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Der Weißkopf-Flieger hob mit Minister Schmidt ab

Erstes transnationales Leader Projekt wichtiges Symbol für Europa - 11.07.2016 14:29 Uhr

An Bord des "Weißkopf-Fliegers": Minister Christian Schmidt, die Bürgermeister Werner Stöcker und Blazej Konkol, MdL Gabi Schmidt und Bezirksrat Marco Kistner (v. l) mit Jugendlichen aus der polnischen Partnergemeinde Trabki Wielkie beim "Jungfernflug". © Harald Munzinger


Und das im Gedenkjahr 115 Jahre Motorflug, was Karl Heigold von der Flughistorischen Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf sicher machte, dass dieses Ereignis "Gustav ein Lächeln ins Gesicht gezaubert" hätte. Er bewunderte Energie und Durchhaltevermögen bei diesem Projekt, auf das die Weißkopf-Forschungsgemeinschaft stolz sei.

Dass es oft die kleinen Zufälle seien, aus denen Großes entstehen könne, bestätigte die Entstehungsgeschichte des Flug-Spielgerätes. Man habe, so schilderte es Uehlfelds Bürgermeister Werner Stöcker "Weißkopffan" Heigold, nach einem länderübergreifenden Objekt gesucht, das in beiden Partnergemeinden realisiert werden könnte. Gefunden habe er dieses bei der Weißkopf-Inszenierung auf der Cadolzburg, so Stöcker überzeugt, dass dies in beiden Städten von engagierten Menschen realisiert werden könnte. Dafür habe sich die Feuerwehrjugend angeboten, aber erst ein Wall von bürokratischen Hindernissen "überflogen" werden müssen.

Nach der Einweihung wurde das imposante Spielgerät auf dem Vorplatz des Uehlfelder Rathauses von den Kids in Beschlag genommen. © Harald Munzinger


Als erfolgreicher "Fluglotse" habe sich dabei Bundesminister Christian Schmidt erwiesen, der mit seinem damaligen polnischen Kollegen Mark Sawicki die Schirmherrschaftsurkunden im September 2014 unterzeichnete und sich der Sesam des Genehmigungsverfahrens öffnete. Fortan war geplant und gebaut und von den Jugendlichen auf beiden Seiten gezeigt worden, "dass man sich sehr wohl verständigen kann, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht". Durch das Projekt habe, so Stöcker bei der Einweihung zum vierten "Hochzeitstag" der Städtepartnerschaft, "ein reger Kontakt der Jugendlichen beider Länder stattgefunden, wurden Vorurteile abgebaut und ist das Verständnis gegenüber anderen Ländern und Kulturen gewachsen. Europa ist sich durch dieses Jugendprojekt ein Stückchen näher gekommen".

Weißkopf-Flugmaschine als Modell

Die Kinder und Jugendlichen hätten durch ihre Kreativität gezeigt, das man aus einer historischen Flugmaschine auch ein Spielgerät bauen könne. In den Grundzügen entspreche es in Form und Größe dem einstigen Fluggerät 21 B von Gustav Weißkopf, übernommen von der Flugmaschine im Gustav-Weißkopf-Museum in Leutershausen. Allerdings gebe es einen gravierenden Unterschied, habe Weißkopf doch seine Maschine für eine Person und den ersten Motorflug gebaut, während sie in Uehlfeld – und in Kürze auch das Gegenstücke in Trabki Wiekie – fest in der Erde verankert, etwa 50 Kinder Platz bietet.

Zur Einweihung nahm sie neben den Jugendlichen aus beiden Städten – eine polnische Schülerdelegation war zum Austausch in Uehlfeld – auch "prominente Fracht" auf. Sie gingen Minister Chistian Schmidt, die Bürgermeister Werner Stöcker und Blazej Konkol, die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, Bezirksrat Marco Kistner und Pfarrer Dr. Wolfgang Schuhmacher an Bord, der das Gerät unter Gottes Segen stellte. MdL Harry Scheuenstuhl gesellte sich für das historische Dokument mit weiteren Ehrengästen zum "Bodenpersonal".

In Franken, wie in Polen wurde das Spielgeräts als transnationales Leaderprojekt der Lokalen Aktionsgruppen (LAG’s) und unter Einbeziehung der Bezirke umgesetzt. Damit sollten die Verbindungen zwischen den beiden Partnergemeinden erweitert und gestärkt, jugendkulturelle Aktivitäten gefördert, Jugendliche und Jugendinstitutionen in die Regionalentwicklung eingebunden werden. Ferner diente es dazu, "Akzeptanz und Verständnis für andere Kulturen zu schaffen" und "Wissen über die Region und deren geschichtlichen Hintergründe zu vermitteln".

Den Worten müssen Taten folgen

Es sei wichtig, Worten Taten folgen zu lassen, erklärte Bürgermeister Blazej Konkol, der Minister Schmidt und den Bürgermeisterkollegen Stöcker zur Einweihung des Fliegerpendants am 11. September in Polen einlud. Er rief dazu auf, weiter an einer gemeinsamen Zukunft in einem gemeinsamen Europa zu bauen, Dabei maß er neben dem parallellaufenden Gipfel in Warschau den Begegnungen der Menschen in den Partnergemeinden besondere Bedeutung bei. Diese unterstrichen auch die Abgeordneten Gabi Schmidt und Harry Scheuenstuhl in ihren Grußworten.

Bilderstrecke zum Thema

Deutsch-polnischer Jungfernflug

Mit Bundesminister Christian Schmidt als Schirmherr an Bord und Jugendlichen beider Nationen auf den weit ausgespannten Tragflächen, wurde der Jungfernflug im Gustav-Weißkopf-Flieger unternommen.


Schmidt stattete dem Bezirk für die Förderung der Partnerschaften Dank ab und bezeichnete so großartige Begegnungen wie in Uehlfeld als Nährboden Europas. Scheuenstuhl sprach sich für den Schüleraustausch als Pflichtaufgabe aus. Es gelte zu zeigen: "Wir stehen zusammen für ein friedliches Europa". Fürbitten für Europa band Pfarrer Schuhmann in die Segnungsfeier ein, bei der er bedauerte, dass zu viele Menschen gegen Europa zu Wort kämen, und zu wenige, die wüssten "dass Europa gut tut". Wo sich Menschen begegneten und Gemeinschaft pflegten, gebe es keine Gewehre und Gewalt.

Schmidt mahnt an

Am Vormittag hatte ein Gottesdienst im Pfarrgarten stattgefunden, der von den polnischen Gästen mitgestaltet worden war, Gute Nachbarschaft beschworen Gemeinsamkeit führe zu Erfolg, erklärte Minister Christian Schmidt, der davor warnte, in Europa alles schlecht zu reden und "ein Stück Bescheidenheit" empfahl. Aus der Situation 1914, als die Staaten nicht mehr weiter wussten, als sich gegenseitig den Krieg zu erklären, sollten Lehren gezogen werden, dass nur gute Nachbarschaft etwas bringe, führte der Unionspolitiker aus. Allerdings schlittere derzeit "Europa in Probleme, die wir uns selbst machen", sprach Schmidt besorgt die zunehmenden nationalen Egoismen an, mahnte vor einem "Ermüdungsbruch".

Als wohltuend empfand er vor diesem Hintergrund dass man "in Europa aufeinander zufliegt"; eine hervorragende Idee der Partnergemeinden Uehlfeld und Trabki Wielkie. "Hier wurde mit Leader, dem Symbol für Europa, etwas Tolles gemacht" was er gerne unterstützt habe. Er setze sich, so Schmidt mit dem Hinweis auf ein mit 1,5 Milliarden ausgestattetet Programm, für die weitere Verbesserung der Agrarstrukturen und Projekte ein, die den ländlichen Raum noch attraktiver machten. Bürgermeister Werner Stöcker trug ihm gleich die Partnerschaft für ein weiteres transnationales Projekt zur engeren Verbindung der Schulen in Uehlfeld und Trabki Wilkie an. 

Harald J. Munzinger

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