mit Jazz-, Swing-, Latin- der Funkrhythmen der Band “Nightwalk” wird der Gast mit einem Trabi empfangen und an einen der bedeutendsten Tage der deutschen Nachkriegsgeschichte entführt. Elke Rogler-Klukas hat ihn in Berlin erlebt, hat Steine aus der Mauer gebrochen, von denen ein Teil in ihr Bild “Wir sind das Volk” integriert ist.

Welch unermessliche Reichweite an Erkenntnis, Veränderung, Bewegung, Aufbruch und Freiheit in diesen vier Worten “Wir sind das Volk” steckt, hat die Künstlerin bewogen, sie optisch umzusetzen. Mit Spiegeln bezieht sie den Betrachter in das Geschehen mit ein.

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Spiegel, Tauben und Engel: Kunstausstellung zu "25 Jahre Mauerfall"

Elke Rogler-Klukas setzte den Mauerfall künstlerisch um und präsentiert das Ergebnis zu dessen 25. Jahrestag in einer Galerie in der Optik-Wyremba-Kulturlounge in Neustadt.


Er entdeckt sich im Spiegel als “i”-Tüpfchen auf dem “wir” als Teil der Gemeinschaft, wie auch im “Spiegel-O” des Wortes Volk, und der spiegelnde I-Punkt bei “sind” versetzt ihn in die Gegenwart, so Rogler-Klukas, die die Wende mit kräftigem Schwarz-Rot-Gold unterstreicht.

Flügel der Freiheit entwickelt

Um das kleine Mauerstück ist Veränderung, etwas schmetterlingähnliches zu erkennen. Die Künstlerin, die Objekte und Bilder gerne individuell zu speziellen Themen und Anlässen konzipiert, was in der Galerie vielfältig zum Ausdruck kommt: “Die Menschen in der DDR lebten innerhalb einer Mauer, ähnlich eines Kokons. Sie entwickelten und veränderten sich im Stillen, bekamen im wahrsten Sinn des Wortes Flügel der Freiheit”. Mit ihnen konnten sie sich in eine friedliche Welt erheben. Es finden sich im Bild aber auch einzelne Schmetterlingsflügel. Sie symbolisieren die Menschen, die an der Mauer zerbrochen sind und denen gerade auch an einem Jahrestag der Freude gedacht sein soll.

Mit einem Trabi wird in jene Zeit versetzt, in der viele Menschen mit ihm in die Freiheit fahren konnten. © Harald Munzinger


Symbolträchtig auch die Kunstinstallation “Weltklimagipfel”: Als Gipfel ragt ein Schiffsbug in die Höhe, aus einem Meeresspiegel, der aufgrund klimatischer Veränderungen in Schieflage geraten ist. Eine CD lässt an Überwachung denken, einst von der Stasi, heute von einer globalen Datensammelwelle. Eine quadratische Tafel auf dem Boden vor dem Klimagipfel ist diagonal geteilt. Wie stark sich der Abstand zwischen beiden Teilen - dem Überfluss und der Verschwendung von Lebensmitteln sowie Rohstoffen auf der einen Seite und dem “HUUUGER” nach Lebensmitteln ebenso wie nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit auf der anderen - vergrößert oder auch verringern lässt, liegt in der Hand der Menschen.

Wenn es nur so einfach wäre, wie bei den beiden Elementen in der Wyremba-Kultur-Lounge, in der die Ausstellung bis zum 4. Dezember bei freiem Eintritt zu besichtigen ist. Dann zieht der milde lächelnde Nikolaus mit einem Engel in die Krippenausstellung zum Weihnachtsmarkt im Rathaus um. Auch in diesem Bild liegt Symbolkraft, denn der rote Punkt des Nea-Logos verwandelt sich am Heiligen Abend in eine rote Christbaumkugel, die sich mit einer Friedenstraube auf eine lange Reise um die Welt macht.

Elke Rogler-Klukas: “Jeder, der in die rote Christbaumkugel blickt, ist Teil des Weihnachtsfriedens. Es liegt an jedem einzelnen in seinem Bereich und mit seinen Möglichkeiten, unserer Welt und den Menschen Frieden zu schenken”.

Etliche Projekte präsentiert

Beim weiteren Rundgang durch die Ausstellung begegnet man ganz verschiedenen Projekten der Künstlerin etwa zum Neustädter Heimatfest oder dem Feuerwehrjubiläum, zu Sport und Spiel, Malaktionen mit Kindern auch in der Ronald-McDonald Oase Erlangen. Ob Kunst-Karpfen oder VHS-Titelblätter, Elke Rogler-Klukas will mit ihrer Kunst Freude machen, den Menschen neue Perspektiven eröffnen.

Kunst, so erklärt sie, sei für sie nicht Selbstzweck, sondern vermittelt Botschaften die motivieren. Vielleicht bricht ja noch manch ein anderer Kokon auf, in denen noch so viele Hoffnungen keimen.

Harald J. Munzinger

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