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Dienstag, 22.10.2019

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Jägerverein Neustadt: Der Wolf wird kommen

Auch für ein gutes Miteinander wurde geworben - 28.04.2019 18:47 Uhr

Bezirksvorsitzender Volker Bauer (r.) und Vereinsvorstand Walter Billmann (l.) ehrten die langjährigen Mitglieder des Jägervereins Neustadt/Aisch und Umgebung. © Harald Munzinger


Bürgermeister Klaus Meier würdigte auch in Vertretung von Landrat Helmut Weiß das vorbildlich verantwortungsvolle Handeln der Jäger und ihren Beitrag zu Naturschutz und -pflege ebenso, wie ihre wertvolle Aufklärung der Kinder über die heimische Tierwelt im Rahmen des Ferienprogrammes und die Bereicherung der Neustädter Kirchweih mit dem Bläserfrühschoppen als abschließender Höhepunkt. Er warb für einen offenen und fairen Umgang miteinander und kritisierte scharf den rücksichtslosen Missbrauch des Waldes als Rennstrecken. Der neue Bezirksvorsitzende im Bayerischen Jagdverband, Volker Bauer, sah den Jägern ebenfalls mit „Horden von Mountainbikern“ und dem Wald als Spielwiese für Hunde das Leben schwer gemacht. Er regte an, hier den offenen Dialog zu suchen. Der Landtagsabgeordnete betonte die Vorbildrolle der Jäger, mit der sie in der aktuell diskutierten Diversität und Artenvielfalt punkten könnten.

Dass der Wolf kommen werde und man lernen müsse, mit ihm umzugehen, stimmte man bei der Jahreshauptversammlung mit dem Vorsitzenden Walter Billmann überein. Gegenwärtig in den hiesigen Revieren bestenfalls „eine vage Vermutung“, zeigte Volker Bauer eine gravierende Folge für die Kommunen auf, wenn sich der Wolf stark vermehren sollte, viele der derzeit 5000 Hobbyschäfer aufgeben würden und dann die „Bauhöfe die Ranger pflegen müssen“. Bei Problemen müsse es den Jägern möglich sein, „Wölfe zu entnehmen, damit gewachsene Strukturen nicht zerstört werden“. Wie bei der bisher nur prophezeiten Invasion von Waschbären sollte der Wolf jedoch nur eine „Randerscheinung“ bei der „Jagdinventur“ sein, bei der Schwarzwild mit teilweise regional sinkenden Beständen und Rehwild auch bei der Pflichthegeschau die zentrale Rolle spielten.

Die zur Pflichthegeschau ausgestellten Gehörne stießen auf großes Interesse. © Harald Munzinger


Walter Billmann bezeichnete die Rehe als „Seele des Waldes“. Er rief zu vertrauensvollen Miteinander von Waldbesitzern und Jägern, Revierinhabern und- pächtern, auf. Dazu gehörten auch strukturelle Verbesserungen für den Lebensraum des Wildes, wie Ruhe- und Äsungszonen und „Möglichkeiten für uns Jäger, Rehwild sauber anzusprechen und waidgerecht zu erlegen“. Billmann regte ebenso wie die Staatsregierung in Schreiben an die Jagdbehörden regelmäßige Waldbegänge in allen Revieren für dieses gute Miteinander an. Dass bei der Erarbeitung von Leitlinien für die Waldverjüngung die Jäger einzubeziehen seien, machten der Landrat und die Untere Jagdbehörde zu entsprechenden Plänen der Staatsregierung geltend. Mit der Jagdbehörde konstatierte Billmann „eine fast heile Welt“. Das überwiegend gute Verhältnis zur Jägerschaft brachte auch Richard Höfler in der Stellungnahme der Behörde zum Ausdruck, machte aber auch ein paar unumgängliche Regeln wie etwa bei den mit gelegentlichen Überraschungen verbundenen Kontrollen der Waffenaufbewahrung deutlich.

Nach drei Jahren „geordnete Übergabe“

Ein leichtes Amt hatte Friedrich Täuber als Wahlleiter. Einstimmig wiedergewählt wurde Vorsitzender Walter Billmann, der ankündigte, in drei Jahren die Leitung des Jägervereins geordnete in jüngere Hände übergeben zu wollen. Auch Anke Winter wurde einstimmig als Zweite Vorsitzende bestätigt. Als Schatzmeisterin wirkt künftig Sandra Götz aus Eschenbach mit einmütigem Votum, mit dem der stellvertretende Schatzmeister Werner Fischer mit über die erfolgreich geführte Kasse wacht. Tim Barz und Sebastian Barz zeichnen für die Schriftführung verantwortlich, für das Hundewesen Alexandra Schmidt, für die Jagdhornbläser, die mit ihren Signalen bei der Versammlung nicht fehlen durften, Willi Schlicker, für das jagdliche Schießen Friedrich Täuber, für die Öffentlichkeitsarbeit Joachim Fahsl sowie für die Jungjäger Markus Richter, alle nun auch stimmberechtigt in den Vorstand kooptiert. Dem gehören ferner die Beisitzer Albin Busch, Dieter Beck, Robert Hellmuth, Ulrich Leopold und Michael Richter an.

Mit großem Respekt galt Konrad Welß (in Abwesenheit) die Würdigung für 60-jährige Mitgliedschaft im Jägerverein Neustadt, dem seit 50 Jahren Hans Bauerreiss, Karl-Heinz Gellinger, Robert Hellmuth, Horst Mattausch und Gerhard Reß angehören. Sie erfuhren die Ehrung durch Bezirksvorsitzenden Volker Bauer und Vereinsvorstand Walter Billmann ebenso, wie Heinz Eckert, Kurt Eichhorn, Johann Hufnagel und Robert Reiß für 40-jährige Mitgliedschaft. Schließlich wurde auch Harald Brandt, Werner Hackenberg, Günter Hildner, Rainer Neudecker, Fritz Rabenstein und Günther Wagner für 25 Jahre Treue zum Jägerverein Neustadt geehrt. Der wahrte mit Neuzugängen seine konstante Stärke von 303 Mitgliedern, nachdem der Ärger über die Wahl des Präsidiums beim Landesjägertag zu einem Dutzend Austritten geführt hatte. Insgesamt erfreut sich der Bayerische Landesjagdverband über ein stattliches Plus auf aktuell 48.731 Jäger mit stark steigendem Frauenanteil, berichtete Walter Billmann in der festlich dekorierten „NeuStadtHalle“. In der galt der Pflichthegeschau großes Interesse der vielen Gäste mit fachkundiger Beurteilung.

Harald Munzinger

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