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Dienstag, 10.12.2019

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Einsatzübung: Flugzeugabsturz und Massenkarambolage

Die Verantwortlichen des Katastrophenschutzes probten den Ernstfall - 19.11.2019 16:39 Uhr

Eine Einsatzleitstelle war das Herzstück der Katastrophenschutzübung mit dem Planspiel eines Flugzeugabsturzes nahe der Bundesstraße und Bahnhauptstrecke. © Landratsamt


Es handelte sich dabei um ein fiktiv angenommenes Planspiel innerhalb der Führungseinheiten des Katastrophenschutzes. Gegen 7.30 Uhr fanden sich gut 120 Verantwortliche von Landratsamt, Feuerwehr, der Rettungsdienste (ASB und BRK), THW, Psycho Soziale Notfallversorgung/PSNV (BRK und Notfallseelsorge), Polizei, Bundeswehr und Bundesbahn (Notfallmanager) in den Übungsräumen des Landratsamtes ein. Vertreter des Landratsamtes Ansbach übernahmen dabei die Übungsbeobachtung.

Die Führungsgruppe des Katastrophenschutzes (FüGK) unter der Leitung von Regierungsrat Ralf Keller bezog ihre im Landratsamtsgebäude vorhandene Einsatzzentrale. Die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) unter der Leitung von Kreisbandinspektor Dieter Popp richtete sich zusammen mit der Sanitätseinsatzleitung und den Einsatzleitungen des Technischen Hilfswerks und der Polizei im nahegelegenen Schulzentrum ein. Die beiden Unterstützungsgruppen der beiden Einsatzleitungen UG-ÖEL und UG-SanEL sowie ein Technikfahrzeug der Einsatzhundertschaft des Polizeipräsidiums Mittelfranken stellten die erforderliche Infrastruktur mit Funk- und Nachrichtentechnik lokal bereit.

Waldbrand und Massenkarambolage

Die eigentliche Übung begann um 8 Uhr mit einer großräumigen, fiktiven Ausgangslage die vom Leitungsdienst unter der Leitung von Thomas Popp eingespielt wurde. Dabei handelte es sich um verschiedene Schadensszenarien im Umfeld eines vermeintlichen Flugzeugabsturzes zwischen Neustadt und Markt Bibart. Eine am Nürnberger Flughafen gestartete Verkehrsmaschine mit 50 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern war in einem Waldstück zwischen Oberlaimbach und Ullstadt abgestürzt und löste einen Waldbrand aus.

Aufgrund herabstürzender Flugzeugteile kam es im Vorfeld zu einem Brand in einer Firma im Neustädter Ortsteil Diebach, einem Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen auf der Bundesstraße 8 kurz vor Langenfeld und einem Nothalt eines vollbesetzten ICE-Zuges auf der Bahnstrecke Nürnberg – Würzburg in Höhe von Oberlaimbach. Im Vordergrund der Übung standen die Zusammenarbeit zwischen den beiden Führungsebenen (FüGK und ÖEL) und der Einsatzablauf zu den nachgeordneten Einsatzleitungen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei.

Landrat als interessierter Beobachter

Dabei wurden Einzelthemen wie Lagemeldung und -beurteilung, Treffen und Anordnen von Maßnahmen, Feststellen des Katastrophenfalls, Auftragserteilung, Kommunikation, Lagemeldung und Dokumentation sowie Öffentlichkeitsarbeit geprobt. Neben der üblichen Kommunikationstechnik wie Digitalfunk, Telefon und Internet/E-Mails kam auch das Einsatzprotokollsystem (EPSweb) zum Einsatz, mit dem alle bayerische Katastrophenschutzbehörden ausgestattet sind.  Das Übungsgeschehen und die anschließende Nachbesprechung wurde aufmerksam und interessiert von Landrat Helmut Weiß verfolgt. Übungsende war gegen 13 Uhr.

Im Anschluss lud Landrat Weiß alle Beteiligten zu einer warmen Brotzeit ein und bedankte sich für die aufgebrachte Zeit und das besondere Engagement, das regelmäßig bei derartigen Übungen von allen Beteiligten gezeigt wird. Landrat Weiß: "Derartige Einsatzlagen können nicht oft genug geübt werden. Mit der Nähe zum Nürnberger Flughafen und den beiden überregionalen Haupteisenbahnstrecken, die durch den Landkreis gehen, können größere Unglücksereignisse leider nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Im Falle des Falles erfordern sie ein rasches und professionelles Eingreifen aller Verantwortlichen des Katastrophenschutzes."

nb

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