Montag, 09.12.2019

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In Klinik Neustadt in besten Händen

Schlagfallbehandlung im STENO-Netzwerk auf modernstem Stand - 18.10.2019 19:23 Uhr

Das Schlaganfallteam um Chefarzt Dr. Bernhard Fischer (4. v. r.) und Oberarzt Dr. Stefan Walzik (2. v. r.) stellte mit Klinikvorstand Stefan Schilling (3. v. l.) ein Aufklärungsbüchlein über Ursachen und Folgen und Hirninfarkten vor. © Harald Munzinger


Über das mitbegründete STENO-Netzwerk sei man immer auf dem neuesten Stand, biete über die Telemedizin den Standard einer Universitätsklinik und garantiere 24 Stunden rund um die Uhr die neurologische Versorgung, versichert es Direktor Stefan Schilling für den Ernstfall. Als entscheidend für den Erfolg gelte jedoch eine möglichst frühzeitige Behandlung, betonen es Chefarzt Dr. Bernhard Fischer und Oberarzt Stefan Walzik verbunden mit dem Appell an Betroffene und Angehörige, Schlaganfallsymptome ernst zu nehmen und „lieber einmal mehr, als einmal zu spät“ in die Klinik zu kommen.

„FAST“ sind die Erkennungsmerkmale beschrieben, was für Gesicht, Arme, Sprache und Time, also Zeit steht. Jennifer Hetzel aus Obermichelbach hat dies anschaulich in einem praktischen Nachschlagewerk über den Ablauf und die Folgen eines Schlaganfalles dargestellt, das nun von der Klinik in größer Zahl vorgehalten wird. Wenn mit schiefem Mundwinkel kein Lächeln mehr möglich sei, die Arme nicht mehr gehoben werden könnten und das normale Sprechen erschwert sei, sei keine Zeit mehr, sondern der sofortige Notruf erforderlich.

Büchlein soll Bevölkerung sensibilisieren

Hinter der Aufbereitung der schlag-artigen Veränderung auch des Umfeldes von Betroffen mit kindgerechter Illustration steckt die tiefe Problematik einer der häufigsten Erkrankungen weltweit, wie es der Chefarzt der „Medizinischen Klinik 3 mit Stroke Unit“, Dr. med. Bernhard Fischer im Vorwort zur Geschichte „Keine Kirschen für Opa Bär“ mit der gestörten Schluckfunktion schreibt. Mit Hilfe des kleinen „Büchleins mit seiner sensiblen und offenen Kommunikation kann eine nicht zu unterschätzende Sicherheit entstehen, die den Umgang mit der herausfordernden Situation erheblich erleichtern kann“.

Um den Schlaganfallpatienten eine qualifizierte, fachgerechte, zugleich aber auch wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten, sei die Klinik Neustadt dem Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern (STENO) beigetreten, so Dr. Fischer. Damit wird der Patient Spezialisten der neurochirurgischen Unikliniken Erlangen und Bayreuth vorgestellt, kann mit diesen schnellstmöglich das weitere Vorgehen abgestimmt werden, bei dem „es immer um Zeit geht: Denn Zeit ist Hirn“, so der Mediziner mit dem Hinweis darauf, dass „in kurzer Zeit viel Substanz verloren gehen kann“. Die Vernetzung bietet den Vorteil einheitlicher Behandlungsstandards und die Vermeidung unnötiger Verlegungstransporte.

Medizin und Therapie im Verbund

Neben der Medizin auf neuestem Stand in Ausbildung und Ausstattung – die Klinik Neustadt gilt da als sehr gut aufgestellt – ist auch das enge Zusammenwirken mit dem therapeutischen Team darauf ausgerichtet Schlaganfallpatienten schnellstmöglich zu rehabilitieren und damit Langzeitschäden zu vermeiden. Die Ergotherapeutin Elke Kramer wirkt daran ebenso mit, wie die Logopädin Birgit Falkenberg-Dannert, der Neurologe Torsten Wagner und die Physiotherapeutin Claudia Müller, die auch am Wochenende im Einsatz sind. Dass die Arbeit im Team sehr gut funktioniert, bestätigt auch Monika Hüyng (Leitung Intensiv). Gemeinsam werde die Behandlung des Patienten mit der Devise abgestimmt: „Je schneller und besser gearbeitet wird, desto mehr Heilungschancen bestehen“.

Wichtig für die Schlaganfallbehandlung ist nach den Ausführungen von Oberarzt Dr. Walzik „die Prävention erneuter Ereignisse und die Rehabilitation der eingetretenen Einschränkungen, wovon die wichtigsten Schluck-, Sprech- und Bewegungsstörungen sind“. Nach seinen Aufzeichnungen erhielten 98,15 Prozent der Patienten eine Physiotherapie/Ergotherapie, 93,59 Pro0zent eine logopädische Therapie und 94 Prozent ein Screening auf Schluckstörungen. Rehabilitationsmaßnahmen wegen alltagsrelevanter Behinderungen wurden bei 73 Prozent der Patienten durchgeführt.

Da etwa 25 Prozent der Betroffenen gefährdet seien, einen weiteren Schlaganfall zu erleiden wird geraten, die Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck zu minimieren und auch nur kurzzeitig auftretende Signale ernst zu nehmen. Allgemein gilt, dass rund 70 Prozent aller Schlaganfälle theoretisch durch gezielte Vorbeugung verhindert werden könnten. Im Bereich der Sekundärprävention liegt das Risiko für einen erneuten Schlaganfall mit 16 bis zu 30 Prozent innerhalb von fünf Jahren hoch. Die Heimtücke: Der Hirninfarkt kommt „still und heimlich“, kündigt sich anders als der Herzinfarkt, nicht durch Schmerzen an.

Harald J. Munzinger

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