Sonntag, 08.12.2019

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Filmdoku und Diskussion zur Klimakrise in Neustadt

Die Welt ist noch zu retten - 25.11.2019 10:43 Uhr

Jürgen Osterlänger von der Initiative "Landkreis NEA im Wandel" hatte als Diskussionspartner nach der Filmdoku Aktive von "Fridays for Future" eingeladen. © Harald Munzinger


Die preisgekrönte australische Filmdoku liefert viele Hoffnung machende Beispiele aus aller Welt, dass die Klimakrise und einige andere Krisen noch dazu umgekehrt werden können. Die Filmemacher zeigen zahlreiche erstaunliche Ansätze und bereits verfügbare Lösungen, die nicht erst noch erfunden werden müssen. So könnte bis 2040 das Zusammenleben auf der Erde nachhaltig verbessert werden, wenn Haushalte ihre eigene Energie herstellten und in Batterien speicherten, wenn der Autoverkehr durch Sharing-Modelle ersetzt und Platz für Parkanlagen und "Urban Gardening" frei werde.

"Jeder muss bereit sein"

Die Landwirtschaft könnte mit neuen Methoden wie der aufbauenden Landwirtschaftsmethode oder der Agroforstwirtschaft einen erheblichen Beitrag leisten und den CO2-Spiegel in der Atmosphäre senken und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und Wasseraufnahmefähigkeit mehren, so die Autoren der Dokumentation. Auch im Meer könnte der akuten Bedrohung entgegengewirkt werden. Man müsse "nur bereit sein, jetzt gemeinsam für eine bessere Welt zu arbeiten und neue Wege einzuschlagen". Mit verantwortungsvollem Handeln könnte eine lebenswertere Welt erschaffen. Dezentrale Stromnetze und Versorgungsstrukturen sind zudem viel kostengünstiger und nachhaltiger.

Auch eine andere Ökonomie sei erforderlich. Ein Prozent der Reichsten solle mehr Güter auf sich vereinen als die restlichen 99 Prozent. "Wie wäre es, wenn wir nicht die etablierten, althergebrachten Theorien an den Anfang der Ökonomie stellen, sondern stattdessen die langfristigen Ziele der Menschheit, und versuchten, ein ökonomisches Denken zu entwickeln, das uns in die Lage versetzt, diese Ziele zu erreichen?" so die Ökonomin Kate Raworth im Film. Sie propagiert eine Art neue Weltformel: In der Mitte das gesellschaftliche Fundament, darum der Kreis aus Ökologie, Politik, Wirtschaft, irgendwo darin der ideale Raum: Sicher, gerecht und nachhaltig.

Klimastreiktag angekündigt

Dass das System Veränderung dringend nötig habe, sei vielen klar. Die eigentliche Frage laute: Wie bitte schön soll ein solcher Wandel von statten gehen? In der lebendigen Diskussion im fast vollen Kinosaal kamen zuerst fünf Aktive von "Fridays for Future" (FFF) zu Wort. Sie fordern die Regierungen auf Kommunal- Landes- und Bundesebene auf, die Klimakrise als solche zu benennen und sofortige Handlungsinitiative auf allen Ebenen zu ergreifen.

"Noch haben wir die Chance und damit die Verantwortung, eine Klimakatastrophe abzuwenden", wurde erklärt. Sie erläuterten auch ihre geplante Aktion beim globalen Klimastreiktag am 29. November, an dem sie Klima-"Pakete" mit ihren Forderungen an verantwortliche Politiker übergeben und damit ihre Forderungen und ihren Protest bekräftigen.

Einige Besucher dankten den jungen Klimaschützern für ihr Engagement und dass sie "die Gesellschaft mobilisiert haben". Der Wunsch vieler sei, dass die Proteste weiter gehen und die Politik endlich wirksame Maßnahmen einleitet und die Gesellschaft diese einsieht und mitmacht zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen, berichtet Jürgen Osterlänger von der "Genossenschaft Regional Versorgt". Mit dem mitveranstaltenden "KinoNEA" zeigte er sich "mit dem guten Film und der Diskussion sehr zufrieden".

nb

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