Schlägt auch aufs Gemüt

"Hundertjährigen Kalender" - Das Wetter zum Jahreswechsel

30.12.2021, 16:58 Uhr
Statt weißes Wintermärchen steigende Flusspegel und

Statt weißes Wintermärchen steigende Flusspegel und "Stauseen" in den Aischwiesen. © o.n.

Der Blick in den "Hundertjährigen Kalender" kann dabei kaum aufmuntern, sondern bestärkt eher das Bewusstsein, dass auch ihn der Klimawandel beeinflusst. Schließlich sollte der 30. Dezember "ein sehr kalter und ungemütlicher Tag" sein. Zumindest ungemütlich mochte zutreffen, das Thermometer nach den Bauernregeln aber nichts Gutes verheißen.

Denn diese kündigen an: "Wenn’s im Dezember nicht wintert, sommert’s im Juni auch nicht". Und nur dickes Eis um Weihnachten hätte die Bauern auf ein zeitiges Frühjahr hoffen lassen können. Zutreffen dürfte auch nach dem aktuellen Wetterbericht die "Regen"-Prognose für den letzten Tag 2021 im "Hundertjährigen", einem traditionellen Bestandteil des "Neustädter Kalenders für Haus und Familie", der seit 1828 im Verlag PH. CV. W. Schmidt erscheint.

"Kälter als jemals"

Für den Start in das Jahr 2022 kündigt er bis 4. Januar (weiter) trübes Wetter an. Doch dann soll es bis Mitte des Monats winterlich werden und immer wieder schneien. Auf starken Wind und Kälte muss man sich nach dem "Hundertjährigen Kalender" im letzten Monatsdrittel einstellen, in dem gar "unerhörte" und "grimmige Kälte" vorhergesagt werden. Was sich im Februar sogar noch steigern soll, schließlich wird für den 8. bis 10. "kälter als jemals" prophezeit, und: "In allen Kellern friert es". Insgesamt soll ein trister und kalter Monat mit mal mehr, mal weniger Schnee zu erwarten sein, in dem nur der 20. Februar "warm und schön" angekündigt wird.

Im März soll man sich zum Ende hin auf "sehr schönes Wetter" freuen können, am 5. und 6. auf Sonnenschein sowie am 13. und 14 auf "schöne, aber eisige Tage". Der Rest ist wie gehabt: Regen, Schnee, Wind 8und "sehr kalte Luft". Bleibt also die Hoffnung auf einen schönen April, die sich laut "Hundertjährigem" vom 1. bis 9. erfüllt, ehe 20 Tage mit "Regen und oft sogar noch Frost und Eis folgen". Entschädigen wird nach der Prognose im "Neustädter Kalender" der bis 22. warme Mai, wenn auch mit vielen Gewittern, "aber trotzdem höchst fruchtbar". Zum Ausklang soll sich dann der Wonnemonat allerdings kalt und trübe zeigen.

Wie war doch aus dem nicht winterlichen Dezember in den Bauernregeln geschlossen worden? Dass es auch im Juni nicht sommert! Der soll sogar bis 8. mit Reif und Frost beginnen und auch am 24. und 25. noch einmal kalte und frostige Tage bringen. So dürfte auch weiterhin nicht nur die Pandemie für Verdruss sorgen. Allerdings ist nun der "gute Rutsch" zumindest nicht durch Glatteis oder tiefen Schnee gefährdet.

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