Sonntag, 19.01.2020

|

"Deponiekerwa" in Dettendorf mit Landrat Helmut Weiß

Besichtigung der Energie- und Verwertungsanlage mit Gelegenheit zum Dialog - 10.10.2014 19:44 Uhr

Über einen stattlichen Gästekreis bei der Deponiebesichtigung und "-kerwa" freute sich Landrat Helmut Weiß (im Vordergrund rechts), der die Tradition der Information und des offenen Dialoges in guter Atmosphäre gerne fortsetzte. © Harald Munzinger


Neben den Kreistagsmitgliedern sowie Partnern der Abfallwirtschaft waren die Bürger Dettendorfs eingeladen, um auch ihnen die Entwicklungen auf der Anlage vorzustellen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. “Auch und gerade in Zeiten, in denen nicht über alle Projekte und Vorhaben Einigkeit besteht”, wie es Weiß betonte.

Die Atmosphäre sollte nach den Kontroversen um eine geplante Bauschuttdeponie außerhalb der Anlage betont entspannt sein, nachdem der Protest insoweit Erfolg hatte, dass eine für die Dettendorfer deutlich verträglichere Alternative geprüft wird. Dies sicherte der Landrat ausdrücklich zu, auch wenn die mit einer Erdaushub- und Bauschuttdeponie verbundenen Belastungen mit dem früheren Betrieb nicht mehr verglichen werden könnten.

Deponiegründer unter den Gästen

Weiß erinnerte an die Ursprünge der Anlage, die vor 40 Jahren als reine Hausmülldeponie geplant gewesen sei. Unter den Gästen galt sein besonderer Gruß Rudolf Ernst, Seniorchef des Entsorgungspartners, mit Landrat Robert Pfeifer Gründer der Deponie. Die hat unterdessen nach Einstellung der Hausmüllanlieferung vor über neun Jahren allerdings ganz andere Dimensionen angenommen und erfüllt als modernes Entsorgungszentrum vielfältige Aufgaben, trage somit zu Recht den Namen “Energie- und Verwertungsanlage”, kurz “EVA”, so der Landrat.

Die aktuelle Deponierung nehme nur einen kleinen Teil der Anlage und des Betriebs ein, führte er im großen Kreis von Gästen der Besichtigung aus, deren Schwerpunkte auf der Information über den Bereich der Deponieklasse 1 sowie dem problembehafteten Müll aus den Biotonnen und dem Plan einer separaten Eigenanliefererzone lag. Neben der Deponieklasse 1 und der “gegenwärtig emotional diskutierten Deponie der Klasse 0” werde der Betrieb nach den Ausführungen des Landrates “von anderen Anlagenteilen geprägt“.

So verwies Helmut Weiß auf die 2006 neben dem Kompostplatz in Betrieb genommene Biogasanlage, auf das 2007 umgesiedelte Gewerbewertstoffzentrum sowie die 2008 errichtete Umladestation. Dass der sukzessive Umbau der früheren Deponie zur Energie- und Verwertungslage, die allen Erfordernissen einer modernen Abfallwirtschaft Rechnung trage, “stets auch mit dem Wohlwollen der Bevölkerung” erfolgt sei, wurde sein Eindruck von den Bürgern offenkundig nicht unbedingt geteilt.

Kreis verlässlicher Partner

Ihnen galt der Dank des Landrates für das Einvernehmen in der Vergangenheit. Er zeigte sich überzeugt, dass das Verhältnis zwischen den Bürgerinnen und Bürgern deutlich besser, als derzeit dargestellt sei. Weiß versicherte sie, “dass der Landkreis sich auch künftig als verlässlicher Partner präsentieren wird - auch wenn es im Hinblick auf Sachzwänge nicht immer möglich sein wird, allen Wünschen Rechnung zu tragen”. Sorgen und Nöte der Bevölkerung Dettendorfs würden in die Entscheidungen einfließen und angemessen berücksichtigt.

Dank stattete der Landrat bei der Deponiebesichtigung den Behörden und Firmen für eine stets konstruktive Zusammenarbeit sowie dem Kreistagskollegium für die Unterstützung bei der Fortentwicklung der Abfallwirtschaft ab. Insbesondere würdigte er die Leistung der 15 Mitarbeiter, die neben der Betreuung des Altdeponiekörpers dafür Sorge tragen, dass Abfälle und Wertstoffe angenommen und fachmännisch entsorgt beziehungsweise weiterverarbeitet werden.

Für den Gedankenaustausch über aktuelle Themen der Abfallwirtschaft, die Belange der Bürger und Geschäftspartner sollte die “Deponiekerwa” einen schönen Rahmen schaffen und nach dem Deponierundgang mit dem Abstecher zu den “Biomüllrotten” der Duft der Brathähnchen als besonders angenehm empfunden werden. Das Gewerbewertstollzentrum sollte auch die gastronomische Rolle gut erfüllen.

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Dettendorf