Zum Jahrestag der Reichsprogromnacht

Jüdisches Leben in Neustadt und im Aischgrund - Ausstellung in den Schloss-Museen

11.11.2021, 19:28 Uhr
Walter Tropper zeigt im großen Gewölbe Fotografien von Synagogen, Friedhöfen und Mahnmälern in verschiedenen Orten des Aischgrunds sowie darüber hinaus.

Walter Tropper zeigt im großen Gewölbe Fotografien von Synagogen, Friedhöfen und Mahnmälern in verschiedenen Orten des Aischgrunds sowie darüber hinaus. © Museen im Alten Schloss

Die Ausstellung ist auch ein Beitrag zum Deutsch-Jüdischen Jahr 2021, denn in diesem Jahr leben Juden nachweislich 1700 Jahre in Deutschland. Am 11. Dezember 321 hatte der römische Kaiser Konstantin ein Edikt erlassen, das Juden den Zugang zu städtischen Ämtern in der Kurie Kölns ermöglichte. Das Edikt Konstantins ist somit das früheste schriftliche Zeugnis über jüdisches Leben in Mitteleuropa. Dieses besondere Jubiläum wird mit einem bundesweiten Festjahr gefeiert, in dessen Zentrum die öffentlichkeitswirksame Vermittlung jüdischen Lebens heute und seiner 1700-jährigen Geschichte stehen.

Der Geschichts- und Heimatverein beteiligt sich am bundesweiten Geschehen mit seiner Ausstellung, denn auch Neustadt und der Aischgrund haben eine lange jüdische Geschichte! Die ältesten Exponate der Ausstellung sind hebräische Schriften, die einst als Gebetbücher dienten. Von diesen geht die Zeitreise weiter über den Bau der Neustädter Synagoge in der Gartenstraße bis zum Ende der jüdischen Gemeinde Neustadts in der NS-Zeit.

Die Ausstellung zeigt aber auch Fotografien von Walter Tropper, der Synagogen, Friedhöfe und Mahnmäler in verschiedenen Orten des Aischgrunds besucht hat, und zudem auch einen Blick über den Aischgrund hinaus macht. So hat er in Berlin Bilder aufgenommen, die er hier dem jüdischen Leben auf dem Land gegenüberstellt. "Die Ausstellung soll ein Bild davon vermitteln, dass jüdisches Leben ein fester Bestandteil der Geschichte unserer Region ist", so Museumsleiter Jochen Ringer.

Indem sie an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Einwohner und das Ende der Gemeinde während der NS-Zeit erinnert, soll die Ausstellung aber auch zur Mahnung an die heutige Zeit dienen. Aus diesem Grund ist vorübergehend auch das "Offene Buch der Stadt" hier einsehbar, in welchem die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft festgehalten sind. Die Ausstellung ist bis Ende April im "Alten Schloss" zu sehen und kann mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtig werden.

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