Überwinterung in Frankreich oder Spanien

In großen Schwärmen in den Süden: Storchenfreie Zeit hat begonnen

8.9.2021, 16:05 Uhr
Bei günstiger Thermik haben sich die meisten Störche schon in größeren Gruppen auf den Weg ins Winterquartier gemacht.

Bei günstiger Thermik haben sich die meisten Störche schon in größeren Gruppen auf den Weg ins Winterquartier gemacht. © o.n.

Die letzten Jungstörche sind bereits vor zwei bis drei Wochen zum Flug ins Winterquartier aufgebrochen. Bevor es soweit war, sammelten sie sich teilweise in größeren Trupps bis zu 60 Jungvögeln, um sich dann bei günstiger Thermik hochtragen zu lassen und fast ohne Flügelschlag abzugleiten. Wenn der Aufwind nachlässt oder der Abend naht, legen sie eine Rast ein, um dann bei guten Bedingungen wieder aufzusteigen.

Viele Altstörche befinden sich seit einigen Tagen ebenfalls auf dem Zug in den Süden. Die letzten werden in etwa 14 Tagen unser Gebiet verlassen haben. Sie schließen sich mit Störchen aus anderen Gebieten zusammen, wodurch zum Teil größere Ansammlungen entstehen.

Interessant wird aus Sicht des versierten Storchenbeobachters Erwin Taube sein, wie sich das zum Teil neue Schauerheimer Paar verhält. Das langjährige Weibchen, das mit seinem Partner viele Jahre im Neustädter Ortsteil überwintert hatte, lag heuer im Frühjahr tot unter dem Horst. Zu erwarten sei, dass das Männchen weiterhin hier bleibe, die Frage jedoch sein, wie sich die junge neue Partnerin, verhalte, die 2019 in Bad Windsheim, Ochsenhof, geboren wurde.

Taube berichtet auf NN-Online-Anfrage, dass „unsere Störche den westlichen Weg einschlagen und meist in Frankreich oder Spanien überwintern. Manche begeben sich noch auf den verlustreichen Weg in die Zahelzone in der Mitte Afrikas, wobei sie bei Gibraltar das Meer kräftezehrend mit Flügelschlag überqueren müssen, da der Aufwind über dem Meer fehlt“.

Eine weitere und gefährlichere Strecke hätten die Störche der östlichen Bundesländern und von Ländern weiter im Osten vor sich, die über den Bosporus das Meer überquerten und weiter über Israel nach Afrika fliegen würden, zum Teil bis nach Südafrika. Der Senderstorch „Schweizerried 1“, Brutstorch in Külsheim, befindet sich nach Taubes Erkenntnissen derzeit bereits in Frankreich. Sein Standort und seine Bewegungen können mittels App „Animal Tracker“ und mit seinem Namen in der Suchfunktion verfolgt werden. Rund 15 Störche hatten die letzten Winter im Landkreis verbracht.

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