Erneut keine Sammlung der Christbäume

Feuerwehr Neustadt: Einsatzbereitschaft hat höchste Priorität

4.1.2022, 18:02 Uhr
Die Feuerwehrjugend war in knapp zwei Jahrzehnten mit großem Eifer dabei, Christbäume einzusammeln. Nun verhindert dies zum zweiten Mal die Pandemie mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen.

Die Feuerwehrjugend war in knapp zwei Jahrzehnten mit großem Eifer dabei, Christbäume einzusammeln. Nun verhindert dies zum zweiten Mal die Pandemie mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. © o.n.

Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und sie auch erst in den letzten Dezembertagen getroffen, ließ der stellvertretende Kommandant Christian Klama wissen: Unsere höchste Priorität hat nach wie vor - wie bereits seit Beginn der Pandemie – "die Aufrechterhaltung unserer Einsatzbereitschaft im Interesse der Sicherheit der Stadt und ihrer Bürger". Aus diesem Grund bemühe man sich "weiterhin, eine Vermischung unserer Einsatzkräfte wo immer möglich zu vermeiden". So sei zum Beispiel seit Anfang Dezember der "normale" Dienst- und Übungsbetrieb erneut ausgesetzt worden und auch nicht zwingend notwendige Treffen unterblieben.

Diese Christbaumsammelaktion hatte nach Auskunft des Ehrenvorsitzenden Johann Schmidt der damalige Kommandant Werner Sandmann 2001 ins Leben gerufen. Wies bei der Premiere der Jahresbericht "rund 50 Bäume" aus, sollten die Zahlen rasch steigen und über 329 im Jahr 2008 und 348 im Jahr 2013 nach Drei-König 2020 das Rekordergebnis von 463 Bäumen erreichen. Und das nur in der Kernstadt, auf die man die Aktion nach wenigen Jahren konzentriert hatte, während anfangs mit großem logistischem Aufwand auch die Ortsteile einbezogen waren.

Die Sammlungen sind Sache der engagierten Jugendfeuerwehr, unterstützt von erwachsenen Kräften (beispielsweise als Fahrer). Ein Einsatz, den viele Bürger, die ihre Weihnachtsbäume zur Abholung bereitstellten, gerne mit mehr als dem erbetenen Betrag von zwei Euro "entlohnten: Da hing auch schon mal ein Zehner am Baum". Der Gesamterlös der Aktionen kommt jeweils zu 100 Prozent der Jugendfeuerwehr zu Gute. Einen wesentlichen Teil des Betrages verwendeten die Jugendlichen 2020 völlig uneigennützig und halfen einem ihrer Kameraden, der bei einem Brand alles verloren hatte, bei der Anschaffung eines neuen Fahrrads.

Der Fleiß beim Einsammeln der Bäume wurde unter anderem mit der Teilnahme an den Zeltlagern der Feuerwehren in Europa belohnt, die beispielsweise in Titisee-Neustadt, Neustadt in Holstein oder Neustadt a.d.Orla besucht wurden. Außerdem fanden die Einnahmen auch für die Beschaffung von Polo-Shirts Verwendung oder bei einem gemeinsamen Pizza-Essen. Die Bäume wurden - wie schon in den Jahren zuvor - zum Heizkraftwerk in der Comeniusstraße gebracht und dort an Ort und Stelle gehäckselt, um sodann als Brennstoff Verwendung zu finden, ließ der stellvertretende Kommandant wissen.

Zum Grund der nun schon zum zweiten Mal abgesagten Sammelaktion erklärte Christian Klama: "Wir haben seit Oktober 2021 durch Corona bedingt den allgemeinen Übungs- und Dienstbetrieb eingestellt, um eine größtmögliche Kontaktreduzierung zu gewährleisten. Bei der Christbaumsammelaktion ist es jedoch so, dass die Jugendlichen -für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr unbedeutend - durch Maschinisten (Fahrer) der Einsatzabteilung Unterstützung bekommen. Trotz Masken sitzt man den halben Tag im relativ engen Feuerwehrauto".

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering sein dürfte, wäre es doch unverantwortlich, "wenn eine Feuerwehr wegen einer Christbaumsammelaktion ganz oder teilweise ihre Einsatzfähigkeit verlieren würde. Die Verantwortung der Bevölkerung in Sachen abwehrender Brandschutz und technische Hilfeleistung, also die Pflichtaufgaben nach dem Feuerwehrgesetz, haben absoluten Vorrang!" Und Klama ergänzte: "Ich vertrete die Auffassung, dass wir als Feuerwehr, solange Mitglieder der Hilfs- und Rettungskette -Klinikpersonal!! - Schwerstarbeit leisten, keine freiwilligen Tätigkeiten außerhalb des Feuerwehrgesetzes durchführen".

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