Landtagsabgeordnete fordert mehr Wachsamkeit

Gewalt gegen Frauen: Dieses Handzeichen kann Leben retten

23.11.2021, 17:58 Uhr
Sich mit Handzeichen nach kanadischem Muster als Opfer von Gewalt bemerkbar zu machen, rät die frauenpolitische Sprecherin der Freien Wähler-Landtagsfraktion

Sich mit Handzeichen nach kanadischem Muster als Opfer von Gewalt bemerkbar zu machen, rät die frauenpolitische Sprecherin der Freien Wähler-Landtagsfraktion © Abgeordnetenbüro Schmidt

Die Gewalt gegen Frauen habe viele Gesichter, führte die Politikerin aus Uehlfeld zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 25. November aus. Da sei zum Beispiel der Ehemann, der immer mal wieder die Hand gegen seine Frau erhebe oder das Mädchen, das aus religiösen Gründen beschnitten wird und dann ein Leben lang mit den Folgen der Genitalverstümmelung leben müsse, sowie die Auszubildende, die in ihrem Betrieb belästigt werde. Schätzungen zufolge hat in Deutschland jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren.

"Gewalt gegen Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen", führt die Abgeordnete in einer Pressemitteilung aus, in der sie zugleich fordert: "Wir müssen hier noch wachsamer werden, um die oft alltägliche Gewalt zu beenden". Aufmerksam machen will die frauenpolitische Sprecherin in diesem Zusammenhang auch auf die von der kanadischen Stiftung für Frauen (Canadian Women's Foundation) entwickelte Handzeichen-Kombination, mit der Gewaltopfer auf ihre Situation hinweisen können und die sich weltweit immer mehr verbreitet.

Dabei wird eine Hand gehoben, wobei die Handinnenfläche nach vorne zeigt. Anschließend wird der Daumen der betreffenden Hand so eingeknickt, dass er auf der Handinnenfläche liegt, und dann die anderen vier Finger langsam über dem Daumen zur Faust geschlossen. "Mit diesen einfachen Zeichen können sich Opfer bemerkbar machen - sei es auf der Straße im Vorbeigehen oder in einer Videokonferenz", so Schmidt, die feststellt: "Leider müssen wir davon ausgehen, dass uns die Corona-Pandemie in unserem Kampf gegen Gewalt gegen Frauen zurückgeworfen hat".

Die Landes- und Kommunalpolitikerin bezieht sich dabei auf Berichte von Hilfsorganisationen, wonach sich in den Pandemie-Monaten mehr Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, hilfesuchend an sie gewandt hätten. "Psychische Belastungen in Folge der Lockdowns und der dadurch bedingte Rückzug ins Private haben in vielen Fällen die häusliche Gewalt und Probleme der Frauen verstärkt", stellt die frauenpolitische Sprecherin der Freien Wähler fest.

All dies müsse jetzt Konsequenzen haben: "Wir müssen die Beratungsstellen stärken und vor allem auch gemeinsam achtsamer sein, was in unserem Umfeld passiert. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an", betont MdL Gabi Schmidt zu einem Thema, das ihr sehr wichtig ist.