Montag, 18.11.2019

|

"Hubertusmesse" in Neustadt gefeiert

Parforcehornklänge und Gedanken zur lebenden Legende - 09.11.2019 14:37 Uhr

Pfarradministrator Daniel Bittel und Pfarrer Christian Schäfer (v. l.) bei der Hubertusmesse in der mit dem Symbol der Legende geschmückten Neustädter Stadtkirche. © Harald Munzinger


Mit dem Kreuz im mächtigen Geweih war wiederum die Hubertussage symbolisiert und die Kirche stimmungsvoll-herbstlich geschmückt. Der Klang der Parforcehörner ersetzte die Orgel und vermittelte den starken Bezug von Natur und Jagd, Mensch und Tier.

Aus dem Alten Testament gab der Vorsitzende des Jägervereins, Walter Billmann, mit dem Vermächtnis an Richter und Amtsleute Pfarrer Christian Schäfer das Stichwort für die Predigt. In der ging der Geistliche auf viele Quellen in der Bibel zu Jägern und Jagd mit dem Bezug auf die Gesellschaft ein, sprach den Jägern die Funktion der "Amtsleute mit beschützender gesellschaftlicher Funktion" zu und auch das aktuelle Thema des Waldumbaues an.

Pfarradministrator Daniel Bittel ging der Frage nach, wer der Hubertus "in der Championsleague der Heiligen" war, dessen Legende vom kapitalen Hirsch mit dem Kreuz im Geweih, als Wende in seiner Jagdleidenschaft erst 700 Jahre nach seinem Tod erfunden worden sei. Der junge Edelmann sei nach dem Tod seiner Frau Einsiedler und irgendwann Bischoff von Maastricht und Lüttich geworden. Er werde nicht nur von den Jägern und den Naturschützern mit der "Achtung vor dem Geschöpf" auf das Ehrenschild gehoben, sondern auch von mehr als 80.000 Mitgliedern in Schützenbruderschaften, das Kreuz im Geweih als das Markenzeichen eines hochprozentigen Getränkes genutzt.

Dass die Ursprünge der Hubertusmesse in Frankreich und Belgien lagen, wo sich im Laufe des 19. Jahrhunderts eine spezielle Liturgie unter Mitwirkung der Parforcehörner entwickelt habe, wurde am Rande des Gottesdienstes ein Blick in deren Geschichte geworfen, die in Deutschland erst in den 1950er-Jahren begann. Übernommen wurde die Mitgestaltung der Parforcehörner mit ihrer Klangfülle, die verstärkt durch die Akustik der Stadtkirche für einen würdigen Rahmen des Gottesdienstes sorgten, nach dem der Bläsergruppe Aurachgrund mit Applaus gedankt wurde. Der galt auch dem Jagdhornbläsercorps des Jägervereins, der die Besucher mit Hornsignalen verabschiedete und den Abend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen ließ.

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt