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Erschwerter Start von Bürgermeister Meier in dritte Amtsperiode

„Suchet der Stadt Bestes“ - 07.05.2020 15:24 Uhr

Bei allen Einschränkungen durch die von Corona „gewaltig ins Wanken gebrachte kommunale Handlungsfähigkeit“ sollen die Arbeiten für den Neubau des Feuerwehrhauses noch in diesem Jahr beginnen.

© o.n.


Diese sollte die Antrittsrede von Neustadts Erstem Bürgermeister Klaus Meier prägen, der auch seine dritte Amtszeit unter den Leitsatz "suchet der Stadt Bestes" stellte und dazu den Stadtrat in einem konstruktiven Miteinander aufrief. In auch aus finanzieller Sicht deutlich schwieriger gewordenen Zeiten müsse man "mehr denn je immer das ‚große Ganze‘ im Blick haben" und dürfe "im Stadtrat keinesfalls mit politischen Rangeleien und Kleinkriegen unsere Zeit und Kraft vergeuden". So setzte Meier "auf breite Unterstützung und klare Mehrheiten bei unseren zukünftig noch schwieriger werdenden Entscheidungen, die wahrscheinlich in manchen Bereichen auch unpopulär ausfallen müssen".

Auch an die besonders willkommen geheißenen fünf neuen Ratsmitglieder war der Appell des Ersten Bürgermeisters gerichtet: "Lasst uns auch weiterhin das ‚Miteinander‘ in den Vordergrund stellen und alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen, zum Wohle unserer Stadt und unserer Ortsteile!" Was erst vor wenigen Wochen im Wahlkampf noch als Vorhaben und Ziele verkündet worden sei, müsse "unter innerhalb kürzester Zeit grundlegend veränderten Rahmenbedingungen sehr genau auf den Prüfstand gestellt werden". Die Jahre der Rekordergebnisse in ganz vielen Bereichen seien erst einmal für längere Zeit vorbei und die kommunale Handlungsfähigkeit werde gewaltig ins Wanken geraten.

Neubaubeginn für Feuerwehrhaus "gesetzt"

Als "unverrückbar" und "gesetzt" nannte Bürgermeister Klaus Meier neben der Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte in Hasengründlein und der Generalsanierung der Schloss-Grundschule bereits seit langer Zeit beschlossene Projekte wie das dringend benötigte Feuerwehrhaus: "Dessen Neubau sollte auf jeden Fall noch in diesem Jahr begonnen werden, um den 365 Tage im Jahr ehrenamtlich und aufopfernd tätigen Kameradinnen und Kameraden ein eindeutiges Signal in die richtige Richtung zu geben".

Auch die zeitnahe Schaffung weiterer neuer KiTa-Plätze bleibe eine wichtige Aufgabe, ebenso müssten "die Planungen für die neuen Baugebiete müssen in jedem Fall weitergeführt werden, da die Stadt aktuell keinen einzigen Bauplatz mehr zu verkaufen hat", so Meier mit der Einschränkung: "Sicherlich müssen wir die Dimension der Erschließungsmaßnahmen auf den Prüfstand stellen und eventuell auch mit mehreren Bauabschnitten in die endgültige Planung gehen". All diese Überlegungen müssten sich nach der zukünftig noch vorhandenen Nachfrage richten, denn es sei nicht auszuschließen, dass durch die in vielen Bereichen sehr schwierige Lage am Arbeitsmarkt der Wunsch nach einem Eigenheim nun von vielen längerfristig zurückgestellt werden müsse.

Erscheinungsbild eine Herzenssache

Das Erscheinungsbild der Stadt und der Ortsteile sowie der Zustand der Straßen und Wege dürften trotz der zu erwartenden finanziellen Probleme in den kommenden Jahren nicht vernachlässigt werden , führte der Bürgermeister weiter aus: "Denn vor allen dies macht unsere Stadt lebens- und liebenswert, was mir auch weiterhin sehr am Herzen liegt". Stärken und wertschätzen, was oft gar nicht mit großem finanziellem Aufwand verbunden ist, müsse man auch weiterhin alle ehrenamtlichen Aktivitäten in unserer Stadt und den Ortsteilen. Er sei sehr froh, "dass es gerade bei uns so viele Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die sich hier, in welcher Form auch immer, wunderbar für die Allgemeinheit einbringen. Ohne dieses vorbildliche Engagement wäre in unserer Stadt ganz vieles nicht möglich!"

Auf das wunderbare bürgerschaftliche Engagement vieler Mitmenschen in aktuell schwerer Zeit zeigte sich Erster Bürgermeister Klaus Meier stolz. Die Welle der Hilfsbereitschaft sei wirklich überwältigend. Sofort seien ehrenamtliche Corona-Hilfen gestartet worden, wozu er beispielhaft die Initiative "Quarantäne Engel-Neustadt bleibt daham, aber zamm" nannte, die von Esther Feichtner initiiert wurde. Aber auch viele weitere Personen und Gruppen böten ihre Unterstützung an, insbesondere mit Einkaufshilfen und kleinen Hilfsdiensten: "Das finde ich ganz hervorragend, denn was hier entsteht, ist eine riesige Chance für das zukünftige soziale Miteinander, auch nach Corona".

Wunsch für Zeit nach "Corona"

Er würde sich sehr wünschen, so Meier, "dass wir dann nicht wieder zu einem "Jeder ist sich selbst der Nächste" zurückkehren und dass wir alle die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und einander zuzuhören, sowohl in den beruflichen, als auch in den privaten Alltag übernehmen". Zudem wünsche er sich, dass nach den Jahrzehnten der schnell fortschreitenden Globalisierung wieder der lokale und regionale Gedanke mehr in den Vordergrund rückt, vor allem bei Lebensmitteln und nicht zuletzt bei lebenswichtigen Gütern wie Medikamenten und medizinischen Artikeln, wie Atemschutzmasken, wo wir uns in eine gefährliche Abhängigkeit von China begeben haben, was wir jetzt in dieser Krisensituation schmerzlich erfahren mussten".

In der momentanen sehr schwierigen Situation merke nun auch noch der Allerletzte, das auch die kleineren Krankenhäuser, wie unsere Kreiskliniken, im Ausnahmefall ungeheuer wichtig sind und viele Menschenleben retten können, konnte der Bürgermeister der Übereinstimmung mit dem in der "NeuStadtHalle" tagenden Stadtrat sicher sein.

o.n.

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