Ausstellung in Stadtkirche

Förderkreis Kirchenbibliothek: Schatz darf nicht in Vergessenheit geraten!

6.9.2021, 13:12 Uhr
Mit Bildern und Exponaten hält derzeit deren Förderkreis die Erinnerung an die bedeutende Kirchenbibliothek wach, die er vom Zwischenlager im Landeskirchlichen Archiv wieder nach Neustadt zurückholen will. Foto: o.n.

Mit Bildern und Exponaten hält derzeit deren Förderkreis die Erinnerung an die bedeutende Kirchenbibliothek wach, die er vom Zwischenlager im Landeskirchlichen Archiv wieder nach Neustadt zurückholen will. Foto: o.n. © o.n.

Initiiert wurde die Galerie mit Bildern der Bibliothek sowie einigen renovierungsbedürftigen Büchern vom Förderkreis, der sich um die Rückführung der Kirchenbibliothek bemüht. Dafür wirbt er auch in einem von Dagmar und Dr. Wolfgang Mück gestalteten Flyer um die Unterstützung durch weitere Mitglieder. 35 sind es aktuell, die nach Mitteln und Wegen suchen, um für die wertvolle Sammlung wieder einen sicheren Ort in Neustadt zu schaffen. Den büßte sie im "Kärnter" durch dessen massive statischen Probleme und in der Kirche ein, für die eine neue Elektrik erforderlich sowie auch eine Stabilisierung der Regale im „Receptaculum“ für die schwere Last des wertvollen Bücherschatzes nötig ist.

Diesen hatten vor 500 Jahren die Mönche des Riedfelder Franziskanerklosters St. Wolfgang vor den aufständischen Bauern in einem über der Sakristei der Stadtkirche liegenden Gewölbe in Sicherheit gebracht. Dabei handelte es sich um „Messbücher, Handschriften von unglaublicher Sorgfalt, kunstvoll verziert mit Initialen und Miniaturen sowie Wiegendrucken“, vermittelt der Flyer die Bedeutung der Bibliothek. Dazu kamen über Jahrhunderte von Geistlichen gesammelte „Neuerscheinungen verschiedener Wissenschaftsgebiete – Theologie, Historie, Recht und Medizin“.

Als ein ganz wichtiger Bestandteil der Bibliothek, die einige Tausend historische Drucke und Handschriften – darunter zwischen 1470 und 1500 entstandene sogenannte Wiegendrucke und Inkunabeln – umfasst, gelten die Schriften Luthers und der nachreformatorischen Literatur. Das Fragment der mit weit über 1000 Jahren ältesten Handschrift auf Pergament stammt aus der Zeit Karls des Großen. Ergänzt wird die kostbare Sammlung durch Holzschnitte, Kupferstiche und Karten. Besonders stolz ist man auf die 1493 datierte „Schedelsche Weltchronik“, um die Neustadt von manchen renommierten Bibliotheken beneidet wird.

Spender und Sponsoren willkommen

Dem Förderkreis ist es auch ein wichtiges Anliegen, Bücher zu restaurieren, wozu er um Spenden bittet und immer wieder auf der Suche nach Sponsoren ist. Die Kollekte der Jubelkonfirmations-Gottesdienste am Wochenende kommt eben diesem Zweck zugute. Der als gemeinnützig anerkannte „Förderkreis Kirchenbibliothek der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Neustadt a. d Aisch“ lädt dazu ein, die Ausstellung mit einigen renovierungsbedürftigen Büchern auch am 12. September, dem „Tag des offenen Denkmals“ sowie am 10. Oktober zu besichtigen. Dies ist auch täglich von 10 bis 16 Uhr mit ausgelegten Fotografien möglich. Gerne persönlich mit ihnen Kontakt aufzunehmen, bieten Vorstandsmitglieder des Förderkreises ebenso an, wie Reinhold Ohlmann, der die Kirchenbibliothek jahrzehntelang betreute, die früher von den Geistlichen des Kapitels und den Studierenden der bereits 1438 erwähnten Lateinschule genutzt wurde. Heute greifen Wissenschaftler aus aller Welt zu Forschungszwecken gerne auf diesen Fundus zurück. o.n.

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