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Sonntag, 26.05.2019

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Kästel: Alles in Butter!

Spezielle Kräuterbuttervarianten in Graspapier - 26.03.2019 18:03 Uhr

In der umgebauten kleinen Speisekammer hat Birgit Lindner mit Kräuterbuttervariationen experimentiert, die zu einem besonderen Startup-Erfolg führten. © Harald Munzinger


Gefeiert wird im kleinen Ortsteil Kästel von Gerhardshofen ein Überraschungserfolg, hinter dem allerdings viel Liebe zu Naturprodukten, Freude am Experimentieren und Leidenschaft bei der Entwicklung einer Geschäftsidee steht. An die dachten Birgit Lindner und Sohn Patrick lange nicht beim Schwärmen der Freunde über den großartigen Geschmack der Kräuterbutter, die zum "Pflichtbestandteil jedes Grillevents" werden sollte. Heute schmunzeln sie darüber, dass sich daraus der Anreiz entwickelte, mit der begeistert gerühmten Spezialität einmal "den Markt zu testen".

Der Landkreis bot dazu an seinem "Consumenta"-Stand die Gelegenheit. Der dort erfolgreich gestartete Versuchsballon ermutigte zur Präsentation auf der Fachmesse "Food & Life" in München, auf der es "richtig gebrummt" habe, "die Leute total fasziniert" gewesen seien, so Patrick Lindner stolz auf die Mutter "mit dem genialen Händchen für kulinarische Kreationen". Diese sollten nun noch emsiger in der umgebauten Speisekammer daran gehen, weiter mit Gewürzen und Kräutern zu experimentieren. "Die Ideen dazu kommen einfach" erzählt Birgit Lindner mit heiterem Gemüt, das alle Mühe hinter dem Erfolg überstrahlt.

Tester im Kollegenkreis

Im Freundeskreis und unter seinen Arbeitskollegen findet Patrick Lindner bereitwillige Tester für neue Kreationen, die schließlich perfektioniert werden und zur Kräuterbutter aromatisch oder mild sowie zu den Gemüse-, Kürbis- oder Steinpilzbrotaufstrichen in den Kühlraum im Keller kommen. Als nächste im Bunde kommt gerade die Tomate-Kräuterbutter dazu. Parallel zur Arbeit in der "Kreativküche" befassten sich Birgit und Patrick Lindner monatelang mit der Firmengründung (am 10. April 2018), mit Vermarktungsstrategien, Logo und Verpackung samt Design: Alles aus einer Hand, wie sie sich stolz den Erfolg teilen.

Birgit und Patrick Lindner setzen auch bei der vollbiologisch abbaubaren Verpackung ihres stetig wachsenden Sortimentes "voll auf Nachhaltigkeit". © Harald Munzinger


Der basiert in erster Linie auf dem durchgängigen Prinzip der Nachhaltigkeit und auf der Natürlichkeit aller Zutaten mit so vielen von der Butter destillierend umschlossenen Konservierungsstoffen, dass auf künstliche verzichtet werden kann. Ebenso wie auf viel Salz, das nur vom Geschmack vollaromatischer Kräuter, schmackhafter Wurzeln und frischem Gemüse ablenken würde, die Birgit Lindner fein nuanciert abstimmt. Kurkuma, Zimt oder Vanille gehören dabei ebenso zu ihren Raffinessen wie Ingwer oder Urwaldpfeffer. Mit dem ersetzt sie normalen Pfeffer, oder mit Himalaya- das übliche Salz, verwendet Knoblauch-, Meerrettich und Ingwer stets frisch, wie sie auch mit dem Verzicht auf jegliche Farbstoffe die kleinen Geheimnisse des großen Erfolges preisgibt, der auf natürlich reiner, zertifizierter Bioqualität basiert.

Besondere Geschmackserlebnisse

Neben dem Grundsatz der Frischeprodukte – bezogen auch von ebenfalls nachhaltig denkenden Erzeugern - wird bei der Butterveredelung auf "ganz besondere Geschmackserlebnisse" gesetzt. Und das ganz offensichtlich mit Erfolg, wenn etwa bei der "BioFach" lange vor dem Messeende die kompletten Vorräte der "Steinpilzbutter" verzehrt sind und auch schon ein Vertriebsnetz mit 12 Großhändlern und großen Biomarken aufgebaut ist. Das lässt sich aus der kleinen umgebauten Speisekammer im Anwesen am Ortsrand von Kästel nicht mehr bewältigen, so dass die "Kaestler GmbH" im April größere Betriebsräume in Weisendorf beziehen wird.

Anstoß für umweltfreundliche Verpackungen

Dass nicht nur der Inhalt zu einer ganz eigenen Marke werden sollte, sondern man auch mit der Verpackung außergewöhnliche Wege geht, verweisen Birgit und Patrick Lindner auf das kompostierbare Lebensmittelpapier mit biologisch abbaubarer Beschichtung als Pergamentersatz um die Kräuterbutter, die zusätzlich noch von einem Karton aus Graspapier geschützt ist. Aus dem ist auch das Werbematerial, sodass Abfall im Unternehmensvokabular nicht vorkommt. "Auf Altpapierbasis hergestellt wird während dem Herstellungsprozess des Isolationsmaterials nur extrem wenig Energie verbraucht und weder Wasser noch Boden belastet", versichern Birgit und Patrick Lindner. Sie wollen "von A bis Z nachhaltig sein" und würden damit gerne über das eigene Unternehmen hinaus damit etwas bewirken, einen Anstoß für weniger Plastik- oder andere umweltbelastende Verpackungen geben.

Innovation aus einem romantischen Winkel Frankens: Kästel, neben interessanter Geschichte schon in zahlreichen Publikationen zum Synonym für nachhaltiges Wirtschaften geworden. 

Harald J. Munzinger

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