Mittwoch, 27.05.2020

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Glatte Nominierung: 100 Prozent für Klaus Meier

Politiker peilt die dritte Amtszeit an - 27.09.2019 16:25 Uhr

Ortsvorsitzender Markus Simon (l.) gratuliert Bürgermeister Klaus Meier zum hundertprozentigen Rückhalt seiner Partei für die dritte Amtszeit. © Harald Munzinger


Mit 100 Prozent der Stimmen sowohl bei der Wahl zum Bürgermeister- wie zum Spitzenkandidaten der Stadtratsliste geht Klaus Meier in den Wahlkampf, den er so nicht nennen, lieber von einem „Ringen um beste Konzepte“ sprechen will. Und so gibt es bei der Versammlung im „Scharfen Ecke“ auch keine parteipolitische Schärfe, eint sie vielmehr der Wille, dem Bürgermeister weitere sechs Jahre für eine „bürgernahe, solide und erfolgreiche Politik“ den Rücken zu stärken. Das kommt in den Vorstellungen der Kandidatinnen und Kandidatinnen immer wieder zum Ausdruck, die sich dafür zum Teil auch ohne Parteibuch zur Wahl stellen wollen.

Gehen mit Elan in den Kommunalwahlkampf: die SPD-Bewerberinnen und Bewerber um ein Neustädter Stadtratsmandat (ohne Michael Schütz und Uwe Bachmayer). © Harald Munzinger


In diese führt Ortsvorsitzender Markus Simon die SPD mit großer Zuversicht, sei es doch gelungen, „eine attraktive Liste mit einem noch stärkeren Potential als bei den letzten Wahlen“ zu erstellen. Im Reißverschlussverfahren reiht sich auf jedem dritten Platz eine Frau ein. Gut durchmischt mit erfahrenen und jungen Kandidaten aus verschiedensten Berufen und mit individuellen Zielen für die Weiterentwicklung der Kreisstadt wird die Liste als Abbild der Bevölkerung Neustadts und seiner Ortsteile gesehen. Komplimente und gute Wünsche zur Wahl gab es per Videobotschaft aus Berlin gab es vom MdB Carsten Träger mitten in den Verhandlungen um das Klimaschutzpaket, das er besser als dessen Ruf wähnt, sowie von Landratskandidat Bernhard Schurz in einem Schreiben.

Mit Liste „sehr, sehr zufrieden“

Bürgermeister Klaus Meier bekannte, dass es ihm angesichts des allgemeinen Zustandes der SPD „vor einem Jahr noch angst und bange gewesen“ sei, ob man überhaupt eine Kandidatenliste zusammenbekomme. Es sei gelungen, für diese engagierte Personen zu gewinnen, so dass er sich mit ihr nun „sehr, sehr zufrieden“ und überzeugt zeigte, dass es gemeinsam in einem wieder ebenso engagierten Wahlkampf gelingen sollte, an den bisher größten Erfolg mit der stärksten Stadtratsfraktion anknüpfen zu können. Aus der scheiden mit Ruth und Walter Billmann sowie Klaus Wölfing zwar drei Leistungsträger aus, stellen sich aber sieben Mitglieder wieder zur Wahl. „Wir brauchen jede Stimme“ motivierte Meier für das darauf zielgerichtete Werben.

Dem Spitzenkandidaten folgen auf der Stadtratsliste Markus Simon (44), Heike Gareis (49), Manfred Dietlein (54), Thomas Scherzer (28), Silvia Maier (51), Stefan Wust (36), Richard Cesinger (56), Lisbeth Betz (60), Volker Schmidt (55), Bernd Schnizlein (71), Ramona Frank (44), Jürgen Brenner (71), Thorsten Lehrer (41), Karen Roberts (35) Ralph Engelbrecht (53), Armin Held (53), Martina Riedel-Folz (51), Michael Kestler (51), Jörg Wägner (40), Anne Falter (54), Michael Schütz (28), Uwe Bachmayer (45) sowie Christine Kestler (53). Gabi Rochholz stellte sich ebenso für die Ersatzliste zur Verfügung, wie Jonas Gareis, Matthias Köthe und Gerhard Gröner, um im Fall des Falles Bürgermeister Klaus Meiers Politik zu unterstützen, mit der „für Neustadt viel erreicht“ worden sei. Wahlleiter Walter Billmann galt das Kompliment für eine recht zügige Abwicklung eines langwierigen Verfahrens der geheimen Einzelabstimmungen.

1000 Einwohner mehr in „Meier-Ära“

Er gehe die dritte Kandidatur „mit großer Überzeugung“ an und werde sich im Fall seiner Wahl im März nächsten Jahres „weiter mit voller Kraft“ für die Fortentwicklung Neustadts einsetzen, erklärte Meier. Die Bilanz der bisherigen elfeinhalb Amtsjahre könne sich sehen lassen, wofür nicht zuletzt ein Zuwachs von 1000 Einwohner in der „sehr lebenswerten Stadt“ sprechen sollte. Dass sie als attraktiver Wohnort begehrt sei, zeigten 350 konkrete Anfragen nach Bauland. Auch wenn aktuell Leerstände in der Stadt eine Herausforderung seien, spiegelten sie eine deutschlandweite Entwicklung, für die der Bürgermeister den „Drecks-Internethandel“ als Ursache ausmachte und kostenpflichtige Rücksendungen als Bremse forderte.

Im Vergleich zum Osten Deutschlands bezeichnete Klaus Meier die Innenentwicklung noch als „wahnsinnig gut“ und betonte, dass es in den letzten zwei Perioden gelungen sei, Neustadt „familienfreundlicher zu gestalten“ und auch „fit für die Zukunft zu machen“. Im Hinblick auf den demografischen Wandel – derzeit sind 200 Einwohner über 90 und 850 zwischen 80 und 90 Jahre alt – müsse neben den Kindern und jungen Familien auch an die Senioren gedacht werden. Behindertengerechte Wege oder die Nachbarschaftshilfe nannte er als erste von der Seniorenbeauftragten Heike Gareis forcierte Schritte, Pläne für betreutes Wohnen in Riedfeld als Stichwort.

Da die wichtigsten erledigten oder laufenden Projekte bekannt seien und die zentralen Wahlkampfthemen in Programmkonferenzen erörtert würden, holte da der Bürgermeister nicht weiter aus. Seine Prognose, dass zum Ende des Jahres die Planung des Feuerwehrhauses am idealen Standort Bahnhofstraße B470-Umgehung in trockenen Tüchern sein sollte, wurde mit Beifall quittiert. Die neue Nutzung des alten Feuerwehrhauses oder die mögliche Kooperation mit Nachbargemeinden für ein weiteres Industriegebiet schnitt Ortsvorsitzender Markus Simon, Themen wie Bildung, gesicherter Klinikstandort, Freizeitgestaltung oder Energie das KandidatInnen-Karussell bei den Kurzvorstellungen an. Für die SPD-Kreistagsliste findet die Nominierung am 12. Oktober in Sugenheim statt.

Harald J. Munzinger

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