Samstag, 14.12.2019

|

"Begehbares Depot": Einzigartige Aktion in Bayern

Leuchtturmprojekt in der Museumslandschaft perfekt abgerundet - 14.11.2017 21:47 Uhr

Gaben den Startschuss für das „begehbare Depot“ in den Neustädter Schlossmuseen: Leadermanager Ekkehard Eisenhut, LAG-Vorsitzender Werner Stöcker, Museumsmitarbeiter Jochen Ringer, Abteilungsleiterin Ulrike Buchner, Museums-Motor Carola Kabelitz und Erster Bürgermeister Klaus Meier. © Harald Munzinger


Der ist das Neustädter Museumsprojekt in den 12 Jahren ihres Wirkens an der Leader-Schaltstelle im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu einer "Herzenssache" geworden, wie sie es beim neuerlichen Besuch im einstigen Markgrafenschloss bekannte. Viermal konnte sie in dieser Zeit LEADER-Zusagen mit einer Fördersumme von 323.000 Euro alleine aus "europäischer Quelle" überbringen, verbunden mit der Bewunderung des Mutes, aus der Vision spezieller Museen ein Leuchtturmprojekt in der Region zu entwickeln. Die damit verbundene große Leistung bezeichnete Buchner als "einzigartig in Bayern".

Bilderstrecke zum Thema

Einzigartig in Bayern: "Begehbares Depot"

Mit einem "begehbaren Depot" schaffen die "Museen im Alten Schloss" eine weitere Attraktion.


Angefangen vom heute überregionale Bedeutung genießenden Karpfen über das Markgrafenmuseum mit der in Bayern einmaligen Siebenerabteilung und das Museumscafé hätten die Projekte ideal den Leader-Zielen des sanften Tourismus und der damit verbundenen Entwicklung der Region entsprochen, so Ulrike Buchner in Übereinstimmung mit Leader-Manager Ekkehard Eisenhut und dem Vorsitzender der LAG-Aischgrund, Werner Stöcker. Nun auch "verborgene und verstaubte Schätze zu inventarisieren und zu konservieren", um sie in einem "begehbaren Depot" zu zeigen, würdigte Buchner als "geniale Idee" und "etwas Innovatives, was Leader mit der Wertschöpfung in der Region ausmacht".

Aller guten Dinge sind drei

Die Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Carola Kabelitz, einst für ihre Museumsvisionen belächelt, heute für deren Umsetzung bewundert, zeichnete den Weg vom Heimatmuseum zu einem Leuchtturmprojekt in der Museumslandschaft auf. Den Erfolg des Karpfenmuseums bestätigten unterdessen zigtausend Besucher. Das Markgrafenmuseum dokumentiere ein bedeutsames Kapitel der Neustädter Geschichte und finde mit der Siebener-Abteilung für das älteste Ehrenamt ebenfalls viel Beachtung. Den Abschluss "aller drei guten Dinge" werde das "begehbare Depot" mit Exponaten zur Kirchen und Krankenhausgeschichte, von Handwerk und Vereinen sowie regionalen Künstlern bilden.

Kabelitz machte deutlich, dass dies alles ohne die Leader-Förderung, wohlwollender Unterstützung des Bezirks und der Stadt – vom Landkreis in homöopathischer Dosis – ebenso wenig zu realisieren gewesen sei, wie ohne großartiges Wirken Ehrenamtlicher, für das sie "einer tollen Gruppe" besonderes Dank abstattete. "Ohne deren Schaffen und Wirken hätte man alles vergessen können".

Da auch dieses an Grenzen stoße, sei es wichtig gewesen, hauptamtliche Stellen zu schaffen, so Carola Kabelitz. Für die Vorbereitung des "begehbaren Depots" wurde nun eine mit dem gebürtigen Neustädter Jochen Ringer besetzt, der mit dem Masterabschluss des Geschichtsstudiums und etlichen Praktika unter anderem im Rothenburger Reichsstadtmuseum oder Nürnberger Museum "Geschichte für Alle" reichlich Erfahrung einbringen kann. Nach dem "Sommer-Praktikum" in den Schlossmuseum sei er mit diesen schon "ganz gut vertraut", erklärte Ringer bei seiner Vorstellung.

Erster Bürgermeister Klaus Meier sah mit ihm "einen Rohdiamanten erwischt" und würdigte auch die Qualifikation von Sabine Fink. Dass man nach aufwändiger Sanierung des Schlosskomplexes (über 30 Jahre hinweg) für diesen mit den Museen eine tolle Nutzung gefunden habe, sei an sich schon etwas Besonderes. Mit dem 2018 zehn Jahre bestehenden Karpfenmuseum sei nach anfänglicher Skepsis in Teilen des Stadtrates eine Erfolgsgeschichte geschrieben worden und das Markgrafenmuseum ein wichtiges Element der Stadtgeschichte.

Dem "begehbaren Depot" maß Meier besondere Bedeutung bei, Bestände der Heimatgeschichte wieder zugänglich zu machen. Dies sollte auch Möglichkeiten von Ausstellungen eröffnen, wozu er zu dessen 100. Geburtstag 2018 die Erinnerung an Dr. Werner Dollinger anregte. Leader statte der Bürgermeister den Dank "für Projekte ab, die sonst nicht möglich gewesen wären". Er würdigte zudem "den tollen Job der Ehrenamtlichen einschließlich der Stadtführer", wusste den Gewinn der Bekanntheit Neustadts durch seine Museumslandschaft zu schätzen.

Harald J. Munzinger E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt