Dienstag, 22.10.2019

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BN-Kreisgruppe führt mit Gärtnereien Infokampagne durch

Insektenfreundliche Pflanzen markiert - 14.04.2019 16:03 Uhr

Mit speziellen Markierungen erleichterten BN-Aktive in der Dornauer-Gärtnerei „Im grünen Eck“ die Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen. Die Aktion soll in weiteren Gärtnereien fortgesetzt werden. © Harald Munzinger


Dann hofft man bei der Kennzeichnung insektenfreundlicher Pflanzen und die Tipps für die "Lebensraumgestaltung von Bienen & Co" auf wärmeres Garten-Wetter! Denn beim kalten Ostwind waren auf der Höhe des Neustädter Gewerbegebietes trotz Sonnenschein weniger Pflanzenkäuferinnen und -käufer als an Frühlingssamstagen üblich unterwegs.

Die BN-Aktiven freuten sich umso mehr über einige Besucher, die gezielt ins "Grüne Eck" der Gärtnerei Dornauer gekommen waren, um Pflanzen für ganz konkrete Projekte, wie etwa die Bepflanzung eines schattigen Balkons, auszusuchen oder sich über die Befestigung eines Umgrenzungswalls des Grundstücks beraten zu lassen.

Aktiver Beitrag zum Artenschutz

Mit einer schmucken „kleinen Siedlung“ von Wildbienen-Häuschen an der „Jean-Paul-Allee“ leistet auch der Imkerverein seinen Beitrag zum Artenschutz. © Harald Munzinger


Die Aktion wirkt aber auch über den tagt hinaus, denn im großen Sortiment der Gärtnerei Dornauer wurden insektenfreundliche Pflanzen mit einem speziellen Logo gekennzeichnet. Damit fällt es den Kundinnen und Kunden leichter Pflanzen auszuwählen, die dem Artenschutz und -erhalt dienen. Den Wunsch dazu hatten beim Volksbegehren "Artenvielfalt - Rettet die Bienen" alleine im Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim mehr als 12.000 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht.

Da neben diesem damit angestoßenen politischen Handeln alle aufgerufen sind, selbst etwas für ein insektenfreundliches Umfeld tun, bietet dazu der BUND Naturschutz unter anderem mit der Empfehlung geeigneter Pflanzen für den Garten seine Hilfe an und macht dabei deutlich, dass "dafür schon ein Balkonkasten ausreicht". Ratschläge gibt es auch auf der Homepage des BN im Landkreis (www.neustadt-aisch.bund-naturschutz.de), auf der sich zum Thema "Insekten rund um Haus und Garten" Listen mit geeigneten Pflanzen, Sträuchern und Bäumen. Finden. Mit Angaben zu Blütezeit, Wuchshöhe, Licht und Feuchtigkeit kann die Auswahl getroffen werden, "was für Ihren Garten oder Balkon passen könnte, und welchen Insekten wie Hummeln, Schmetterlingen, Wild- oder Honigbienen die Pflanzen nutzen".

Strategien der Insekten

Bei der Suche nach Nektar und Pollen haben die Insekten verschiedene Strategien, berichtet der BUND Naturschutz: "Einige besuchen viele verschiedene Pflanzen. Sie sind Generalisten, die oft auch von nicht einheimischen Pflanzen profitieren können. Die Spezialisten sind hingegen auf wenige heimische Wildpflanzen - oder Sorten, die der Wildform noch sehr ähneln - ausgerichtet und können nur von diesen leben". So besuche die Honigbiene als Generalistin eine große Bandbreite an Pflanzen von der Apfelblüte bis hin zu Nutzpflanzen wie Raps. Wildbienen seien hingegen oft sehr spezialisiert.

Meist fänden sich in ihren Namen dann schon Hinweise auf ihre Partnerpflanzen, etwa bei der Knautien-Sandbiene. "Fragen Sie bei der Pflanzenauswahl deshalb am besten in Ihrer Gärtnerei nach insektenfreundlichen einheimischen Pflanzen, denn gerade einheimische Arten sind für Wildbienen besonders wichtig.", informiert Corinna Gräßel vom Arbeitskreis Artenschutz des BUND Naturschutz. Beim Lebensraum werde es noch komplizierter. Die Honigbiene lebe als Nutztier mit ihrem Bienenstaat in einer künstlichen "Höhle", der Bienenbeute. Imkerinnen und Imker sorgten für Behausung, Zufütterung und Schädlingsbekämpfung.

Nisthilfen für die "wilden Insekten"

Die "wilden" Insekten machten all das selbst. Die meisten bauten - anders als Hummeln - keinen Staat auf. Bei diesen Solitärbienen lebten die Weibchen allein und legten je nach Art Brutzellen im Boden, in Pflanzenstängeln, in Holz oder Mauerritzen an. Der Nachwuchs schlüpfe oft erst im nächsten Jahr. Daher brauchen diese Bienen auch dauerhaft ungestörte Nistplätze.

Hier könne einigen Arten mit Nisthilfen geholfen werden. Noch besser sei aber ein vielfältiger "wilder" Garten, der natürliche Unterschlupfe, Nistplätze, Nektar, Pollen und Futter auch für Schmetterlingsraupen biete. "Lassen Sie sich von der Komplexität nicht entmutigen. Fangen Sie einfach in Ihrem Garten oder Balkonkasten an und staunen Sie über unsere heimische Insektenwelt", macht Moni Nunn, Sprecherin des Arbeitskreises Artenschutz, neugierig darauf. 

nb/hjm E-Mail

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