Montag, 18.11.2019

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Jubiläum mit Raritäten

50 Jahre Auktionshaus Kube wird mit Spezialsammlung gefeiert - 29.08.2019 16:13 Uhr

Im Jubiläumsjahr veranstaltet Jan Kube vier Auktionen, eine Sonderauktion am 14. September im "Alten Schloss" in Sugenheim. Einen Sonderdruck der Auktionsplakate gab es zum 70. Geburtstag. © Harald Munzinger


Zwei davon fanden bereits im März und Mai statt. Die 3. Auktion, eine Sonderauktion, bietet am 14. September eine bemerkenswerte und nach Einschätzung des Militaria-Experten Jan Kube, "die wohl beste und schönste Blankwaffensammlung seit Jahrzehnten".

Es werden 215 Objekte aus dieser einmaligen Sammlung angeboten, darunter unter anderem ein Richtschwert der  ehemaligen Freien Reichsstadt Speyer, ein Rapier der berühmten Werkstatt Stantler (München und Passau) um 1600, diverse Hirschfänger, einige qualitätvolle ozeanische Waffen und seltenste Pallasche. Ferner finden die wiederum zahlreich erwarteten internationalen Sammler Degen und Säbel aus Dänemark, Frankreich (30 Blankwaffen mit Schwerpunkt napoleonische Zeit), Italien-Savoyen, Österreich (dabei ein  Madonnensäbel aus dem 18. Jahrhundert), Polen, Russland (dabei ein Husarensäbel aus der Zeit Katharina d. Großen, ein Pallasch der Zeit  Zar Paul I., ein Doppeladler-Pallasch Zeit Zar Alexander I., Schweden und USA ( Ehrensäbel aus den Sezessionskriegen) vor.

"Bei den deutschen Ländern" gilt nach Auskunft von Jan Kube, "Kunst- und Krempel"-Experte der Militaria-Sparte, der Offiziers-Reiterdegen aus der Zeit des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1712-1740) als sensationell, von dem bisher kein Exemplar mit der Originalscheide bekannt sei. Absolut selten sei auch ein Dragonersäbel aus Sachsen-Gotha-Altenburg der Zeit Herzog Friedrich III. (1732-1772) und ein ganz besonderes Highlight der feuervergoldete Offizierspallasch aus der Zeit Herzog Ernst-August von Sachsen-Weimar um 1740. Außerdem bietet die Sammlung  prächtige Helme, dabei ein Offiziershelm Modell 1821 der sächsischen Reiter-Regimenter und als  "absolute Rarität" die Grenadiermütze eines Musikmeisters im königlich preußischen Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 aus der Zeit um 1912, "ein Unikat von musealem Rang".

Etliche deutsche Orden und Ehrenzeichen und Ordensspangen runden das Angebot dieser außergewöhnlichen Sonderauktion ab, für die wiederum ein über 300-seitiger farbiger Auktionskatalog aufgelegt wurde. Die Vorbesichtigung der Objekte ist am Freitag, 13. September, von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, eingeschränkt auch am Samstag, 14 September, von 10 bis zum Beginn der Versteigerung im "Alten Schloss" um 12 Uhr. In dem findet am 26. Oktober die große Herbstauktion zum Ende des Jubiläumsjahres statt.

Firmengründung mit 19 Jahren

Erst 19-jährig, gründete Jan Kube sein "Antiquitäten – Militaria"-Geschäft am 10. Januar 1969 in einem angemieteten Kellerraum im Münchner Norden. Bereits im Juli des gleichen Jahres wurde das erste Ladengeschäft im München-Schwabing eröffnet, im Juli 1970 ein wesentlich größerer Laden bezogen und 1974 das Geschäft mit der Gründung des Auktionshauses Kube "Militaria-Auktionen" erweitert. In der Unternehmensbiografie notiert Tochter Michaela Kube mit dem Kauf des ruinösen Alten Schlosses 1975 und nach dessen umfassender Sanierung das Jahr 1983 als markante Daten der steten Weiterentwicklung. Mit über 1500 Gästen wurde am 4. Juni 1983 das neue Kapitel der Firmen- und zugleich auch der Schlossgeschichte geschrieben, am 20. Juni die 39./40. Auktion als erste in Sugenheim durchgeführt, das fortan weltweit zum Begriff für Versteigerungen von Orden, Alten Waffen, Militaria, Literatur und Historischen Objekten werden sollte.

Nur ein Jahr später machte die "50. Auktion mit der Militaria-Sammlung Hitlertagebuchfälschers Konrad Kujau das Alte Schloss mit dem Auktionshaus Kube weltweit in allen Medien der Öffentlichkeit bekannt", beschreibt Michaela Kube das Spektakel mit Polizeibewachung auch aus der Luft in der Firmenchronik. In ihr finden sich auch das 1988 eröffnete, heute weithin bekannte Spielzeugmuseum, die Erweiterung der Geschäftsräume in dem ebenfalls aufwändig renovierten ehemaligen Pferdestall und das Engagement von Jan Kube 1991 für die europaweit bekannte TV-Sendung "Kunst & Krempel". In der ist bis heute sein  Geschichts- und Fachwissen ebenso geschätzt, wie das von Ehefrau Manuela Kube für die Parallelberatung mit ebenfalls profundem Wissen.

Und hohes Ansehen genießt Jan Kube auch in seiner fränkischen Heimat. Die Gemeinde Sugenheim würdigte das mit den Auktionen erlangte weltweite Ansehen 2006 mit der Ehrenbürgerschaft. Die außergewöhnliche Leistung bei der Sanierung und damit Rettung des "Alten Schlosses" als wertvolles Kulturgut der Region fand bereits 2001 Anerkennung mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille an Manuale und Jan Kube. Der genoss bereits bei einem weiteren Jubiläum in diesem Jahr, seinem 70. Geburtstag, höchste Wertschätzung.

hjm

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