Feuer- und Zauberwerk auf Schloss Seehaus

Konzertsaison: Saisonfinale mit großartigem Festwochenende im Markt Nordheim

13.9.2021, 12:47 Uhr
Das Barockensemble

Das Barockensemble "Concert Royal Köln" spielte Händels Feuerwerksmusik auf historischen Instrumenten. © o.n.

Es sei sein Traum gewesen, einmal Händels Feuerwerksmusik auf historischen Instrumenten in der romantischen Kulisse von Schloss Seehaus zu erleben, bekannte Gastgeber Jan Kobow, der sich zum Finale der Veranstaltungsreihe 2021 eben diesem Traum erfüllte und ihn ein begeistertes Publikum mittträumen ließ. Das Barockensemble "Concert Royal Köln" bot die "Music für the Royal Fireworks" von Georgs Frideric Handel" als Konzertsuite dar, worauf Jan Kobow mit der Geschichte dieser Komposition samt Besucheransturm und vermutlich erstem Verkehrsstau in London sowie einem missglückten Feuerwerk bei der Generalprobe 1749 einstimmte.

Der Hausherr von Schloss Seehaus, der seit 20 Jahren "in einer wunderschönen fürstlich Schwarzenberg’schen Gutsanlage klassische Musik genießen" lässt und diese Konzertreihe zu einer kulturellen Marke in Nordbayern entwickelte, konnte sicher sein, dass er für dieses "Festival feuriger Musik" kein besseres Orchester hätte einladen können. Die ausgezeichnete Darbietung begeisterte das Publikum im stimmungsvollen Schlossgarten mit einer dazu "gelungenen Inszenierung" der langsam untergehenden Sonne. Für eine buchstäblich zauberhafte Atmosphäre hatte zuvor schon der letzte und denn auch größte Magier Maghrebiniens, "Mosche Karlo", gesorgt und die Gäste über die wundersame Vermehrung oder auch Minderung von Spielkarten in Hosentaschen oder das Verschwinden eines Tuches in der Faust staunen ließ. Zumal sich ein dort verstecktes hohles in ein richtiges Hühnerei verwandelte und sich schließlich ein verschlossener Schirm in kunterbunte Streifen auflöste.

Vor 35 Jahren war "Mosche Karlo" - alias "Landkreiszauberer" Karlo Reichel - erstmals auf Schloss Seehaus aufgetreten, erinnerte sich Jan Kobow. Zur "blauen Stunde" wurde er in ebenso bester Stimmung wie die zahlreichen Gäste in die maghrebinische Exluministik – also "die Kunst des Lichtausmachens" - eingeführt, bei der alles Experimentieren darin enden sollte, dass man das Licht wie in alten Zeiten "mit dem Hämmerle" löschte. Sein Honorar spendete der Magier dem Erhalt von Schloss Seehaus und seiner zauberhaften Konzertreihe.

Feuerzauber am Nachthimmel

Ein leuchtendes Fanal dafür sollte ein mit den ersten von Trompeten, Hörnern, Oboen, Fagott und Kontrafagott angestimmten Tönen sowie dem ersten Paukenschlag der Feuerwerksmusik gezündetes Feuerwerk sein. Fein abgestimmt auf die Komposition ergossen Raketen ihre Farbenpracht in den Nachthimmel oder sorgte bengalisches Feuer für die Faszination des Publikums. Das honorierte denn auch den immer wieder aufs Neue entfachte Feuerzauber mit viel Beifall und Bravorufen, die auch dem tapfer gegen die krachenden Raketen anspielenden Orchester und schließlich Jan Kobow für einen erneut vielseitigen und exzellenten Musikzauber in Franken gelten sollten.

Das Publikum faszinierte neben prachtvollem Farbenzauber der Raketen auch bengalisches Feuer auf der Schlossmauer.

Das Publikum faszinierte neben prachtvollem Farbenzauber der Raketen auch bengalisches Feuer auf der Schlossmauer. © o.n.

Dass es diesen auch 2022 wieder geben und er als Hausherr auf Schloss Seehaus einladen wird, zeigte sich Jan Kobow zuversichtlich, dass sich dafür nach den Irritationen um Schloss und Kultur eine Lösung abzeichnet. Dankbar für ein auch in Coronazeiten treues Publikum blickte er auf die Veranstaltungsreihe mit stets gut besuchten Konzerten zurück. Vergessen - wenn auch nie richtig verstanden – sollte beim großartigen finalen Festwochenende mit Goldbergvariationen, festlicher Weinprobe und schließlich Feuerwerk mit Musik die Absage des "Fränkischen Sommers" mit dem Höhepunkt des traditionellen Wandelkonzertes auf Schloss Seehaus sein. Für die "Erhaltung des eingetragenen Einzeldenkmals Schloss Seehaus, sowie die Förderung von Kunst und Kultur durch die Veranstaltung von Konzerten und die Organisation von damit im Zusammenhang stehenden kulturellen Angeboten" setzt sich sehr engagiert ein Förderverein ein.

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