Freitag, 28.02.2020

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Ehrenamt braucht Digitalisierung

Praktische Tipps für einen digitalen Weg im Engagement - 02.10.2019 11:39 Uhr

Die sachkundige Referentin zeigte im gut besuchten Workshop diverse digitale Anwendungen auf. © FWZ


Katja Bröckl-Bergner, eine Referentin der „Seniorenakademie Bayern“, informierte in den Räumlichkeiten des „BayernLab“ über die bekanntesten Instrumente im Bereich der neuen Medien. Eingeladen Gleich zu Beginn des Workshops wurde deutlich, was KoordinatorIinnen von ehrenamtlichen Initiativen und Projekten vor eine große Aufgabe stellt. „Täglich beschäftigt mich die Frage: Wie erreiche ich am effektivsten meine Leute?“, bemerkte eine Teilnehmerin des Workshop etwas ratlos. Im Grunde mangelt es nicht an schnellen Kommunikationsmöglichkeiten. Doch diverse Messengerdienste sind höchst umstritten oder auch spätestens seit der neuen Datenschutzverordnung schlicht verboten in vielen Einrichtungen. Die vormalig stets übliche Kommunikation über Emails ist für OrganisatorIinnen von Projekten inzwischen unzuverlässig, werden Emails doch von vielen nicht regelmäßig abgerufen.

Auf allen Kanälen

Fest steht, dass zur Kommunikation und auch der Öffentlichkeitsarbeit viele Kanäle genutzt werden müssen. Die Teilnehmer des Workshops konnten sich austauschen, welche Tools sich bewährt haben und welche Kommunikationswege sie in ihrer Einrichtung gehen. Digitale Anwendungen spielen hier zunehmend eine Rolle, setzen Verantwortliche aber auch unter Druck und sind in Ihrer Mannigfaltigkeit eine Herausforderung. Die Referentin Bröckl-Bergner stellte einen unendlich erscheinenden Pool an digitalen Anwendungen vor. Vielseitig sind die Möglichkeiten innerhalb der Sozialen Netzwerke, Messenger Dienste, Chatanbieter, Foren, Plattformen zur Projektkoordination, Blogs sowie der Videotelefonie. „Das erschlägt einen doch schier“, stöhnte ein Teilnehmer. Die richtigen Anwendungen für sich zu selektieren bleibt eine Herausforderung. Hier muss im Zweifel geduldig ausprobiert und dann individuell selektiert werden. „Dann muss man auch mal hinnehmen können, dass nicht alle Neuerungen für das eigene Projekt wichtig oder nötig sind.“, warf Agatha Ludwig, Koordinatorin im Freiwilligenzentrum „mach mit!“ ein.

Als Chance nutzen

Durch die Digitalisierung findet ein kultureller Wandel der Gesellschaft statt, der den meisten viel zu schnell geht und uns täglich wieder überholt. Lange diskutierten die TeilnehmerIinnen darüber, wie sich die Geschwindigkeit der Digitalisierung in der Arbeit mit Ehrenamtlichen positiv auszahlen kann? „Wir müssen das als Chance nutzen und hier generationsübergreifend gefördert handeln. Das führt Alt und Jung zusammen, zu mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung aller Altersstufen“, führte die Referentin aus. Häufig werde in vielen örtlichen Initiativen das Fehlen von Nachwuchs beklagt, weil sie digital schlecht aufgestellt seien. Natürlich sei es von hoher Bedeutung, dass Vereine und andere Organisationen eine aktuelle Homepage hätten und auch digitale Kommunikationsmöglichkeiten genutzt würden. Viel wichtiger sei aber die persönliche Kontaktaufnahme zu potentiellen Mitgliedern. „Sind Sie schon mal einem örtlichen Verein beigetreten, dessen Homepage oder Auftritt Sie in den Sozialen Netzwerken überzeugt hat?“, fragte Katja Bröckl-Bergner. Menschen fange man durch Sympathien. Doch hier zählten vielmehr die menschlichen Aspekte und nicht die digitalen Kanäle. Letztere dienten nach der persönlichen Kontaktaufnahme dann vielmehr der Kommunikation und Informationsveröffentlichung.

„Datensichere Kommunikation“

Um den vielen Fragen nach datenschutzrechtlichen Dingen nachzukommen, findet am 5. Dezember von 17 bis 20 Uhr für ehrenamtliche Organisationen und Vereine ein Workshop zum Thema

„Datensichere Kommunikation und Zusammenarbeit“ vom Netzwerk „über Zaun und Grenze“ im „BayernLab“ statt. Interessenten können sich bereits jetzt dazu unter ueberzaunundgrenze@caritas-nea.de oder Telefon 09161/888936 im Freiwilligenzentrum anmelden. Detailliierte Informationen und weitere Termine zum Netzwerk „über Zaun und Grenze“ im Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim sind unter www.ueberzaunundgrenze.de. zu finden. 

nb

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