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Montag, 14.10.2019

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"Gelbe Tonnen" werden in Region verteilt

Landrat erleichtert bei den Vorbereitungen auf das Holsystem - 09.10.2019 19:55 Uhr

Disponent Christian Hohenstatt und der Geschäftsführer Pasqual Wack des Entsorgungsunternehmens, Landrat Helmut Weiß, Emskirchens Bürgermeister Harald Kempe und Peter Kreß von der Abfallwirtschaft (v. l.,) sind mit dem geräuschlosen Start der Verteilung der "Gelben Tonnen" zufrieden. © Harald Munzinger


4400 der 35.000 der 240-Liter-Gefäße, dazu kommen noch rund 400 mit 1100 Liter Fassungsvermögen, sind bereits verteilt. In vier bis fünf Wochen soll jeder Haushalt seine "Gelbe Tonne" – genauer eine schwarze Tonne mit gelbem Deckel – haben, mit der er über einen Stick und Barcode "verheiratet" ist, wie es bei der Vorstellung des neuen Abfallsystems in Emskirchen erklärt wurde, als dort gerade die Tonnen angeliefert wurden. Man wollte mit einem "Pressetermin" die Bürgerinnen und Bürger "zu diesem Thema umfassend informieren, um die Einführung der ‚Gelben Tonne‘ so reibungslos wie möglich über die Bühne zu bringen", erklärte Landrat Helmut Weiß "am Ende eines langen politischen Prozesses". Wurde doch einige Jahre in den Gremien über Vor- und Nachteile der Bring- und Holsysteme diskutiert. Man habe diese gründlich gegeneinander abgewogen, ehe im Kreisausschuss im Dezember 2017 die Weichen für die Einführung der "Gelben Tonnen"! gestellt worden seien, so Weiß.

Er brachte auch weitere Beschlüsse in Erinnerung, "um unsere Wertstofflandschaft an das neue System anzupassen oder auch um die Rahmenbedingungen mit dem Dualen System Deutschland (DSD) festzulegen". Er wisse, dass es nicht nur Befürworter für den Wechsel gegeben habe und nach wie vor nicht alle mit dem Systemwechsel zufrieden seien, führte der Landrat weiter aus. Zugleich zeigte er "froh, dass dieses lange diskutierte Projekt nun an den Start geht". Für das damit beauftragte Unternehmen "Knettenbach & Gurdulic Franken GmbH & Co. KG" mit Sitz in Rödelsee informierten der Geschäftsführer Pasqual Wack und Disponent Christian Hohenstatt über die laufende Verteilung der "Gelben Tonnen", die in manchen Orten durch fehlende Hausnummern(systeme) erschwert werde. Der frühzeitige Start lasse aber auseichend Zeit zur "Nacharbeit", sodass mit dem 2. Januar zuverlässig mit der Leerung der "Gelben Tonnen" rechnen könne.

Hohe Verwertung zugesichert

Das Sammelgut gehe zunächst zur Betriebsstätte des Unternehmens mit bundesweit 1400 Mitarbeitern und Kompetenz in der Abfallwirtschaft, von wo aus die "DSD"-Systeme die Transporte zu Sortieranlagen übernähmen. Für Emskirchens Bürgermeister Harald Kempe war es "essentiell für das Vertrauen und die Motivation der Bürger zu wissen, was dann mit den Wertstoffen geschieht". Der Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft des Landkreises, Peter Kreß, erklärte, dass DSD auf Nachfrage von einer 90-prozentigen Verwertung berichtet und die stoffliche Verwertung auf 65 Prozent mit ambitionierten Zielen der Steigerung beziffert habe. Mit dem seit 1. Januar 2019 gültigen neuen Verpackungsgesetz müssten hohe Ansprüche mit strengen Kontrollen erfüllt werden.

Und streng werde auch auf eine möglichst geringe Verunreinigung der Inhalte der "Gelben Tonnen" geachtet, ließ Pasqual Wack mit regional ganz unterschiedlichen Erfahrungen der "Fehleinwürfe" wissen. Es gebe Stichproben mit Konsequenzen bei Verstößen. Diese könnten bei Wiederholungen bis zum Entzug der Tonne führen. Im Regelfall müsste die Kapazität von 240 Litern für einen vier bis fünf Personenhaushalt ausreichen. Werde ein höherer Bedarf nachgewiesen, sei eine zweite Tonne möglich. Nur selten werde – im Gegensatz zu den Großstädten – mangelnder Platz für eine weitere Tonne reklamiert, stimmten Peter Kreß und Pasqual Wack überein. Klage darüber habe es bisher bei 4400 Tonnen in nur fünf Fällen gegeben.

Keine Sammelstellen mehr

Konsequenzen für die Wertstoffhöfe und Sammelstellen wird das "Holsystem" haben. Die Sammelstellen werden nach Mitteilung der Abfallwirtschaft aufgelöst, die Metallcontainer abgeschafft und die dann ausschließlich in Kreisregie betriebenen Wertstoffhöfe auf die neuen Aufgaben eingestellt. "Es bleibt noch genug zu tun", erklärte Peter Kreß mit dem Hinweis auf die Schwerpunkte "Nichtverpackungs-Kunststoffe", Metallschrott, Elektrogeräte, oder Wertstoffe wie Textilien, tragbare Schuhe, Batterien oder Altholz.

Gleichwohl werde weniger Personal benötigt, was nach Aussage von Landrat Weiß keine gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt habe. "Ganz ohne Verlust" gehe es nicht, doch seien überwiegend Schüler oder Rentner sowie Geringverdiener betroffen, von den Kommunen - wie beispielhaft in Emskirchen – für Beschäftige schon andere Aufgaben gefunden worden.

Harald J. Munzinger

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