Donnerstag, 21.11.2019

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Knapp 500.000 Euro in Bauwerke und Wege investiert

In Dachsbach wurden zwei neue Brücken eröffnet - 24.06.2019 21:18 Uhr

MdL Hans Herold, Planer Frieder Müller-Maatsch, MdL Gabi Schmidt, Bürgermeister Hans-Jürgen Regus und Landrat Helmut Weiß gaben mit dem symbolischen Bandschnitt die neuen Brücken in Dachsbach offiziell frei. Foto: Harald Munzinger © Harald Munzinger


Unter den zahlreichen Festgästen der Freigabe der Brücken über die Aisch und den "Hallerbach" sprach die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt die ihrer Ansicht nach unrühmliche Rolle des Staates an, der sich zweier maroder (Heu-)Brücken zu Lasten der Kommune entledigt habe. Dass deren mit einer Petition geforderte Sanierung angesichts eines damit verbundenen unverhältnismäßig hohen Investitionsaufwandes abgelehnt worden sei, hielt MdL Hans Herold hingegen nach wie vor für richtig. 

Mit ihren hochgeschwungenen Bögen und einem „Hauch von Venedig“ (Regus) sollten auch neue Brücken in die Zukunft der Marktgemeinde im Aischtal geschlagen werden, in die nun ein Schwenk des „Aischtalradweges“ führt. Der sollte als raffinierter Kniff im Zuschusspoker letztlich dafür sorgen, dass das Projekt nicht mit 60, sondern mit 80 Prozent gefördert wurde. Dies habe er Innenminister Joachim Herrmann bei einer CSU-Klausur „abgerungen“, ließ der Abgeordnete Herold bei dem vom Männergesangverein mitgestalteten Festakt wissen, bei dem er mit Kollegin Schmidt, Landrat Helmut Weiß, Bürgermeister Hans-Jürgen Regus, Baudirektor Eberhard Pickel von der Bezirksregierung und Planer Frieder Müller-Maatsch die symbolischen Bänder zur Freigabe der Brücken durchschnitt. 

Bereicherung für den Altort

„Sehr stolz darauf“ zeigte sich Bürgermeister Regus auf die beiden in die Landschaft um Kirche, Friedhof und Wasserschloss eingebundenen Brückenbauwerke, „die ich mir so vorgestellt habe und die genauso umgesetzt wurden“. Sie führen direkt in den Altort, was für diesen eine Aufwertung und zugleich für Dachsbach eine Bereicherung bedeute. Die Voraussetzungen auch für die Anlage schöner Wege waren mit dem Kauf von 18.000 Quadratmeter Land geschaffen worden. 

Formschön und auch mit den angebundenen Wegen praktisch: Aus der verworrenen Situation um zwei marode Heubrücken entwickelte sich eine ausgezeichnete Lösung. © Harald Munzinger


Nach heftigen Debatten über den Abriss der alten Brücken ohne Ersatz habe sich mit der Entscheidung für neue Brücken und ihre Standorte in einer großen Runde am 2. Oktober 2015 mit sehr deutlichen Worten „alles zum Guten gewendet“, so Regus. Auch die Hürden der Unteren Naturschutzbehörde, die noch immer nach dem Ameisenbläuling suche, und jene der vier Ausschreibungen in der Hoffnung auf günstigere Angebote hätten genommen werden können, wenngleich mit der Ausdehnung des Projektes auf vier Jahre. Hatte der trockene Sommer 2018 das Arbeiten ohne Schäden im Umfeld begünstigt, hatte der einzige Frosttag im Winter genutzt werden müssen, um mit schwerem Gerät die Brücken einzubauen, schilderten Bürgermeister Regus und Planer Müller-Maatsch das vorletzte Kapitel der Brückengeschichte.

Wo ist wirklich die Aisch?

Deren letztes bewegt noch die Gemüter in Dachsbach, nachdem das Wasserwirtschaftsamt kurzerhand die „Gewässer tauschte“ und sich nun zuständig für die mutmaßlich von einer „rauen Rampe“ munter über Steine springende (kleine) Aisch sieht. Seit Menschengedenken handelt es sich dabei jedoch um den „Hallerbach“, der von der träge dahinfließenden Aisch abzweigt und im großen Bogen in die „Saulach“ mündet, die sich östlich von Dachsbach mit der Aisch vereint. Landrat Helmut Weiß versprach, sich der Klärung anzunehmen.

Fehlt noch ein „Storchenzentrum“

Er würdigte die Brücken als gelungene Bauwerke, mit denen Dachsbach deutlich an Attraktivität gewinne. Diese komme den Bürgern ebenso zugute, wie dem Tourismus, dem der Aischgrund die zunehmend gesuchte Ruhe, Entspannung und Entschleunigung biete. Die Gemeinde Dachsbach habe dazu mit dem neugebauten Fuß- und Radweg durch das Wiesenbiotop „einen wunderbaren Beitrag geleistet“. Dass ein „Storchenzentrum“ im Wasserschloss dem Fremdenverkehr zusätzliche Impulse geben könnte, zeigte sich MdL Schmidt überzeugt, die nach der Besichtigung eines Beispielprojektes in Rheinlandpfalz in dieser Sache einen neuen Vorstoß unternehmen will. 

Aufwertung der Heimat

An Baudirektor Pickel war von Landrat Weiß ebenso, wie von Bürgermeister Hans-Jürgen Regus und MdL Hans Herold der Dank gerichtet, sich für pragmatisch Lösungen und deren unbürokratische Realisierung einzusetzen. Dem Bürgermeister wünschte der Landrat „weiter eine so glückliche Hand“ bei seinen Bestrebungen um die Aufwertung der Heimat, für die Städtebauförderung und Dorferneuerung ein Segen seien. Weiß hob den „starken Einsatz“ der Abgeordneten Schmidt und Herold für die 80-propzentige Förderung hervor. Beide freuten sich über den Erfolg und sahen in einer verworrenen Situation die beste Lösung gefunden und auch architektonisch ausgezeichnet umgesetzt.

Die Kosten summierten sich nach Auskunft von Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Frieder Müller-Maatsch auf 473.000 Euro, von denen 320.000 auf die Wegebauarbeiten und 115.000 Euro auf den Brücken-/Stahlbau entfielen. Die Betonarbeiten und Schachtgründungen waren mit 38.000 Euro berechnet. Neben beauftragten Firmen hatte sich der Dachsbacher Bauhof stark eingebracht, wurde im Dank an alle am Projekt Beteiligten betont, bei dem die meisten Gäste allerdings schon schattigere Plätze beim „Johannimarkt“ im Altort aufgesucht, an dem heißen Nachmittag den symbolischen Bandschnitt nicht abgewartet hatten. 

Harald J. Munzinger

Bildtext 1 MdL Hans Herold, Planer Frieder Müller-Maatsch, MdL Gabi Schmidt, Bürgermeister Hans-Jürgen Regus und Landrat Helmut Weiß gaben mit dem symbolischen Bandschnitt die neuen Brücken in Dachsbach offiziell frei. Foto: Harald Munzinger 2 Formschön und auch mit den angebundenen Wegen praktisch: Aus der verworrenen Situation um zwei marode Heubrücken entwickelte sich eine ausgezeichnete Lösung. Foto: Harald Munzinger 

Harald J. Munzinger

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