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Erste virtuelle Arbeitstagung - Landfrauentag im Freien?

Ortsbäuerinnen erhielten Einblick in Orthopädie-OP - 22.04.2021 11:40 Uhr

Kreisbäuerin Renate Ixmeier (oben links) freute sich über die rege Teilnahme der Ortsbäuerinnen und Stellvertreterinnen an der ersten virtuellen Arbeitstagung. Foto: nb

22.04.2021 © nb


Hauptreferent des Abends war Dr. med. Mathias Bender, Chefarzt der Orthopädie der Kreiskliniken des Landkreises Neustadt/Aisch – Bad Windsheim. Er stellte den seit einiger Zeit im Endoprothetikzentrum Bad Windsheim in Betrieb befindlichen OP Roboter vor und wie damit gearbeitet wird. Endoprothetik wird in der Klinik seit 1980 ausgeführt, so dass man bereits über eine lange Erfahrung verfügt. Im Jahr 2017 wurden über 900 endoprothetische Eingriffe mit einer sogenannten Maximalversorgung durchgeführt.

Ein weiterer Behandlungsaspekt ist das "Rapid Recovery", das heißt die ganze Behandlung ist auf eine möglichst schnelle und umfangreiche Genesung des Patienten ausgerichtet. Die Patienten kommen am Tag der OP in die Klinik, werden operiert und bereits nach ein bis zwei Stunden wieder mobilisiert, laufen also bereits wieder. "Zurück ins normale Leben schon am OP-Tag!" lautet die Devise einer Methode, die laut Dr. Bender viele Vorteile bringt: die Patienten haben nur kurz eine Infusionsnadel, tragen keine Thrombosestrümpfe und kein Krankenhaushemd, haben keinen Dauerkatheter , keine Infusionsflaschen, keine Schmerzkatheter und auch keine Redondrainagen. Sie gehen schnellst möglich wieder selbst zur Toilette, und dürfen duschen.

Kollege Roboter in präziser Teamarbeit

Im Jahr 2020 gab der Kreistag "Grünes Licht" für die Anschaffung eines OP Roboters, um den Klinikstandort Bad Windsheim dauerhaft zu stärken. Mit der Kombination Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, Rapid Recovery und OP-Roboter sollte er deutschlandweit der Erste sein. Bereits seit dem Jahr 1982 habe es immer wieder Versuche gegeben, Roboter in Operationssälen zur Unterstützung der Ärzte zu etablieren. Auch hier habe es eines langen Weges, bis jetzt endlich die dritte Generation der OP Roboter zu einem wirklich erfolgreichen Werkzeug im OP geworden seien, erfuhren die Ortsbäuerinnen. Die Entwicklung habe erst jetzt so richtig Fahrt aufgenommen. Wie bei allen digitalen Werkzeugen gehe die Technik jetzt rasant voran. Die heutigen Roboter hätten viele Vorteile, die im Laufe der Jahre entwickelt worden seien, schilderte der Bender die Praxis, in der der Operateur bleibt immer noch der Chef in der OP, der Roboter ein Werkzeug bleibe. Er operiere nicht alleine, sondern werde vom Operateur geführt.

Dieser habe mit dem Roboter erstmals die Möglichkeit die Präoperative Planung 1:1 im OP um zu setzen. Dies steigere die Qualität und Sicherheit der Operation. Der Operateur könne mit dem Roboter hoch präzise arbeiten ohne den Patienten zu gefährden, die Operation werde sogar noch sicherer gemacht. Das Wichtigste seien immer noch das Vorgespräch und die Voruntersuchungen, die der Arzt durchführe und danach die OP plane. Durch ein CT sei es möglich ein 3-D Modell des Kniegelenks am Computer zu erstellen, in das dann ein Implantat geplant werde. Somit werde punktgenau die Größe und Position des Implantats festgelegt. Durch diese festgelegten, geplanten Punkte werde es möglich, dass sich Operateur und Roboter gegenseitig kontrollierten und praktisch keine Fehler oder Verletzungen passieren könnten, führte der Chefarzt aus.

Breite Palette von Online-Veranstaltungen

Im weiteren Verlauf des Abends präsentierte KB Ixmeier eine Übersicht über die bereits sehr erfolgreich angebotenen Onlineveranstaltungen im BBV Bildungswerk. Angefangen beim Bayernatlas, über den richtigen Rosenschnitt bis hin zu Plastik vermeiden im Haushalt – es war ein bunter Blumenstrauß an Veranstaltungen, die durchweg gut gebucht waren. Weiterhin machte sie auf bevorstehende Seminare aufmerksam. So sind spezielle Treffen für junge Landfrauen unter dem Motto "Ladies Landluft, Lebensträume", oder ein Seminar für Existenzgründerinnen in Sand am Main geplant. Für die Landfrauen, die bereits die Kinderzeit hinter sich haben wird es ein zweitägiges Seminar unter dem Titel "Powerfrauen" in Herrsching am Ammersee geben.

Ixmeier berichtete zudem über die Aktivitäten und Möglichkeiten zur Umsetzung des Schulfachs "Alltagskompetenz", "Landfrauen machen Schule", "Frühstück am Bauernhof", "Qualität vom Hof" und noch viele Onlineseminare, die auch speziell für das Ehrenamt angeboten werden. Große Spannung berge auch der Punkt "Landfrauentag", so die Kreisbäuerin. Dieser Tag ist traditionell der Höhepunkt im Jahr der BBV Landfrauen. Nach Ansicht von Ixmeier ist es "das ganze Paket", das diesen Tag besonders macht, nicht nur der Vortrag, weshalb man hier von einer Online-Veranstaltung absieht und hofft, dass man diesen besonderen Tag vielleicht im Sommer als Freiluftveranstaltung abhalten kann.

Fahrten vorerst ausgesetzt

Auch alle Fahrten (Ortsbäuerinnen-Ausflug nach Augsburg, die Mehrtagesfahrt an die Nordsee und die Eintagesfahrten in das Rhein-Main-Gebiet) sind derzeit ausgesetzt und können erst wieder geplant werden, wenn es auch erlaubt sein wird mit einem Bus zu verreisen. Im letzten Teil des Abends informierte Geschäftsführer Rudolf Meth über "Aktuelles aus der Verbandsarbeit". Themen wie Düngeverordnung, Insektenschutzgesetz, Förderprogramme, aber auch die Probleme bei der Umstellung des Agrardieselantrags kamen hierbei zur Sprache. Personelle Veränderungen an der Geschäftsstelle und die momentanen Möglichkeiten der Beratung wurden von Meth ebenso vorgestellt, wie auch die Gründung der Interessensgemeinschaften zu den Roten Gebieten.

Nach knapp zwei Stunden bedankte sich stellvertretende Kreisbäuerin Petra Vicedom bei allen Teilnehmern für den gelungenen und informativen Abend und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diese Art der Arbeitstagung einmalig sein solle "und wir uns alle bald wieder in Präsenz treffen können".

nb

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