Dienstag, 12.11.2019

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"Elterntaxis" in Neustadt im Visier

MdL Gabo Schmidt warnt vor gefährlichen Situationen - 17.10.2019 16:52 Uhr

ACE-Regionalbeauftragter Matthias Penkala und MdL Gabi Schmidt verteilen Traubenzucker an die "Zu-Fuß-Geher" vor der Comenius-Schule. © Manuel Liebich


Dies stellte die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt bei einem Ortstermin zum Schulbeginn fest, bei dem sie mit dem Regionalbeauftragten Auto Club Europa (ACE), Matthias Penkala, die Situation beobachtete. In seiner 15. bundesweiten Clubinitiative zur Verkehrssicherheit unter dem Motto "Goodbye Elterntaxi", nimmt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, den täglichen Hol- und Bringverkehr vor Schulen ins Visier.

Viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten sowie riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen. "Hinzu kommt, dass durch das Bringen per Auto die zu erlernende Verkehrskompetenz und gesunde Bewegung für die Kinder auf der Strecke bleiben". Deshalb hat sich die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Gabi Schmidt, als lokale Schirmherrin an dieser Aktion beteiligt. Mit dem ACE-Regionalbeauftragten Penkala zählte sie die Anzahl der Elterntaxis an der Neustädter "Comenius-Grundschule" und verteilte Warnwesten sowie Traubenzucker an die "Zu-Fuß-Geher".

Zehn Fahrzeuge rangierten gleichzeitig

Von den am Morgen erwarteten 186 Schülern der Grundschule wurden 20 mit dem Auto gebracht. "Das entspricht einer Elterntaxi-Quote von nur knapp 11 Prozent", so Penkala. Eine erfreuliche Quote, doch stellte Gabi Schmidt fest, "dass es dabei jedoch zu teils gefährlichen Situationen kam. Vor allem kurz vor Schulbeginn ist der obere Parkplatz überlastet, da Busse und Eltern zusätzlich Schüler zum Friedrich-Alexander-Gymnasium bringen. Teilweise rangierten gleichzeitig zehn Fahrzeuge. Beim morgendlichen Stress kommt es dabei zu gefährlichen Situationen, in denen gerade ein kleines Kind übersehen werden kann."

Der ACE rät kurze Schulwege zu Fuß, per Fahrrad oder Roller zurückzulegen – zu Beginn in Begleitung der Eltern, später selbständig. Der vermeintlich sichere Pkw gilt hingegen für Insassen als auch andere Verkehrsteilnehmer als ein unterschätztes Risiko: "Nicht unwesentlich ist die Gefahr, als Mitfahrer im Auto oder beim Ein- und Aussteigen zwischen hohen Autotüren zu verunglücken". Ziel der ACE-Verkehrssicherheitsaktion ist es deshalb, Eltern, die beispielsweise im Halteverbot, in der zweiten Reihe, auf dem Radweg oder Zebrastreifen parken, auf die durch sie verursachte Unfallgefahr aufmerksam zu machen und sie zum Nach- und Umdenken zu bewegen.

"Voraussetzung dafür, dass Kinder ihren Schulweg sicher und eigenständig zurücklegen können, ist auch eine gute Verkehrsinfrastruktur. Der ACE fordert ein starkes politisches Engagement, damit Fuß- und Radwege sicher gestaltet und ausgebaut werden – beispielsweise mit Hilfe von zusätzlichen Querungshilfen, wie Zebrastreifen oder Ampelanlagen", so Matthias Penkala. Nur so ließen sich Eltern zum Umstieg ihrer Kinder überzeugen – vom passiven Mitfahrerkind im Elterntaxis zum aktiven Verkehrsteilnehmer.

Frische Luft kann nicht schaden

"Als Mutter ich habe natürlich Verständnis dafür, dass es manchmal nicht anders geht als mit dem Elterntaxi", erklärte Gabi Schmidt bei dem Ortstermin.  Wenn es ab und zu das Elterntaxi sein muss, rät sie, die Kinder zumindest 300 bis 400 Meter im Umfeld der Schule aussteigen zu lassen, damit diese die letzten Meter zu Fuß gehen und das Verhalten im Straßenverkehr erlernen können. "Außerdem schadet Frischluft und der Kontakt zu den Klassenkameraden vor Unterrichtsbeginn auch nicht", so Schmidt.

Die Ergebnisse der bundesweiten ACE-Clubinitiative werden im Nachgang mit zahlreichen Schulen ausgewertet und mögliche Lösungsvorschläge erarbeitet, die den Schulweg vor Ort sicherer machen. Die Auswertung der Beobachtungen vor Deutschlands Schulen insgesamt ist für Winter 2019 geplant.

nb

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