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"Landkreis zieht die Menschen an"

100.000-er Schwelle überschritten – "NeaWiS" vorgestellt - 22.07.2019 11:25 Uhr

Zu den Wachstumskommunen zählt auch die Familiengemeinde Diespeck, die zusehends wächst. © Harald Munzinger


Zum letzten Mal waren zum 31. Dezember 2004 knapp über 100.000, genau 100.033, Einwohner registriert gewesen, danach die Zahlen kontinuierlich gesunken. Zum Jahresende 2012 war mit 97.409 der Tiefststand und zugleich ein Wendepunkt erreicht. Das zeichnete sich bereits ein Jahr später mit 97.482 und Ende 2014 mit 97.808 Einwohnern ab, 98.751 waren es am 31. Dezember 2015.

Landrat Helmut Weiß kommentierte die "seit einigen Jahren wieder stetig steigenden Einwohnerzahlen" in der Kreistagssitzung als "sehr erfreulich, zeigen sie doch, dass wir eine Region sind, die Menschen anzieht". Nicht umsonst nenne sich der Landkreis seit einiger Zeit "Frankens Mehrregion". Der ländliche Raum sei also weiterhin attraktiv, punkte mit hoher Lebensqualität, vielen Ausbildungsplätzen und bezahlbarem Wohnraum. Dieser nimmt in der Entscheidung vieler Menschen für ihren künftigen Lebensmittelpunkt immer stärker an Bedeutung zu, wie es die Kommunen auch mit stetig steigenden Baulandanfragen feststellen.

Für Landrat Weiß unterstreicht diese Entwicklung auch, "dass unsere Investitionen in Bildung und Infrastruktur, unser Profilbildungsprozess in die richtige Richtung zeigen und wir uns auf einem guten Weg in die Zukunft befinden". Den größten Zuwachs erfuhr im letzten Jahr gegenüber 2017 Neustadt mit 180 auf 13.121 Einwohner und hat damit erstmals die 13.000-er Marke überschritten, zählte zum 31. März 13.172 Bürger. Um 125 nahm die Einwohnerzahl im Emskirchen zum Jahresende 2018 auf 6.038 zu. Uffenheim folgt im Ranking der Wachstumsgemeinden mit einem Plus von 105 auf  6.518 Einwohner vor Diespeck mit dem Zuwachs um 77 auf 3.747 und Sugenheim mit plus 55 auf 2.902 sowie Burgbernheim mit 3.297 Einwohnern, 53 mehr als Ende 2017.

Auch Scheinfeld verzeichnete ein Plus von 49 auf 4.648 Einwohner, Burghaslach um 41 auf 2.570, Neuhof um 34 auf 2.162 oder Langenfeld um 28 auf 1.050 und Markt Bibart um 25 auf 1.880 Einwohner. Bad Windsheim kam mit einem Zuwachs um 14 auf 12.382 Einwohner und legte zum 31. März auf 12.393 zu, während es in einigen Kommunen leichte Rückgänge gab. Deutlich waren diese 2018 nach den Daten des Statistischen Landesamtes in Uehlfeld mit einem Minus von 31 auf 2.956, in Wilhelmsdorf um 28 auf 1.488, in Markt Taschendorf und Oberscheinfeld um jeweils 22 auf 985 und damit unter die 1000-er Marke beziehungsweise 1.137 Einwohner.

Wegweiser bei plötzlichem Pflegefall

Ein besonderes Augenmerk genießen im Landkreis auch die Senioren. So arbeiten der Kreis, die Stadt und die Klinik Bad Windsheim mit der Hochschule Ansbach an einem Internetportal, das Senioren und Angehörigen beim plötzlichen Pflegefall schnelle Hilfe bieten soll. Im Mai war der Startschuss für das Webportal "NeaWiS" zu den Versorgungsstrukturen im Landkreis gefallen, das jetzt dem Kreistag vorgestellt wurde. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie ältere Menschen und pflegende Angehörige unkompliziert die passenden Informationen und Dienstleistungsanbieter im Kreis finden können.

Chefarzt Dr. Wolfgang Anderer und die Gerontologin der Kreiskliniken, Josefine Mühlroth, sind Akteure im Projekt "NeaWiS". © Harald Munzinger


Dass Portal www.nea-wis.de bietet "Orientierung bei der Suche nach passenden Versorgungs- und Beratungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Sozialbereich". Die Projektleitung und Umsetzung erfolgt durch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach, von der Dunja Zöller dem Kreistag Einblick in das Portal gab und über die Ziele von "NeaWiS" informierte. Akteure für "Idee und Beratung" in dem Projekt in der Trägerschaft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sind der Chefarzt der Akutgeriatrie der Kliniken des Landkreises, Dr. Wolfgang Anderer und die Gerontologin der Kreiskliniken, Josefine Mühlroth. Dr. Anderer hebt die Bedeutung des Projektes hervor: "Das Problem ist bisher, dass Anbieter und Nutzer voneinander nichts wissen und Seniorenwegweiser schnell veralten".  

Orientierung im Angebotsdschungel

So soll "NeaWiS" Orientierung im Angebotsdschungel bieten, die Suche nach relevanten Angeboten und Informationen unterstützen sowie bei der Planung des weiteren Vorgehens helfen. Weitere Ziele sind der Beitrag zu einer realistischen Einschätzung des Unterstützungsbedarfs von älteren Menschen und den pflegenden Angehörigen sowie die Vernetzung der Partner. Neben der direkten Dienstleistersuche helfen Fallbeispiels - wie etwa zum Thema Demenz - die eigene Situation zu beurteilen. Nun gilt es, das Portal auf breiter Ebene bekannt zu machen, "damit möglichst viele Menschen von diesem Angebot profitieren können".

Nach der Sommerpause eröffnen der Kreisausschuss und der Ausschuss für Regionalentwicklung am 30. September die neue Sitzungsperiode. In nichtöffentliche Klausur geht der Kreisausschuss am 12. Oktober und tagt öffentlich im Landratsamt Neustadt am 21. Oktober. In diesem treten am 30. Oktober die Bürgermeister zur Dienstversammlung zusammen. 

hjm

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