Sonntag, 23.02.2020

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Fische des Himmels: "Drachenkarpfen" im Aischtal

Japanische Glückssymbole bei Museumsbesuch gebastelt - 12.08.2016 14:27 Uhr

Silvia Pertschi und Marianne Teichmann (r.) zogen die Kids in den Bann einer märchenhaften Geschichte um die "Drachenkarpfen", die im Museum entdeckt und gebastelt wurden. © Harald Munzinger


Gespannt lauschten sie zunächst Marianne Teichmann, die aus einem Buch die buchstäblich märchenhafte Geschichte des Jungen Noaki las, den an einem stürmischen Wintertag eine riesige Welle in das Boot des Fischers Taro spülte, der sich mit seiner Frau sehr lange vergeblich ein Kind gewünscht hatte. Für das Paar erfüllte so ein Wunder den schon fast aufgegebenen Traum und ein zweites sorgte dafür, dass der immer klein gebliebene Junge plötzlich zur normalen Größe wuchs.

Ein Fisch, der sich in einen Drachen verwandelte spielte dabei eine geheimnisvolle Rolle. Die großformatigen Illustrationen im Stil des japanischen Künstlers Hokusai vermittelten den Kids das Geschehen ausdruckstark, das in Verbindung mit dem Brauch des japanischen Drachens steht, der noch heute an langen Stangen als gutes Omen durch die Lüfte streicht, wenn ein Kind geboren wird.

Bezug zur japanischen Partnerstadt Hino: die fliegenden Fische als Glücksdrachen vor allem bei der Geburt eines Kindes. © Harald Munzinger


Ein solcher Drache befinde sich auch im Karpfenmuseum, verriet Silvia Pertschi, die sich mit den Mädchen und Jungen auf Entdeckungstour begab, in dem Fische "durch die Wände schwimmen". Auf der sollte aber zunächst interessieren, warum da "so alte fettige Stinkestiefel hängen", deren Bedeutung Pertschi ebenso erklärte, wie am großen Diorama mit den vielen Tierpräparaten das spannende Leben im oder am Weiher, das man mit Fiepen, Quaken oder Geklapper auch belauschen konnte.

Einige der "Feriengäste" des Karpfenmuseums hatten mit den Opas schon Erfahrungen an den Teichen gemacht und wussten, wie ungern dort die Kormorane gesehen werden oder nannten spontan als besondere Merkmale der Karpfen die "Flossenchips". Im Aquarium waren denn auch schnell die kleinen "Aischgründer" ausgemacht, ehe sie beim internationalen Abstecher entdeckt wurden, die "Fische des Himmels", wie die Drachen in Asien auch genannt werden.

Die besondere fränkischen Gattung der "Drachenkarpfen" wird man nun wohl auch entdecken können, wenn sie im Herbstwind über die Wiesen und Felder des Aischtales flattern. Denn am Ende des spannenden Museumsbesuches bastelten die Kids die Fantasiegebilde aus sorgfältigen ausgeschnittenen Schablonen unter der sachkundigen Anleitung der Museumspädagoginnen Silvia Pertschi und Sabine Fink.

hjm

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