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Mittwoch, 03.06.2020

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Chef des Gesundheitsamtes stellt seinen Arbeitsalltag vor

Dienst im Krisenmodus - 03.05.2020 14:34 Uhr

Dr. Thomas Baumeister übernahm im Krisenmodus die Leitung des Gesundheitsamtes. © Susanne Schwab, Landratsamt


Seine beruflichen Stationen führten ihn über die dermatologische Klinik und das Institut für Arbeits-, Sozial und Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg an das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberfranken in Coburg, bis er 2016 in das Gesundheitsamt am Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wechselte. Dort war er bis März dieses Jahres Sachgebietsleiter im Bereich Infektionsschutz. "Die Leitung des Gesundheitsamtes ist eine verantwortungsvolle, interessante und sehr schöne Aufgabe.

Ich freue mich, dass sie mir anvertraut wurde. Dass gleich zu Beginn die Corona-Pandemie zu meistern ist, hatte ich natürlich nicht erwartet", erklärte Dr. Baumeister mit dem Blick auf seinen durch die Corona-Pandemie veränderten Arbeitsalltag; "Die Schwerpunkte unserer Aufgaben haben sich ziemlich verschoben, die Pandemie steht momentan absolut im Vordergrund. Andere Infektionskrankheiten, die Überwachung der Trinkwasserversorgung oder der Bäder und vieles andere mehr laufen eher nebenher." Als weitere wichtige Bereiche des Gesundheitsamts nennt Dr. Baumeister die Gesundheitsförderung, die sich zum Beispiel um Suchtprävention, Schwangerschafts- und psychosozialen Beratung kümmert, und der ärztliche Dienst, der beispielsweise Schuleingangsuntersuchungen, Impfberatung, Tuberkulosefürsorge oder die Erstellung medizinischer Gutachten leistet. Doch die meisten dieser Aufgaben müssten nun erst einmal – außer natürlich in dringlichen Fällen – zurückstehen. Die Kräfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes würden vor allem für die Bewältigung der Corona-Pandemie benötigt.

Arbeit abteilungsübergreifend

"Es sind viele neue Aufgaben dazugekommen, die mein Mitarbeiterteam und ich gemeinsam mit anderen Sachgebieten im Landratsamt stemmen", erläutert Dr. Baumeister. Es werde im Landratsamt im Rahmen der Führungsgruppe Katastrophenschutz abteilungsübergreifend gearbeitet. So werde unter anderem ein Bürgertelefon im Landratsamt betrieben, das die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises zu rechtlichen, wirtschaftlichen, oder medizinischen Fragen rund um die Corona-Pandemie berät und in Bad Windsheim wurde das Covid-Testzentrum eingerichtet. Der weitaus größte organisatorische und zeitliche Aufwand steckt nach Mitteilung des Leiters der Abteilung 5/Gesundheitsamt "in der Identifikation und Nachverfolgung der positiv auf Covid-19 getesteten Personen und deren Kontaktpersonen. Jede einzelne Person wird ausführlich befragt, aufgeklärt und regelmäßig kontaktiert. Das ist wichtig, um rechtzeitig Quarantäne-Maßnahmen veranlassen zu können. Nur so können Infektionsketten unterbrochen werden. Jeder Überwachte erhält einen schriftlichen Bescheid. Bei Bedarf werden die Personen mehrfach getestet, wenn nötig auch an deren Wohnort".

Zum Glück Kräfte zugewiesen

"Zum Glück haben wir für die Überwachung Teams von Beamtenanwärtern zur Unterstützung zugewiesen bekommen, das hilft uns sehr", führt Dr. Baumeister in einer Pressemitteilung aus. Eine weitere zusätzliche Mitarbeiterin werde vom Robert-Koch-Institut finanziert. "Mein Arbeitstag ist zurzeit lang und gut gefüllt. Ich bin in erster Linie mit organisatorischen Maßnahmen beschäftigt und muss auch am Wochenende immer erreichbar sein. Ich nehme an der täglichen Abstimmung des Krisenstabs im Landratsamt teil, stimme mich mit allen im Katastrophenschutz mitwirkenden Institutionen, Ämtern und Hilfsorganisationen ab und kläre Grundsatzfragen für die Arbeit meines Teams", beschreibt Dr. Baumeister sein derzeitiges Wirken.

228 diagnostizierte Corona-Fälle

Aktuell gibt es im Landkreis 228 labordiagnostisch bestätigte Corona-Fälle. 61 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne, aus der inzwischen 161 Personen entlassen werden konnte. Im Landkreis hat COVID-19 sechs Todesopfer gefordert. nb

nb

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