Donnerstag, 21.11.2019

|

Chance für neue Wohnformen in Neustadt

Machbarkeitsstudie für Nutzung des alten Feuerwehrhauses - 17.10.2019 18:51 Uhr

uf dem Areal, auf dem das derzeitige Feuerwehrhaus steht und seinem Umgriff, stell sich Seniorenbeauftragte Heike Gareis einen großen Gebäudekomplex zur Linderung der Wohnungsnot vor. Dafür sollen nun Angebote zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie eingeholt werden. © Harald Munzinger


Dass trotz der Ausweisung von Baugebieten und dem Bemühen, Grundstücke für Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen, „der Markt der Mietwohnungen weitgehend leergefegt“ sei, stimmte das Gremium mit Heike Gareis überein. Einig waren sich die Ratsmitglieder auch, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssten, um der Knappheit an verfügbarem Wohnraum in Neustadt entgegenzuwirken. So wurde denn auch grundsätzlich der Vorschlag einer entsprechenden Nutzung des Grundstückes für die weitere Wohnbebauung befürwortet, wenn auf diesem das alte Feuerwehrhaus „seinen Dienst quittiert“.

Die breite Stadtratsmehrheit wollte allerdings mit Angeboten für die Fertigung einer Machbarkeitsstudie eine fundierte (Kosten-)Grundlage für seine Entscheidung geschaffen wissen. Dabei wurde auch die Idee von Stadträtin Gareis gutgeheißen, „eine solche Studie über ein Universitätsprojekt im Rahmen einer Doktor-, Masterarbeit oder dergleichen bewerkstelligen“ zu lassen. Angestrebt werden müssten sozialverträgliche Mieten, führt sie in ihrem Antrag aus und will auch die Möglichkeit geprüft wissen, „weitere Investoren mit ins Boot zu holen“.

Auch an soziale Dienste denken

Bei der Machbarkeitsstudie sollte nach Meinung der sozialdemokratischen Politikerin „sozialer Wohnungsbau mit Mieten zwischen 5.50 und 6,50 Euro für den Quadratmeter ohne Nebenkosten ebenso Beachtung finden, wie Eigentumswohnungen für Selbstnutzer und Investoren sowie barrierefreier und/oder altersgerechter Wohnraum“. Ebenso will Gareis geprüft wissen, ob soziale Dienste für Senioren untergebracht werden könnten. „um kurze Wege und schnelle Hilfe zu gewährleisten“.

Auch für die bauliche Gestaltung hat die Seniorenbeauftragte in ihrem ausführlichen Antrag Vorschläge. So sollten auf dem von der Luitpold- bis zur Ansbacher Straße reichenden Areal mehrere Gebäude mit einem begrünten Innenbereich als Treffpunkt der Bewohner entstehen. Mit einem bewirtschaften Dachgarten bringt sie ebenso Anregungen für das Kleinklima ein, wie mit möglichen „grünen Fassaden“ auch zur stadtplanerischen Aufwertung des Quartiers. Fazit einer Reihe von Planungsansätzen ist für Heike Gareis der dringende Bedarf „an bezahlbarem Wohnraum, sozialem Wohnraum, Eigentumswohnungen und neuen Wohnformen in unserer Stadt“.

Sie denke, so führt sie aus, „an Wohnformen, bei denen man sich gegenseitig hilft und sich nicht allein fühlen muss“ schlägt Gemeinschaftsräume, „vielleicht eine Arztpraxis, eine Physiotherapiepraxis oder einen kleinen Laden für Artikel des täglichen Bedarfs“ und ist überzeugt: „Hier könnten wir gestaltend tätig werden“. Und ebenso überzeugt ist Heike Garais, dass sich viele Investoren und Bauträger finden lassen, „die sich ein solches Projekt zutrauen und gemeinsam mit uns angehen“.

Prinzipielles Einverständnis

Für den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses zwischen Bahnhof- und Umgehungsstraße liegt zwischenzeitlich nach längerer Bedenkzeit das grundsätzliche Einverständnis der Unteren Naturschutzbehörde zu den geänderten Ausgleichflächen vor. Damit kann der Landschaftsplaner seine Arbeit fortsetzen, die dann in den Bebauungsplanentwurf zu integrieren ist, wie dies Bauamtsleiter Gerald Schorr wissen ließ. Nicht akzeptieren will hingegen das Wasserwirtschaftsamt das erstellte Gutachten zum Hochwasserausgleich. Da es bislang zwischen dem Sachverständigen und der zuständigen Abteilungsleiterin zu keinem verwertbaren Ergebnis kam, hat die Stadt mit dem Behördenleiter ein klärendes Gespräch Anfang November vereinbart, in das auch die Wasserrechtsbehörde am Landratsamt einbezogen sein wird.

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt