Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim: Impfdosen streng nach Bevölkerungsproporz

17.3.2021, 16:16 Uhr
Mit der „NeuStadtHalle am Schloss“ ging eine zweites Impfzentrum im Landkreis in Betrieb. Vorwürfe, dass der Impfbetrieb schlecht organisiert oder zu langsam sei, weist dieser vehement zurück. Foto:o.n.

Mit der „NeuStadtHalle am Schloss“ ging eine zweites Impfzentrum im Landkreis in Betrieb. Vorwürfe, dass der Impfbetrieb schlecht organisiert oder zu langsam sei, weist dieser vehement zurück. Foto:o.n. © o.n.

"Nein eindeutig nicht" erfuhr die Parlamentarierin der Freien Wähler auf Nachfrage bei der Regierung von Mittelfranken. Bis zum 10. März habe der Bezirk Mittelfranken insgesamt 221.800 Impfdosen ausgeliefert bekommen, die dann weiterverteilt worden seien. "Die Landkreise bekommen den Impfstoff streng nach Bevölkerungsproporz zugeteilt", so MdL Schmidt in einer Pressemitteilung.

Unabhängig davon habe es Anfang März für den Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim wegen hoher Inzidenzwerte eine Sonderzuweisung durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gegeben: "Da gab es nochmal 1000 Impfdosen extra", erfuhr die Abgeordnete. "Klagen, dass man im Landkreis zu wenig Impfstoff hätte, kann ich deshalb nicht akzeptieren. Aber es müssen die Abläufe überprüft werden", merkt sie dazu an.

Vorwürfe vom Landkreis "vehement zurückgewiesen"

Es könne nicht sein, so Gabi Schmidt, "dass teilweise sogar häusliche Pflegedienste immer noch auf die Impfung ihrer Mitarbeiterinnen warten müssen". Landkreise in der Umgebung wie Erlangen-Höchstadt hätten ihre Impfaktivitäten sehr gut organisiert, auch Kitzingen komme gut voran, stellt die Abgeordnete fest. Vorwürfe, dass im Landkreis der Impfbetrieb schlecht organisiert oder zu langsam sei, weist dieser vehement zurück. "Wir verimpfen genau den Impfstoff der uns zugeteilt wird, das ist Fakt. Wir können jedoch auch nur eben diese Mengen verimpfen, die wir erhalten", erklärte Pressesprecher Matthias Hirsch.

Nun sei am Montag noch der Stopp in Sachen AstraZeneca gekommen, der alle vorhandenen Planungen wieder "über den Haufen geworfen hat". Hirsch: "Die genannten 1000 zusätzlichen Impfdosen mit AstaZeneca waren im Landkreis auch für diese Woche zum Impfen eingeplant und können jedoch jetzt vorerst nicht eingesetzt werden". Das gesamte Team "Impfen im Landkreis Neustadt a.d.Aisch" leiste tagtäglich eine hervorragende Arbeit und jeder sei darauf aus, dass der Impfbetrieb im Landkreis schnell und reibungslos ablaufen könne.

Die Priorität 1 der Impfkategorien umfasse einen großen Personenanteil, "sodass nicht alle gleichzeitig geimpft werden konnten beziehungsweise können". Man habe von Anfang an die verschiedenen Personengruppen der Priorität 1 "bedient", womit "beispielsweise neben der medizinischen Infrastruktur auch gleich über 80-jährige Personen geimpft wurden. Mit den ambulanten Pflegediensten sind wir im Landkreis weitestgehend durch, aber auch hier musste eben nach und nach auch diese Gruppe geimpft werden und es konnte nicht jeder gleichzeitig bedient werden". Dafür bitte man um Verständnis.

Testkapazitäten werden ausgeweitet

Der Landkreis wies unterdessen in einer Pressemitteilung auch auf ausgeweitete Corona-Testkapazitäten hin. So ging am Mittwoch das Schnelltestzentrum in Baudenbach in Betrieb. Da für alle Testangebote - sowohl für das Testzentrum in Neustadt/Aisch, wo PCR-Testungen durchgeführt werden, als auch für das neue Schnelltestzentrum in Baudenbach - eine telefonische Anmeldung unter der Telefonnummer 09161/926060 erforderlich ist, werden dazu ab sofort die Zeiten der "Terminvereinbarungshotline Corona-Test" ausgeweitet.

Pressesprecher Matthias Hirsch weist darauf hin: "Die Hotline 09161/926060 ist ab sofort von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 12 und von 13 – 17 Uhr erreichbar. Bisher war diese Hotline nur vormittags in Betrieb. In diesem Zuge werden diese Zeiten auch für die "Hotline zur Impfregistrierung" unter 09161/927070 übernommen.

Im Landkreis gibt es nach Auskunft aus dem Landratsamt zum derzeitigen Stand insgesamt 2942 (plus 9) labordiagnostisch bestätigte Coronavirus-Fälle. Von diesen sind 122 aktiv und die Infizierten in "häuslicher Absonderung". 83 Menschen sind im Landkreis im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun deutlich unter der 100er-Marke, nach jüngsten Angaben bei 67,3.

Die nächste Telefonsprechstunde von Landrat Helmut Weiß findet am Donnerstag, 18. März, statt. In der Zeit von 17:30 bis 18:30 Uhr steht Landrat Weiß unter der Telefonnummer 09161/921003 allen Bürgerinnen und Bürgern eine Stunde lang am Telefon zur Verfügung. Ohne Voranmeldung und unmittelbar können Anregungen und Fragen rund um den Landkreis vorgebracht werden, Corona-Strategien inklusive.