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Kreisheimatpfleger Mäckl erzieht zum Heimatgedanken

Versteckte Kostbarkeiten ins Bewusstsein rücken - 23.01.2021 15:41 Uhr

Dieter Mäckl ist Kreisheimatpfleger.

23.01.2021 © Josefine Mühlroth


Dieter Mäckl weiß das schon längst. Er hat die letzten 25 Jahre seines Lebens aktiv und erfolgreich dazu beigetragen, dass heutige Generationen die wunderschöne fränkische Kultur- und Naturlandschaft unseres Landkreises auch genießen können. Dieter Mäckl ist leidenschaftlicher Kreisheimatpfleger. Der 71-Jährige hat sich damals auf die ausgeschriebene Stelle eines Kreisheimatpflegers beworben, weil ihm "Franken am Herzen liegt." Um die reiche Kultur- und Naturlandschaft muss man sich kümmern.

"Die Geschichte findet auch in kleinen Sachen statt. Das alte Schulhaus spricht von einer ganz andere Zeit, vom Leben und Wirken der Menschen. Oder ein Bauernhaus. Aber genau so können Sie einen Grenzstein zum Sprechen bringen. Es gibt so viele versteckte Kostbarkeiten, die man einfach ins Bewusstsein der Leute rücken muss. Gerade die Grenzsteine, die Flurkreuze, es muss nicht immer das Schloß sein.

Geschichte zieht den Straßen nach: Die mittelalterliche Gesellschaft war eine hoch mobile Gesellschaft. Die Gesellen waren auf Wanderschaft, die Händler waren unterwegs, Soldatenzüge. All das hat auf den Straßen stattgefunden." unterstreicht Dieter Mäckl.

Auf Grund der Pandemie hält Dieter Mäckl zur Zeit keine Vorträge. In normalen Zeiten umfasst seine Tätigkeit als Kreisheimatpfleger circa 8-10 Stunden in der Woche, im Sommer mehr als im Winter. Ein Kreisheimatpfleger setzt sich dafür ein, seine wertvolle Heimat sowie seine Umgebung zu bewahren und die Identität einer Region zu erhalten.

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Er berät und unterstützt die Denkmalbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege in Fragen des Denkmalschutzrechtes. Zudem beteiligt er sich im Planungs- und Bauwesen. Der Kreisheimatpfleger pflegt Brauchtum, Trachten, Volkslieder, Volksmusik und Volkstanz sowie Mundart. Die Heimatmuseen sowie private Sammlungen werden betreut.


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Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel mittels Vorträgen) erziehen die Kreisheimatpfleger zum Heimatgedanken - dazu gehören auch Veröffentlichungen zu Heimatgeschichte und Heimatkunde. Dazu kommen noch die Kooperation mit den Bezirksheimatpflegern (hauptamtlich tätig) und das gemeinsame Wirken mit Stellen, wie z. B. Archivpflegern, wissenschaftlichen Institutionen, Fachkräften des Naturschutzes, regionalen Heimatverbände, Schulen.

Es gibt Gemeindeheimatpfleger und auch Stadtheimatpfleger (zum Bespiel in Nürnberg). Gesetzlich ist es für die Landkreise vorgeschrieben, mindestens einen Kreisheimatpfleger zu haben. Dieser wird vom Kreistag berufen, es ist ein Ehrenamt. Es gibt keine vorgeschriebene Amtsperiode für den Kreisheimatpfleger, er kann aber auch nicht abgewählt werden. Die Oberhoheit für die Kreisheimatpfleger ist der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V.


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In unserem Landkreis gibt es jeweils einen Kreisheimatpfleger für den westlichen und für den östlichen Landkreisteil. Bis die freie Stelle für den westlichen Landkreisteil wieder besetzt wird, übernimmt Dieter Mäckl beide.

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Kreisheimatpfleger Mäckl erzieht zum Heimatgedanken

Tracht und Schnitzereien, ein Kloster und ein Schloß: Kreisheimatpfleger Dieter Mäckl trägt seit 25 Jahren aktiv und erfolgreich dazu bei, dass heutige Generationen die wunderschöne fränkische Kultur- und Naturlandschaft des Landkreises Neustadt an der Aisch genießen können.


"Eigentlich muss der Kreisheimatpfleger keine Voraussetzungen erfüllen. Aber es ist schon wünschenswert, wenn der entsprechende Hintergrund da ist, bei mir ist es das Geschichtsstudium. Es wäre schön, wenn es mehr Kreisheimatpfleger gebe, zum Beispiel einer für Musik. Wir haben viele Chöre, Musikkapellen, auch kleine Volksliedgruppen. Wenn sich einer mal da gezielt kümmern könnte, wäre es schön" wünscht sich Dieter Mäckl.


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Dieter Mäckl hat für das Lehramt an Gymnasien Deutsch, Geschichte, Geografie, später auch Ethik studiert: "Ich denke das ist ein solide Grundausbildung für einen Kreisheimatpfleger, gerade durch Geografie und Geschichte." Für Mäckl sind alle Tätigkeiten des Kreisheimatpflegers interessant.

Besonders gerne mag er Nachforschungen zum Beispiel im Bereich Heraldik, sich mit Wappen zu beschäftigen. "Was sagen die mir, was wollen sie ausdrucken? Man braucht bloss in eine Kirche zu gehen und einen alten Grabstein anzuschauen. Da haben Sie schon mindestens acht Wappen, auf jede Seite vier. Und dann können Sie versuchen die Familiengeschichte dieses Geschlechts zu verstehen" erläutert der Kreisheimatpfleger.

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Die Entstehung der Idee zum Kreisheimatpfleger geht bis in die Romantik (Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts) zurück. "Bezogen auf unser Landkreis, so weit ich zurück blicken kann, etwa 50 Jahre, vermutlich eher als die 70er" vermutet Mäckl. Die Hauptgründe dafür waren die Industrialisierung sowie die Natur, die sich immer stärker verändert hat, der Mensch, der immer mehr die Natur beherrscht und der auch seine Wurzeln verloren hat.


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"Die Arbeit des Kreisheimatpflegers ist wichtig, weil es darum geht zu bewahren, was bewahrenswert ist. Und zugleich mitzuhelfen, das Bewusstsein der Leute durch Vorträge und so weiter zu schärfen. Zum einen definiert das Landesamt für Denkmalpflege was bewahrenswert ist - es gibt keine exakte Definition. Es geht darum, ein unbestimmtes Heimatgefühl in einem Heimatbewusstsein umzuwandeln. Wissen warum und nicht bloß "oh ist das schön" oder was auch nicht weiter führt "das haben wir noch nie gemacht". Man muss schauen, was kann ich noch retten", hebt Mäckl hervor.

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Auch in den Zeiten der Digitalisierung werden die Kreisheimatpfleger gebraucht: "Sie müssen sehen, sie müssen raus. Das kann eine Maschine nicht. Es muss bewertet werden. Die Maschine kann Grenzen aufrufen, kann Baustile aufrufen, aber wie passt das jetzt in der Landschaft hinein?!" Das kann keine Maschine beurteilen.


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Josefine Mühlroth

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