18°

Donnerstag, 23.05.2019

|

Ein Festival der Genüsse

Minister Hubert Aiwanger mit großer „Lust auf Regionales“ - 12.05.2019 13:52 Uhr

Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger nahm auch viele optische Eindrücke von der Genussmesse in Bad Windsheim mit. © Harald Munzinger


Die Vielfalt der Produkte und deren einfallsreiche Veredelung, die „Lust auf Regionales“ machen sollten, bewunderten auch der Bundeslandwirtschaftsminister a. D. Christian Schmidt und sein Bundestagskollege Uwe Kekeritz beim Messebesuch ebenso wie MdL Hans Herold und zahlreiche Kommunalpolitiker, die sich schon zum Auftakt der beiden Schlemmertage im Bad Windsheimer KKC einfanden. Dass diese „sang- und klanglos“ begannen, die Eröffnung erst erfolgte, als am ersten Tag „der Markt schon fast verlaufen“ war, sorgte für Irritationen und auch reichlich Kritik. Für die hatte Landrat Helmut Weiß zwar Verständnis und war mit diesem Ablauf auch nicht glücklich, sah ihn aber dem Terminplan von Schirmherrn Aiwanger geschuldet. Man konnte schließlich die Messe nicht vor ihm eröffnen.

Bilderstrecke zum Thema

Regional, saisonal und edel: Die Genussmesse

Das Schlaraffenland ist als „Genussmesse“ neu definiert. Sie lockt mit der Vielfalt regionaler Produkte in immer wieder überraschenden Veredelungen in das Bad Windsheimer KKC. Über 40 Erzeuger warten mit Originalem und Originellem auf und verwöhnen mit Proben in verschiedensten Geschmacksrichtungen die Gaumen auch prominenter Gäste mit dem Schirmherrn Hubert Aiwanger an der Spitze. Der stellvertretende Bayerische Ministerpräsident genoss sich durch die Messe.


Für die zahlreichen Gäste in „Frankens Schlemmerparadies“ spielte der Zeitpunkt der „Promirunde“ keine Rolle. Sie sahen mit der Präsentation der regionalen Erzeugnisse von über 40 Ausstellern in ihrer überraschenden Vielfalt den Messetitel als Programm und nahmen die Einladung zum probieren und genießen gerne an. Mit „purer Genussvielfalt“ war ihnen nicht zu viel versprochen worden und schon mit der attraktiven Aufmachung der Stände die Verlockung groß.

Da zergingen Quarkspezialitäten ebenso auf der Zunge, wie „süße Kunst“ der Patisserie mit olympischem Gold, da machte der Bratwurstkönig und Fleischsommelier ebenso deutlich, dass der Landkreis auch das „Mehr“ an Lebensqualität auf dem Teller bietet, wie der Winzer oder Brenner im Glas. Ob Käsespezialitäten oder raffinierte Gewürze, preisgekrönte EinHeimische Säfte pur und vergoren oder Honigspezialitäten: das Schlaraffenland trägt den Namen Franken, genauer gesagt „Frankens Mehrregion“.

Region voller Genusserlebnisse

Dass diese „voller Erlebnisse, vor allem auch voller Genusserlebnisse steckt“, davon sollte die Messe nach den Worten von Landrat Helmut Weiß auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überzeugen. Der wurde von zahlreichen Repräsentanten der Kurstadt und des Landkreises mit den „Landfrauenstimmen“ empfangen, denen der stellvertretende Ministerpräsident besondere Anerkennung für den „Ausdruck von Identität und Heimatgefühl“ zollte: „Ich habe schon immer gerne heimische Lieder gehört, deren Texte ich verstanden habe“. Und an frühere Zeiten erinnerte ihn auch die Fülle an regionalen Produkten, denen er gegenüber der Importware mit Tausenden Kilometer Flugbenzin auf dem Buckel, wieder mehr Wertschätzung wünschte. „Die Messe setzt dort an, wo die Menschen hin wollen“, erklärte deren Schirmherr nach einem beeindruckenden Rundgang durch eine reichhaltige Genusswelt.

Bei der notwendigen Globalisierung erkannte Aiwanger in seinem leidenschaftlichen Plädoyer für die regionalen Erzeugnisse die wachsende Sehnsucht der Menschen nach Lebensmitteln mit bekannter Herkunft. Innovative und einfallsreiche Produkte eröffneten zudem Chancen für die Landwirtschaft und das Lebensmittelhandwerk und könnten mit kreativen Ideen auch wieder Interesse an den Berufen wecken. Die Politik, so Aiwanger an die eigene Zunft, sei gefordert „alles zu tun, um zu retten, was noch zu retten ist“.

System vor dem Kollaps

Er sprach mit 90 Prozent weniger Milchbauern seit 1970 zu spät erkannte Fehler in der Agrarpolitik an und wähnte „das System vor dem Kollaps“. Bei der verstärkten Regionalisierung müssten bürokratische Hürden angebaut und die Kontrollwut mit der „Ausführungsverordnung zur Prüfung der Ausführungsverordnung“ reduziert werden. Aiwanger hatte unter den Regionalprodukten mit dem Karpfen einen Favoriten und für seinen „Lieblingsfisch“ als Jäger schon einige Kormorane auf dem Gewissen. So vergewisserte er sich auch rasch, dass es sich bei einem Landkreispräsent tatsächlich um (Stoff)Störche handelte.

Der Schirmherr der „Genussmesse“ sprach beim „Glückauf für das schöne Bayern und Franken“ seiner Parteifreundin und Landtagskollegin Gabi Schmidt mit dem Appell aus dem Herzen, mit Selbstbewusstsein die Schönheit der Heimat darzustellen und das Geld in der Region mit ihren Genüssen zu lassen. Dass dies genau der Philosophie des Landkreises entspreche, brachte Landrat Helmut Weiß mit der lokalen Wertschöpfung und Förderung der Landwirtschaft zum Ausdruck, die im Kreis noch hoch im Kurs stehe. Er bestätigte jedem der über 40 Aussteller, sein Bestes zu geben, sodass die zweite ebenfalls erfolgreiche Auflage der Messe „nicht besser sein konnte“.

Mehr Wert auf Frische und Qualität

Anerkennung dafür galt dem Regionalmanagement mit Andrea Linz und Anja Hofmann für die perfekte Organisation, dem KKC-Team für die bewährte Unterstützung. Weiß freute sich, dass erneut vielen Besuchern „Lust auf Regionales“ auch mit den Kochwettbewerben und Genussvideos gemacht werden konnte. Das große Interesse sollte zeigen „dass die Verbraucher wieder vermehrt Wert auf Frische und Qualität der Lebensmittel legen und die Frage nach deren Herkunft nicht mehr nur dem Zufall überlassen wollen“.

Der Landrat verband mit der zweitägigen Messe die Hoffnung, dass sie „weitere positive Impulse in Richtung regionale Wertschöpfung geben“ konnte. Sie sollte auf der einen Seite Landwirte und Direktvermarkter in ihrer Arbeit bestärken, zugleich aber auch „die Verbraucher sensibilisieren, sich bewusst für regionale Produkte zu entscheiden“. Dass dies schon mal an den beiden Messetagen gelang, zeigten volle Tüten nach den Verkostungen und auch vielen Gesprächen an den attraktiv gestalteten Marktständen mit der Fülle an Erzeugnissen, die pralle „Lust auf Regionales“ machen sollten. 

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim