Samstag, 18.01.2020

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In Gutenstetten formiert sich eine starke Mannschaft

UWG fester Bestandteil im Landkreis - 11.12.2019 12:34 Uhr

Vorsitzender Helmut Reiß (Mitte) geht mit einer starken Mannschaft zuversichtlich in die Kreistagswahl. © UWG


Der Vorsitzende Helmut Reiß stellte bei der Nominierung der 60 KandidatInnen (plus sechs Ersatzplätzen) eine umfangreiche Liste an Zielvorgaben für die nächste Wahlperiode – die sechste der UWG – vor, die man mit einem starken Team angehen will. Mit 20 Kandidatinnen und jedem Fünften der KandidatInnen unter 40, der jüngste Bewerber gerade einmal 18 Jahre alt ist, blickte Reiß stolz auf den Wahlvorschlag.

„Es gibt viel zu tun, packen wir es an“ lautete sein Appell mit dem zentralen Ziel, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden den Wirtschaftsstandort Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim weiter auszubauen, die Wirtschaftskraft zu stärken. „Platz 70 von 71 Landkreisen in Bayern bei der Umlagekraft darf kein Dauerzustand werden“ so Reiß mit dem Seitenhieb: „Es sei denn, man liebt bei uns vielleicht die ‚Rote Laterne? oder möchte bewusst den Trostpreis erreichen“, wie er dies nach Unternehmerschilderung mit dem Vergleich benachbarter Landkreise anmerkte.

Auf der einen Seite der Autobahn A 3 (Landkreis Bamberg) führe der Landrat persönlich Gespräche mit ansiedlungswilligen Investoren (auch aus dem hiesigen Landkreis) und versichere ihnen, dass er und seine Verwaltung alles daran setzen werden, dass sie bauen, Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftskraft generieren können. Auf der anderen Seite der Autobahn (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) würden bereits genehmigte Standorte nach vier oder fünf Jahren mit der Vorgabe wieder einkassiert, dass sich „ja zwischenzeitlich die Feldlerche angesiedelt“ haben könnte. „Anstatt Chefsache nur Bedenkenträger“ habe dies ein Investor ihm gegenüber kommentiert.

Reiß nannte in einem Zehn-Punkte-Katalog die vorrangigen UWG-Ziele: Bei der notwendigen Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs sei „unser Antrag zum Nahverkehrskonzept wohlwollend aufgenommen“ und inzwischen bei allen Verantwortlichen erkannt worden, dass dies angesichts der Klimaprobleme noch eine völlig neue Dimension erhalten wird. Die Ruftaxis habe man bereits 2014 im Wahlprogramm gehabt.

Der Slogan alleine reicht nicht!

Zur Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim „Mehrregion“ müsse „noch Mehr werden, der Slogan alleine reicht da nicht“, so der UWG-Vorsitzende, der mit der „touristischen Weiterentwicklung“ das Ziel verknüpft, mit Freizeit und kulturelle Vielfalt den Landkreis zu einem „Außenleuchtturm der Metropolregion Nürnberg“ aufzustellen. Reiß sprach ferner die Sicherung der Schulstandorte, die weitere Kultur-, Sport- und Musikförderung, eine Lösung für das Jugendübernachtungshaus sowie die Nutzung staatlicher Förderprogramme an, „soweit uns diese nach vorne bringen“. Dazu ermunterte auch seine Kreistagskollegin und Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, die da bei Landrat und Verwaltung „eine gewisse Passivität“ ausmachte.

Reiß betont die „Landwirtschaft im Einklang mit Natur und Freizeit“, wobei „wir unsere Landwirte als Partner ansehen“ und strebt nach einem Abbau der Bürokratie, in Grenzen gehaltene Personalkosten und – sowie wie möglich – eine Verhinderung weiterer Stellenmehrungen an. Beim Mobilfunk für kleinere Orte sprach Helmut Reiß von einem Trauerspiel, wobei Landkreis und Gemeinden ausbaden müssten, „was die große Politik in Berlin verschlafen hat“. Während G 5 vor der Tür stehe hätten ganz viele Orte im Landkreis nicht einmal eine vernünftige Handyanbindung. Reiß: „So sehen hochgesteckte Ziel der Landesentwicklung, gleiche Lebensbedingungen für alle, nun wirklich nicht aus“.

30 Jahre erfolgreiches Engagement

Man könne „30 Jahre erfolgreiche Arbeit innerhalb der UWG und ein erfolgreiches Engagement bei der Mitgestaltung unseres Landkreises vorweisen“, erklärte er und meinte, dass man stolz darauf sein dürfe, „dass aus dem einstigen Pflänzchen nun ein stattlicher Baum, einschließlich der entsprechenden Kritik an Dingen die uns und so manche Bürgerin und manchen Bürger stören, geworden ist“. Man habe sich nicht gescheut „Dinge deutlich beim Namen zu nennen“ und ziehe konsequent was man beantragt habe. Als Beispiele nannte Helmut Reiß die Abstimmung zur Abschaffung Hare-Niemeyer, eine TTIP-Resolution oder die Aufforderung Flüchtlinge arbeiten zu lassen.

„Ich bin stolz darauf, dass unsere Spitzenkandidatin der UWG-Liste mit Gabi Schmidt erstmals eine Abgeordnete des Bayerischen Landtages ist“, führte der Vorsitzende aus. „Wer hätte 1990 gedacht - im Kopf hatten manche von uns das schon - dass wir den Landtag und den Bezirkstag erreichen, geschweige denn seit über einem Jahr in Bayern auch noch mitregieren“. So gehe Politik von unten nach oben und nicht umgekehrt und zeige, „dass es Politik aus einem Guss nicht nur mit der CSU in Bayern gibt“.

Schade fand es Reiß, „dass es diesmal keinen Kandidaten für den Landrat aus dem Freien und Unabhängigen Lager gibt“ habe man sich doch viermal dieser Herausforderung gestellt, mit Landrat Walter Schneider dabei ja auch erfolgreich. Das letzte Mal habe er gewollt, aber man ihn nicht: „Diesmal will ich auch nicht mehr“.

Keine Protestwahl auf lokaler Ebene

Besorgt ging Reiß darauf ein, dass sich „angesichts der politischen Verwerfungen in unserem Lande auch auf der Kreisebene die politische Landschaft verschieben“ werde. Mit zwei neuen Listen werde der Stimmzettel über einen Meter breit und es sicher nicht einfach werden. „Ich fände es nur schade, wenn alle, die bei Bundestag, Europa- und Landtag Protest gewählt haben dies einfach auch noch auf die kommunale Ebene übertragen“. Hier sei Sachpolitik am und mit dem Bürger und keine Ideologiepolitik gefragt, so der UWG-Vorsitzende in Übereinstimmung mit der Versammlung.

Die stimmte geschlossen der Vorschlagsliste mit KandidatInnen quer durch den östlichen Landkreis zu, die von der Landtagsabgeordneten und Kreisrätin Gabi Schmidt sowie ihren Kreistagskollegen Helmut Reiß, Walter Prechtel und Helmut Roch angeführt wird. Es folgen Markus Stubenrauch, Andreas Scholz, Christian Berger, Hans-Jürgen Regus, Siegfried Schönleben, Siegfried Faust, Gabi Lichtenberg, Roland Schmidt, Jutta Weiß-Schnappauf, Peter Meyer, Tanja Riedel, Michael Brunner, Anne Billenstein, Wolfgang Kuhn, Lore Flory, Helmut Böse. Barbara Weber, Jürgen Meyer, Angelika Schmitt, Tobias Weiskirchen, Lydia Wieland, Joachim de Wendt, Jana Schirmer, Günther Humann, Martima Wawroscheck, Dr. Carolus Schenke, Bettina Schütz, Werner Wohlleb, Janine Grob, Stephan Sembritzki, Katharina Kemmer, Madlen Sandmann, Dr. Gunnar Klaffenbach, Anna Scheuenstuhl, Dr. Charly Masanetz, Karin Teufel, Peter Eichner, Birgit Dümler, Detlef Genz, Adelheid Payer-Pechan, Harry Zwech, Antonia Kachelmann, Armin Körner, Norbert Wanka, Franz Kirchdörfer, Klaus Nirsberger, Peter Trapp, Achim Hummel, Jannick Ott, Dominic Herrmann, Dieter Spengler, Gerd Friedrich, Jürgen Wohlleb, Mario Klier und Helmut Rupprecht. Zwei Kandidatinnen und vier Kandidaten stehen als Ersatzleute bereit.

nb/hjm

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