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Integration und Solidarität im Landkreis Neustadt

Auch in der Kreisstadt wurde ein Zeichen für die offene Gesellschaft gesetzt - 18.06.2018 14:50 Uhr

In großer multikultureller Runde klang der "Tag der offenen Gesellschaft" am Lagerfeuer im "NeuStadtGarten" aus. © Harald Munzinger


Unter dem Motto "Integration ist (k)ein Spaziergang" hatte das Caritas-Freiwilligenzentrum "mach mit" mit seinem Netzwerk "über Zaun und Grenze" dazu eingeladen, Integration bei einem Spaziergang zum Ausdruck zu bringen. Aus Dietersheim wurde berichtet, dass sich 25 Konfirmanden aktiv einbrachten. Ein Paar aus dem Iran berichtete über seine Flucht und die Jugendlichen beschäftigten sich mit dem Thema "Integration". In Kleingruppen erarbeiteten sie Ergebnisse und diskutierten. Dem Aufruf der Initiative "Offene Gesellschaft" war man auch in Burghaslach gefolgt, eingebunden in eine große Gemeinschaft von der Nordsee bis zum Alpenrand.

Gerade in einer Zeit, in der "autoritäre Sehnsüchte und Ausgrenzungswünschen immer mehr zu dominieren drohten", wurde es als wichtig bezeichnet, deutliche Signale für eine offene Gesellschaft ohne Ausgrenzung auszusenden. Die Idee, "die hart erkämpfte Demokratie zu feiern" und Mitmenschen an eine gemeinsame Tafel einzuladen, hatte 2017 mehr als 20.000 Menschen dazu bewogen, am ersten "Tag der offenen Gesellschaft" mit individuell inszenierten Aktivitäten "Zeichen für die Demokratie, für Offenheit, Gastfreundschaft, Vielfalt und Freiheit zu setzen".

Tafel im "NeuStadtGarten" gedeckt

Der "multikulturelle NeuStadtGarten" sollte dafür in Neustadt der Treffpunkt sein, an dem "die Tafel für alle gedeckt" war, wie es das zentrale Anliegen des Aktionstages war, zu dem "Jeder kommen konnte". Nichts Neues für den "NeuStadtGarten", der genau dafür angelegt wurde. Nun sollte er Ausgangspunkt für den "Integrations-Spaziergang" sein, der über Oberstrahlbach führte. 46 Personen unterschiedlicher Nationalität und quer durch alle Altersgruppen nahmen daran teil und wurden ein Stück weit auch vom ehemaligen Dritten Bürgermeister Helmut Mondel mit Frau Beate begleitet, der nach einem schweren Unfall langsam zurück in die von ihm engagiert vertretene offene Gesellschaft findet.

Dass sie die Grundlage für Lebensqualität sei, um die Deutschland beneidet werde, gerate in Zeiten von Fake News, Hass und Hetze viel zu oft in Vergessenheit, mahnt die Initiative. Und so wollte auch das Freiwilligenzentrum bewusst machen, "dass Demokratie und eine offene Gesellschaft ein kostbares Gut ist", wie es dessen Leiterin Dorothea Hübner betonte. Unabhängig davon, was die große Politik momentan diskutiere, sollte gezeigt werden, "dass wir mit allen Menschen in unserer Umgebung friedlich und harmonisch leben wollen". 272.475 Schritte brachte die Neustädter Aktion hochgerechnet für den "Tag der offenen Gesellschaft" ein.

Multikulturelle Runde

Der Klang im "NeuStadtGarten" am Lagerfeuer in einem richtig bunten Treiben in großer multikultureller Runde aus, so dass Dorothe Hübner mit ihrem Netzwerk-Team ein sehr zufriedenes Fazit ziehen konnte: "Die Aktion in Neustadt war eine tolle Sache". Von ihr ging die Botschaft aus, dass "wir Freundschaft statt Hetze, Liebe statt Feigheit und Flower- statt Shitstormes brauchen", Politik der Angst den Zusammenhalt zerstört und die Kritik an Problemen nicht den Rechten überlassen werden darf, Optimismus Pflicht sei und "viel mehr Spaß, als das ewige Genöle" mache.

Für das Freiwilligenzentrum ist jeder Tag ein Tag der offenen Gesellschaft, wofür es schon mehrfach hohe Auszeichnungen erfuhr. Eine weitere konnte Dorothea Hübner jetzt für die Ausstellung "Lebenskoffer" entgegennehmen.

Fest der Begegnung

Integration wird in Neustadt auch beim "Fest der Begegnung" gelebt, das am Samstag, 23. Juni, schon zum vierzehnten Mal im Neustädter Schlosshof gefeiert wird. Auch in diesem Jahr hat sich der Verein integra e.V. und die Offene Jugendarbeit der Stadt Neustadt bemüht, ein attraktives Programm zu gestalten. Unter dem dem Motto "Von Irland bis Afrika" dürfen sich die Besucher wieder an internationalen Darbietungen und auch kulinarischen Genüssen erfreuen. 

Harald J. Munzinger

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