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Donnerstag, 22.08.2019

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"Disneyland ist nichts dagegen"

Modell von "Langenfelder Tor" löst Widerspruch aus - 18.07.2019 15:22 Uhr

Vertraten beim Projekt "Langenfelder Tor" konträre Meinungen: LAG-Vorsitzender Klaus Meier und Stellvertreterin Carola Kabelitz mit der Ansicht: "Disneyland ist nichts dagegen". © Harald Munzinger


Nach dem Modell des "Bamberger Tores", das zum Neustädter Heimatfest 2010 aufgestellt worden war und zum Bestandteil des Stadtbildes wurde, soll zum Heimatfest 2020 mit einer Nachbildung an das "Langenfelder Tor" erinnert werden, das einst ebenfalls dem Verkehr weichen musste. Nur das "Nürnberger Tor" ist - gerettet durch ein Läutrecht der Eggenseer Bürger - von den ehemals vier Stadttoren erhalten geblieben.

Der Auto- und Motorradclub Neustadt möchte mit dem Modell des "Langenfelder Tores" einen nachhaltigen Beitrag zum Heimatfest leisten und hat um Förderung nachgefragt. Dass dies zur Stärkung der regionalen Identität und zur Bewahrung eines Kulturerbes beitrage, regte die Begründung bei der stellvertretenden LAG-Vorsitzenden Carola Kabelitz zum Widerspruch an. Das "Nürnberger Tor" sei bei den Stadtführungen das beste Zeugnis der Stadtbefestigung, weshalb es nach ihrer Meinung keiner Nachbildungen bedürfe, auch wenn der LAG-Vorsitzende und Neustädter Bürgermeister Klaus Meier darauf verwies, dass das "Bamberger Tor"-Modell viel Beachtung insbesondere auch bei Führungen von Schulklassen finde.

Kritisch äußerte sich Kabelitz, Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, auch zum geplanten Platz des "Langenfelder Tores" nahe dem Originalstandort. Ihre Meinung zum "modernen architektonischen Gebäude" der "NeuStadtHalle", vor der das "Langenfelder Tor" einmal stehen soll, ließ sie mit den unterschiedlichen Geschmäckern offen, wurde aber beim Umfeld mit "Disneyland ist nichts dagegen" deutlich. Bei der Aufzählung von der alten Lok über den Ziehbrunnen, ein Windspiel und Labyrinth bis zu den Partnerschaftsbänken mochte sie sich an der „Jean-Paul-Allee die Torattrappe nicht auch noch vorstellen.

Dennoch stimmte sie zu, sodass dem Auto- und Motorradclub im ADAC-Ortsclub ein 2000-Euro-Zuschuss gebilligt wurde, den er bei knapp 9000 Euro Kosten gut gebrauchen kann. Das "Bamberger Tor" war vor zehn Jahren von Berufsschülern erstellt worden. Warum die Schule diesmal abwinkte, blieb unbekannt. So wird ein "Bauauftrag" vergeben werden müssen.

Felsenkeller werden vermessen

Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm konnte sich darüber freuen, dass die bisherigen Maßnahmen an der historischen Felsenkelleranlage von deutschlandweiter Bedeutung auch in der LAG hohe Wertschätzung genießen. Diese reichen vom kleinen Bierbraumuseum über den Brau- und Schaugarten bis zu den aufgewerteten Kellerhäusern und einer sehr attraktiv gestalteten Übersichtstafel. Nun sollen die unterirdische Kelleranlage – ein zwei Kilometer langes Netz mit verschiedenen Treppen – mit einem 3-D-Verfahren vermessen und der aktuelle Zustand plastisch dargestellt, woraus sich eventuell nötige Maßnahmen schließen ließen.

Wie es LAG-Managerin Anne Billenstein bei der Projektvorstellung erläuterte, geht es bei der ganzheitlichen Betrachtung auch um künftige Nutzungsmöglichkeiten. Bei der Bewertung in der Kategorie Kultur, Freizeit, Tourismus hatte es eine hohe Punktzahl erreicht und erhielt die Zusage der Lederförderung in Höhe von 30.000 Euro.

Bücher aus der Telefonzelle

In etlichen Städten kommen Bücher in alten Telefonzellen schon sehr gut an. Nun soll Literatur auch in Diespeck auf diese originelle Weise jederzeit zugänglich werden. © Harald Munzinger


Als "sehr innovative und kreative Idee" wurde die geplante Einrichtung eine "Bücherzelle der Kindertagesstätte Diespeck" begrüßt. Der Verein zur Förderung des Kindergartens beschafft dazu eine ausrangierte Telefonzelle, stattet sie mit Regalen sowie mit Literatur für alle Generationen aus. Sie wird jederzeit zugänglich und die Ausleihe kostenlos sein.

Mit dem Standort am Diespecker Sport- und Gemeindezentrum sollten viele Leute angesprochen werden, ist man im LAG-Vorstand überzeugt, in dem es als "sehr sinnvoll" erachtet wurde, dass bei stetig zunehmender Digitalisierung "das Buch nicht gänzlich von der Bildfläche verschwindet". Der Verein erhält eine Förderung in Höhe von 2000 Euro.

"Lindenstraßen"-Doku entsteht

Ebenfalls einmütig befürwortet wurde auch die Förderung des Filmprojektes der Neustädter Künstlerinitiative, unter Feder-beziehungsweise Kameraführung von Walter Gramming zum Heimatfest über die 2020 eingestellte TV-Serie "Lindenstraße" mit den Wurzeln in Neustadt/Aisch. Denn hier ist ihr Autor und langjähriger Regisseur Hans W. Geißendörfer im "Tabor" aufgewachsen und hat viele Erlebnisse und Jugenderfahrungen am Anfang in die "Lindenstraße" eingebracht, die zu einer der erfolgreichsten TV-Serien wurde.

In der Doku, die nach der letzten "Lindenstraßen"-Folge ausgestrahlt und von einer Wanderausstellung begleitet werden soll, wurden und werden zahlreiche Interviews geführt, wird auch Altbürgermeister als Schicksals- und Schulkollege Geißendörfers aus einem reichen Erinnerungsschatz berichten. Mit vielen schönen Ecke aus Neustadt und der Region diene der 60 bis 90 Minuten lange Film auch der Außendarstellung der LAG, wurde in der Sitzung betont, ihm besondere Bedeutung hinsichtlich gesellschaftlicher Themen und der Demographie beigemessen. MdL Hans Herold will auch  Fördermöglichkeiten über den Bayerischen Kulturfonds erörtern.

Quantensprung bei Markierung

In der Sitzung wurden unter anderem das neue Radwegekonzept angesprochen, schwärmte Dr. Harald Weigand bei der neuen Markierung von einem qualitativen Quantensprung, auch wenn im Zuge der Neugestaltung "Wege verschwunden" seien. So wie etwa der "Karpfenrundweg" von Uehlfeld, den er nun als Wanderweg auszuweisen empfahl. Berichtet wurde über die Steigerung von 31 auf 33 beantragte Projekte, zu denen unter anderem "Milch & Mehr" in Voggendorf, der Mehrgenerationen-Bewegungspark in Diespeck oder der Höchstädter "Regionalmarktplatz" zählt.

Als Bereicherung für die ganze Region wurde die Kletterhalle der DAV-Sektion Aischtal in Bad Windsheim empfunden und der Plan begrüßt, unter dem Titel "Mühlenerlebnis" auf Tafeln Mühlengeschichte zu vermitteln. Der Rücklauf dazu aus den Gemeinden wurde als sehr gut bezeichnet. Befürwortet wurden auch "Zeit- und Erkundungskisten" als Ansporn des Forschergeistes der Kinder. An der Bahn als schwieriger Verhandlungspartner dürfte die Idee von Stromtankstellen für Pendler an Bahnhöfen scheitern, war man im Gremium überzeugt, in dem empfohlen wurde, das Interesse an einem von Dr. Harald Weigand vorgeschlagenen "Aischwanderweg" als Kooperationsprojekt bei den weiteren betroffenen LAG’s abzuklären. Ist es bei den Kooperationsprojekten bis auf 13.000 Euro noch nicht ganz geschafft, sind bei den allgemeinen "die Meilensteine locker erreicht" und damit keine Förderungen gefährdet. 

Harald J. Munzinger

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