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Eilantrag: Mobile Luftfilteranlagen für Grund- und Mittelschulen

Wegen ansteigender Corona-Infektionszahlen sollen Schulen ausgestattet werden - 29.10.2020 19:00 Uhr

Auch für die „Mittelschule am Turm“ schlägt die SPD-Stadtratsfraktion mehrheitlich dringend die Installation von Luftfilteranlagen vor.

29.10.2020 © o.n.


Hintergrund für diesen Eilantrag sind nach Mitteilung von SPD-Stadträtin Heike Gareis die weiter bedenklich ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Die neuesten Beschlüsse der Bundes- und auch Staatsregierung führten zu einem Teil-Lockdown. Hiervon ausgeschlossen sollten die Schulen bleiben. Doch gerade dort bestehe „bei relativ großer Menschenansammlung ein hohes Infektionsrisiko“, das nach Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion durch die rasche Beschaffung mobiler Luftfilteranlagen auf ein Minimum reduziert, gegebenenfalls sogar ausgeschlossen werden könnte.

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Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichtet sei nicht nur für die Bildung Schulkinder notwendig, sondern biete zudem die Gewähr dafür, dass alle Schüler unterrichtet werden können. Damit entfiele eine Benachteiligung solcher Kinder, die nicht über Internetanschluss und eigene digitale Endgeräte im häuslichen Umfeld verfügen. Zudem bliebe es damit den Eltern erspart, wieder für gesonderte Betreuung ihrer Kinder sorgen zu müssen, führt die Fraktion in ihrem Antrag aus.

Ständiges Öffnen der Fenster im Winter unzumutbar

Am wichtigsten sei jedoch die Gesundheit der Kinder und des Lehrpersonals, so Gareis. Wie eine Studie der Bundeswehr-Universität München zeige, sei eine Stoßlüftung durch Öffnen der Fenster für jeweils wenige Minuten (fünf Minuten) nicht zielführend und ausreichend. Erst ein Austausch der Raumluft in einer Größenordnung von sechsmal in der Stunde könne dafür sorgen, die Viren soweit zu reduzieren – selbst bei Anwesenheit eines Infizierten – dass eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen werden könne. Niemand könne ernsthaft fordern, in den bevorstehenden kalten Monaten unsere Kinder mit ständig geöffneten Fenstern in kalten Klassenzimmern zu unterrichten. „Unsere Kinder müssen insoweit genau den gleichen Schutz haben, wie jeder Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz“, heißt es in dem Antrag.

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Eine entsprechende Luftreinigung könne durch moderne, mobile Luftfilteranlagen erreicht werden. Voraussetzung sei der Einsatz moderner HEPA-Filter der Generation H13 bzw. H14. Zudem gäbe es laut Mitteilung der SPD-Fraktion Geräte, die den Filter zusätzlich erhitzen und damit jegliche Viren und Bakterien abtöten würden. Die Geräte könnten so eingestellt werden, dass ein Luftaustausch der kompletten Raumlauft sechsmal innerhalb einer Stunde erfolgen würde. Diese Geräte seien zwar nicht billig und würden sich pro Gerät ab etwa 3.500 € belaufen, so die Information der Stadtratsfraktion. Hierfür seien aber von der Staatsregierung Fördermittel zur Verfügung gestellt worden.


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Selbst wenn die Fördervoraussetzung nicht greifen würden, müsse der Stadt die Gesundheit der Kinder und die damit einhergehenden Sicherheit in der Pandemiezeit diesen Aufwand Wert sein. Politiker haben, so die Stadtratsfraktion eine hohe Verantwortung für ihre Mitmenschen und insbesondere für die anvertrauten Kinder. Wie mitgeteilt wurde, stimmten sieben der acht Stadtratsmitglieder für diesen Eilantrag. Lediglich ein ehemaliger Hausarzt sprach sich dafür aus, es bei Stoßlüftungen zu belassen, da dies seiner Ansicht nach völlig ausreichend sei.


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nb

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