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Sonntag, 18.08.2019

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Handwerk bietet viele Chancen

Praktische Prüfungen in den Werkstätten der Berufsschule Neustadt - 24.07.2019 09:00 Uhr

Der Berufsschullehrer Norbert Wanka beaufsichtigt die praktische Prüfung der Hochbaufacharbeiter. © Harald Munzinger


Den Anfang machten zehn Schreiner unter ihnen die einzige angehende Gesellin im Handwerk. In der Werkstatt der Berufsschule mussten sie ihr Können beweisen. Am Samstag, 27. Juli, findet in der Schule ein Fachgespräch statt, das von der Ausstellung der Prüfungsstücke begleitet ist. Diese können von 10 bis 13 Uhr in der Schulaula besichtigt, Können und Kreativität der jungen Fachkräfte bewundert werden.

Die Maurer folgten bei den praktischen Prüfungen, sechs davon aus der Innung Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, elf aus der Fürther und sieben aus der Erlanger Innung sowie zwei aus Uffenheim. Auch bei den Hochbaufacharbeitern waren die 12 Auszubildenden aus den verschiedenen Innungen in den Zwischen- und Gesellenprüfungen. Mit 13 Bock stellte Neustadt/Aisch-Bad Windsheim den größten bei den Zimmerern, von denen vier aus Uffenheim kamen und je einer aus Erlangen, Fürth und Ansbach.

Die Prüfer achteten bei allen Nachwuchskräften auf die maßgenaue Erledigung ihrer Aufgaben, im Fall der Hochbaufacharbeiter auf ein 87,5 Zentimeter hohes Mauerwerk in sieben Schichten, wobei auch auf die Verbundlösung geachtet wurde, wie es Prüfer Norbert Wanka erklärte.

Der freute sich, dass mit sieben Klassen im Bauhandwerk der Schulstandort Neustadt gestärkt wurde und ist guter Dinge, dass man auch für das nächste Jahr "ordentliche Jahrgänge zusammenbringt". Zumal das Handwerk weitaus besser als sein Ruf sei und dem Nachwuchs beste Chancen eröffne, gute Kräfte händeringend gesucht würden und eine langfristige Anstellung gesichert sei. Zudem stünden über den Meister bis zum FH-Studium die Türen für die berufliche Karriere offen.

Gute Erfahrungen macht man nach Wankas Erfahrungen mit jungen Flüchtlingen, die in den Klassengemeinschaften sehr gut aufgenommen seien und „mit gegenseitiger Hilfe mitgenommen würden. "Die Jungs haben großes Interesse an den Berufen" und gäben sich viel Mühe bei der deutschen Sprache, täten sich jedoch mit Fachbegriffen schwer. Die Schule stelle deshalb spezielle Wörterbücher zur Verfügung. Chancen für sie gebe es, sie zu Nutzen liege am Engagement des Einzelnen.

In den handwerklichen Prüfungen mussten sich drei junge Asylbewerber den gleichen Aufgaben stellen, wie ihre deutschen Kollegen. Dass man in den Betrieben noch immer mit Hürden bei der Zulassung von Ausbildungen der Flüchtlinge durch Politik und Verwaltung hadert, wurde am Rande der Prüfungen angesprochen. 

Harald J. Munzinger

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