Samstag, 18.01.2020

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Freiwilligenzentrum Neustadt bot fachkundigen Rat an

Smartphone und digitale Zusammenarbeit - 08.12.2019 13:39 Uhr

Referent Daniel Lehmann veranschaulicht verschiedene Programme zur Online-Zusammenarbeit. © FWZ/Ludwig


Mit so einer großen Teilnehmerzahl hatte beim Freiwilligenzentrum keiner gerechnet. „Der rege Andrang zeigt, dass das Thema Smartphone viele Menschen vor Herausforderungen stellt und die Nutzung keine Selbstverständlichkeit ist“, so Veronika Polok, Projektkoordinatorin von TRAM. Den Hilfesuchenden standen die beiden Ehrenamtlichen Elsayed und Alsharif aus Ägypten beratend zur Verfügung, die selbst regelmäßig ihr Smartphone im Berufs- und Alltagsbereich einsetzen.

Vor allem das praktische und verständliche Vorführen von Funktionen war dabei eine hilfreiche Methode, um das eigene Smartphone besser bedienen zu können. Umso mehr Nachfragen wurden dann an die Referenten gestellt, die mit der Vorführung und Beantwortung kaum hinterherkamen. Dabei reichten die Fragen von der Nutzung fremder WLAN-Netzwerke und das mobile Internet, über die Nutzung von Messengerdiensten bis hin zum Herunterladen von Apps.

Veronika Polok wies zum Ende der Veranstaltung darauf hin, dass ab nächstem Jahr weitere Smartphone-Sprechstunden geplant seien. Sie werden auf der Internetseite des Freiwilligenzentrums www.freiwilligenzentrum-nea.de und in den lokalen Medien veröffentlicht. „Das Freiwilligenzentrum kann zum Glück durch Bürgerschaftliches Engagement auch im Bereich Digitalisierung gute Hilfe leisten“, stellte ein Teilnehmer fest.

Fachbegriffe „entwirrt“

Bei Cloud-Computing, Collaborative Editing und Projektkollaboration, Webinare und Wikis verstehen viele nur Bahnhof. Um hier für Entwirrung zu sorgen hatte das Netzwerk „über Zaun und Grenze des Freiwilligenzentrum „mach mit!“ der Caritas den Referenten Daniel Lehmann vom „Projekt Digitale Nachbarschaft“ (DiNa) zum Workshop „Online-Zusammenarbeit“ in das BayernLab eingeladen.

„DiNa“ hat sich auf die Fahne geschrieben, Vereine, Initiativen und freiwillig engagierte BürgerInnen für die Chancen des Internets zu sensibilisieren und sie für einen sicheren Umgang mit dem Netz zu qualifizieren. Vielfältig sind die digitalen Schulungsangebote des Projekts. Im Workshop im BayernLab Neustadt ging es schwerpunktmäßig um effektive Wege der Online-Zusammenarbeit.

„Cloud-Computing“ eröffnet die Möglichkeit, dass Daten nicht mehr lokal auf einer Festplatte gespeichert werden, sondern zentral in einer Datenwolke, auf die über das Internet zugegriffen werden kann. Für Vereine und ehrenamtliche Initiativen bietet das Cloud-Computing nach Feststellung des Referenten große Vorteile, denn oft müssten hier große Bilddatenbanken, diverse Organisationslisten sowie Protokolle und Pressemitteilungen erstellt, gepflegt und geändert werden. Mit entsprechender Berechtigung könnten mehrere Personen zeit- und ortsunabhängig auf die Daten in der Cloud zugreifen und Dateien teilen.

„Einzig ein funktionierendes Internet ist Grundvoraussetzung, sonst ist man vom Zugriff ausgeschlossen“, bemerkte Lehmann schmunzelnd als kleinen Nachteil. Im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei es wichtig, einen Cloud-Speicher nach seinem Serverstandort zu wählen. Liegt dieser in Deutschland, so werden die Datenschutzrichtlinien der EU eingehalten.

Dateiverschlüsselung

Es bleibt immer ein leichter Argwohn, dass sensible Daten nicht ausreichend geschützt sind. „Wie kann man seine sensiblen Daten selber verschlüsseln, wenn das der Cloud-Anbieter nicht leistet“, warf auch prompt ein Teilnehmer des Workshops als Frage ein. Hier gibt es eine Reihe von Tools, die auf dem eigenen Rechner lokal installiert werden können. „Auch die Wahl von Passwörtern hat maßgeblichen Einfluss auf Datensicherheit“, bemerkte der Referent. Passwortmanager oder die Passwortkarte seien sehr hilfreich, um über die stetig wachsende Liste an Passwörtern nicht den Überblick zu verlieren.

Durch Programme für Collaborative Editing (gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten) hat eine Gruppe von Personen die Gelegenheit, gemeinsam und auch gleichzeitig Texte zu bearbeiten. Beispielsweise To-do-Listen, Umfragen oder Organisationslisten werden in Echtzeit zusammen online bearbeitet, was bei vielen Anbietern auch inklusive Chatfunktion möglich ist. Die Projektarbeit wird allerdings damit nur dann deutlich vereinfacht, wenn alle Beteiligten ein vertieftes digitales Wissen in diesem Bereich haben.

Wissensaustausch

Jeder Verein, jede ehrenamtliche Initiative hat ein spezielles Know-how in seinem Bereich. Um Erfahrungen und Wissen zu dokumentieren und anschließend zu teilen, können eigene Wikis erstellt werden. Dies sind eigene Webseiten, deren Inhalte von den Besuchern nicht nur gelesen, sondern auch bearbeitet und geändert werden können. Webinare wiederum, in Form von Vorträgen oder Workshops bis hin zu online-Besprechungen, sind seit einigen Jahren eine beliebte Variante überörtlicher Schulungsmöglichkeiten. „Digitale Stammtische wären zum Beispiel für die hiesigen Nachbarschaftshilfen ein großartiges Kommunikationsformat, um den Austausch zwischen den Helferkreise der verschiedenen Orte zu erleichtern.“, findet Agatha Ludwig, Koordinatorin im Freiwilligenzentrum.

Wer konkrete Informationen zu Anbietern der erwähnten digitalen Dienste haben möchten, kann das Freiwilligenzentrum „mach mit!“ unter 09161/888936 oder ueberzaunundgrenze@caritas-nea.de kontaktieren. Weitere Termine des Netzwerkes finden sich unter „www.ueberzaunundgrenze.de“.

nb

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