Samstag, 18.01.2020

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Imposantes Bild: Großer Storchentrupp rastet in Neustadt

sorgt abends für ein imposantes BildKirche bietet sicheres Nachtquartier - 13.01.2020 17:53 Uhr

Das hat die evangelische Stadtkirche in Neustadt in ihrer 550-jährigen Geschichte noch nicht erlebt: Sie ist mit umliegenden Gebäuden das Nachquartier eines großen Trupps „Winterstörche“. © Harald Munzinger


Über die Ringnummer versucht er, sie zu identifizieren, das heißt ihre Herkunft auszumachen. Weit über die Hälfte der prächtigen Weißstörche, die sich auf dem Kirchendach, auf dem Kärnter oder auf dem einstigen Progymnasium, gelegentlich auch auf dem Rathaus niederlassen, sei unberingt, stellte Taube fest. Bei einigen waren Ringe wegen Verschmutzung nicht ablesbar, bei anderen wegen ihres ungünstigen Standortes beispielsweise an allen vier Kirchturmecken.

Der Storchenbeobachter des Landesbundes für Vogelschutz geht davon aus, dass auch überwinternde Brutstörche aus dem Landkreis unter den „Kirchenbesetzern“ sind, wobei diese sich mit nur etwa 12 Tieren - bei 82 Paaren im letzten Jahr – „bei uns in Grenzen halten“. Ausmachen konnte Erwin Taube einige Störche, die als „Nestlinge“ im Landkreis beringt worden waren, darunter je einer aus einem Nest in Uehlfeld beziehungsweise Bad Windsheim („Jahrgang“ 2018). Ein weiterer war 2016 in Uehlfeld beringt worden, einer Brutstorch in Öttingen, der im Oktober 2018 in Spanien erfasst worden war und nun hier überwintert. Nach Taubes Feststellungen stammt einer der Störche aus einer 2018-er Brut in Schopfloch. Einer sei 2002 in Rheinhessen beringt worden und damit schon relativ alt. Bemerkenswert findet er, „dass das überwinternde Schauerheimer Paar auf dem eigenen Nest übernachtet, während das überwinternde Ipsheimer Paar - eines von elf - seit Wochen auswärts schläft“.

Nähe zur Futterquelle Deponie

Dass die Übernachtungsgäste die Neustädter Altstadt als Quartier wählten, dürfte nach Einschätzung des Experten mit der nahen Futterquelle Deponie Dettendorf zusammenhängen. Auf der sind die Störche, die zum Schutz vor Prädatoren - wie etwa dem Fuchs – auf hohen Gebäuden übernachten, tagsüber truppweise anzutreffen, oft auch in größerer Zahl in den Aischwiesen zu sehen.

Eine Fütterung sei nicht notwendig, erklärte Erwin Taube gegenüber NN-Online, das die Störche neben dem auf der Deponie „gedeckten Tisch“ derzeit auch auf Wiesen sowie in Gräben und Bächen „was zu futtern finden“. Auch bei starkem Frost brauche man keine Angst um die Störche haben: „Sie halten das aus und selbst bei Schnee und Nahrungsmangel kommen sie 10 bis 14 ohne Futter“. Zudem könnten sie bei einem „Zwischenzug“ in eine schneefreie Gegend ausweichen.

„Bei so einer Truppgröße bietet sich das Neustädter Kirchendach nebst Nebengebäuden an“, erklärt Erwin Taube das imposante Bild der aufgereihten Störche, die vor der Dämmerung anfliegen und Neustadt ein geburtenreiches 2020 verheißen könnten, der Kirchengemeinde vielleicht den gewünschten Zuwachs. In kleineren Gruppen hätten in diesem Winter auch schon Störche auf der Diespecker Kirche und in Schauerheim übernachtet. In Ipsheim seien bis jetzt noch keine aufgetaucht, „da es vielleicht etwas zu weit zu den ‚Futtertöpfen‘ nach Dettendorf ist“.

hjm

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