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Montag, 17.06.2019

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Jubiläums-Aschermittwoch mit breitem Spektrum in Gerhardshofen

UWG auf dem Olymp - 07.03.2019 21:39 Uhr

Spannten den großen politischen Bogen: Bezirksrätin Elke Eder, Kreisrat und UWG-Vorsitzender Helmut Reiß, MdL Gabi Schmidt und Gemeinderat Andreas Scholz. © privat


So galt denn auch sein besonderer Gruß der "erfolgreichen Landtagsabgeordneten und neuen stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler" Gabi Schmidt, die stellvertretende UWG-Vorsitzende und auch für die UWG im Neustädter Kreistag ist. Einen Seitenhieb auf "Abgeordnete in diesem Landkreis, die gar noch nicht wahrgenommen haben welche Koalition in München derzeit regiert", konnte sich Reiß dabei nicht verkneifen. Auch stolz darauf, dass die Freien Wähler erstmals in Deutschland in einer Landesregierung sind und neben Ministern auch den stellvertretenden Ministerpräsidenten stellen.

Und stolz sollte es auch machen, beim 25. Aschermittwoch Politik von der Gemeinde bis zum Bayerischen Landtag - Europa mit der Abgeordneten Ulrike Müller nicht zu vergessen - präsentieren zu können. "Davon hatten wir vor 30 Jahren, als die UWG gegründet wurde, nur geträumt. Ab der Bezirksebene stehen wir in Bayern in der Verantwortung, das hatten wir bis zum 14. Oktober 2018 auch noch nicht", so Reiß. Bezirksrätin Elke Eder gab denn auch einen kurzen Überblick über die Bezirkstagsarbeit. Andreas Scholz, Vorsitzender der Freien Wähler Gerhardshofen und Mitglied im Gemeinderat berichtete über aktuelle Themen der Lokalpolitik, die auch von Bürgermeistern und Kreisräten im Gästekreis vertreten war. 

Anfang 1995 mit Klaus Schenke

Helmut Reiß erinnerte an den ersten Aschermittwoch der UWG 1995 im Landratswahlkampf mit Dr. Klaus Schenke 95 im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim. 12 Jahre sollte Landrat Walter Schneider Gast und Aschermittwochsredner sein, seit 2014 Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, die zuvor fünf Jahre dem Bezirkstag angehörte. Die Themen seien je nach politischer Stimmungslage in Bayern und im Landkreis unterschiedlich gewesen, so Reiß, der den Bogen vom Transrapid bis zur Windraddiskussion in Dachsbach spannte: "Wichtig war uns dabei immer die Verbindung zur städtischen oder gemeindlichen Politik".

Bei seinem Exkurs durch die Kreispolitik durften seine Anmerkungen in der Haushaltsrede zur zunehmenden Bürokratie nicht fehlen, mit denen er "offensichtlich in ein "Wespennest‘ gestochen" habe. Die werde gebetsmühlenartig bei Neujahrsempfängen an den Pranger gestellt und doch von Jahr zu Jahr schlimmer. Auch schon seit mehreren Aschermittwochs sei dies auf der UWG-Agenda. Als "politisch Verfolgter" wollte er im schwebenden Zwist mit Landrat Weiß zu diesem Thema nicht weiter Stellung beziehen.

Berliner Klinik-Politik gerügt 

Reiß ging auf die Situation der Kliniken im Landkreis ein und beklagte es, "dass die große Politik mit zusieht, wie die letzten kommunalen Kliniken auch noch in die Arme der privaten Klinikbetreiber getrieben werden". Die politische "Lobbyarbeit" für kommunale Kliniken in Berlin und dort wird ja bekanntlich diese Politik generiert, lässt wirklich sehr zu wünschen übrig". Alle bayerischen Landräte seien aufgefordert, "gegen diese Politik, die uns nichts Gutes beschert, mobil zu machen". Beim "Öffentlichen Personennahverkehr" forderte Reiß zielführende Nahverkehrskonzepte, die sich an den zukunftsgerichteten Bedürfnissen der Menschen in diesem Landkreis orientieren". 

Als weitere Themen sprach er das "Haus der Jugend" in Markt Bibart an, zu dem die UWG-Kreistagsfraktion steht zu diesem Haus und damit zu einer Investition für die Jugend in der Zukunft, ferner die planmäßig laufenden Schulbauten in Scheinfeld oder die Anschaffung eines neuen Schulbusses. Die Ende des Jahres als Segen verheißene gelbe kommentierte Reiß abschließend als "umweltpolitischer Blödsinn". 

Schmidt: Rein lakonische Liebe 

Unter dem Motto "Liebesheirat oder Zwangsehe" nahm Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt Stellung zum Beginn der Regierungskoalition. Die CSU brauche einen starken Partner an ihrer Seite. So gelte es in rein platonischer Liebe das Land zu regieren, regional aber getrennt zu marschieren. Das Digitale Gründerzentrum, der Mittelstand sowie Abschaffung der Straßenausbaubeiträge liegen Schmidt nach ihren Ausführungen ebenso am Herzen, wie der Nahverkehr der Zukunft und die Klimaziele sowie ein gutes Europa. Sie setze auf ein sachliches Arbeiten und die Möglichkeit der Mitgestaltung der Bürger: "Das ist repräsentativ". Als "sehr erschreckend" schilderte sie die AfD im Landtag.

Auch aktuelle lokale Themen

In dieser Einschätzung stimmte mit Schmidt Bezirksrätin Elke Eder überein. Diese Geister dürften nicht noch mehr Platz gewinnen, meinte sie mit dem Hinweis auf die Ablehnung einer halben Stelle für die Aufarbeitung der NS-Zeit im Bezirk durch die AfD. Im Sozial- sowie im Bildungsausschuss tätig, stellt sich Eder auf reichlich Arbeit, betont die Wertschätzung der Behinderten und setzt auf Teamgeist unter dem ersten Bezirkstagspräsidenten der Freien Wähler. Das politische Spektrum rundete Gemeinderat Andreas Scholz unter anderem mit dem Gerhardshöfer Dauerthema Rathaussanierung, ging auf das Baugebiet Herbstwiese III und den Lärmschutzwall ebenso ein, wie auf Dorfplätze in Forst und Birnbaum. Jörg Wagner aus Hagenbüchach sorgte für den musikalischen Rahmen und die (Fisch-)Küche des mustergültig sanierten Gasthauses "Krone" für den würzigen Gaumenschmaus. 

hjm

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