Rasanter Anstieg

Landrat erstattet Ausschuss Bericht zur Corona-Infektionslage

5.11.2021, 17:41 Uhr
Dass die Schutzmasken noch lange nicht

Dass die Schutzmasken noch lange nicht "zum alten Eisen gehören", machte der Bericht des Landrates zur besorgniserregenden Coronaentwicklung auch im Landkreis deutlich. © o.n.

Besorgt zeigte sich Landrat Helmut Weiß, dass die Intensivbetten unserer Klinik bereits jetzt durch den "Alltagsbetrieb", auch ohne Corona regelmäßig ausgelastet sind. Die Bayerische Staatsregierung hat aufgrund der bayernweit angespannten Lage eine Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verkündet, die am kommenden Samstag in Kraft treten soll.

Neben der gelben und roten Stufe der Krankenhausampel soll es eine regionale Hot-Spot-Regelung geben. Das in Kraft treten der Hot-Spot-Regelungen soll von der Auslastung der Intensivbetten – laut der Pressemitteilung bezogen auf den Leitstellenbereich – und gleichzeitig vom Überschreiten des Inzidenzwertes von 300 abhängen. Tritt die Hot-Spot-Regelung in Kraft soll es zu einer Ausdehnung der 3G-Regelung und einer Verschärfung hin zur 2G-Regelung in den meisten Bereichen kommen, wo zurzeit 3G gilt. Dies bedeutet, dass dort ein Test nicht mehr ausreichen wird.

Neu ist, dass die gelbe Stufe der Krankenhausampel auch über die landesweite Auslastung der Intensivbetten mit COVID-19 Patienten erreicht werden kann und zwar dann, wenn mehr als 450 Intensivbetten mit COVID-Patienten belegt sind. Laut den LGL-Zahlen liegt die Zahl der belegten Intensivbetten durch bestätigte COVID-Fälle bei 488. Wird die gelbe oder dann die rote Stufe der Krankenhausampel erreicht, wird das durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege festgestellt.

Ganz allgemein soll in Stufe gelb gelten, FFP2 statt medizinischer Maske und Verschärfung von 3G auf 3G plus, wobei für bestimmte Bereiche andere Regelungen vorgesehen sind. Die Maßnahmen in der Stufe rot sollen gleich den Regelungen in "Hot-Spot-Regionen" sein. Man habe momentan leider nur den Wortlaut der Pressemitteilung der Staatsregierung, müsse deshalb also Verständnis um Verständnis, "dass Details erst geklärt werden können, sobald uns die geänderte Verordnung schwarz auf weiß vorliegt". Er habe, so Landrat Weiß dennoch "bereits jetzt in groben Zügen darüber informieren wollen, was bislang bekannt ist". Selbstverständlich werde das Landratsamt mitteilen, "sobald neue Maßnahmen und Regeln im Landkreis zu beachten sind".

Messe erfolgreich durchgeführt

Weitaus erfreulicher fiel der Bericht des Landrates über die Ausbildungsplatzbörse aus, die im letzten Jahr wegen Corona nur digital erfolgen, nun aber wieder in Präsenz stattfinden. Und auf großes Interesse stieß, wie es die schon zur Eröffnung in die Markgrafenhalle strömenden Schüler und ebenso interessierten Eltern zeigten. Mit dem Hygienekonzept (3G-Regelung, Maskenpflicht und Einbahnstraßenregelung) konnte die Messe ohne weitere Einschränkungen erfolgreich durchgeführt werden.

An den mehr als 65 Ständen der Aussteller habe reger Betrieb geherrscht, so Weiß in seinem aktuellen Bericht in der Ausschusssitzung. Mit den erfolgreichen Aktionen wie einem kostenlosen Bewerbungsmappen-Check und Bewerbungsfoto-Shooting sei das Angebot auf der Börse wieder aufgewertet worden. "Das Wichtigste aber waren natürlich die vielen informativen Gespräche mit den Personalverantwortlichen und deren Auszubildenden".

Zu mehr als 170 Berufen konnten Informationen direkt von den über 65 anwesenden Unternehmen eingeholt werden, was auch ausgiebig genutzt wurde. Viele Besucher berichteten, dass sie erste Anbahnungsgespräche für einen späteren Ausbildungsvertrag geführt haben und die Firmen freuten sich auf einen vermehrten Eingang von Bewerbungspost. Zahlreiche Betriebspraktika wurden bereits vor Ort fest vereinbart. Sehr zufrieden äußerten sich die Ausbilder darüber, dass die Jugendlichen interessiert und gut vorbereitet waren und sehr gezielte Fragen zur Ausbildung und zum Beruf mitbrachten.

"So zeigten sich bei Börsenschluss nicht nur die Besucher, sondern auch die Unternehmen, die berufsbildenden Schulen und Institutionen hoch erfreut über den positiven Verlauf der diesjährigen Ausbildungsplatzbörse. Auch die Organisatoren aus der Wirtschaftsförderung zogen ein positives Resümee und freuten sich, dass die Ausbildungsplatzbörse wiederum hervorragend angenommen und besucht wurde", zog der Landrat ein rundum zufriedenes Fazit.

In der Sitzung erstattete ferner der Steigerwald Tourismus e.V. seinen aktuellen Bericht und ging es um die Mitgliedschaft in der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V.". Auf sehr großes Interesse stieß das "Konzept zur Haus- und Fachärztegewinnung". Beraten wurden der Kreishaushalt und Stellenplan für die Teilbereiche Naturparke, Tourismus, Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energie/Klimaschutz und ÖPNV.

Ausschuss für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Am Donnerstag,18. November kommt der Ausschuss für Kreislauf- und Abfallwirtschaft um 14 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes zusammen. Er wird unter anderem über Änderungen des Elektroaltgeräte- und des Verpackungsgesetzes sowie die Änderung der Verordnung zur Übertragung einzelner Aufgaben der Abfallentsorgung und den "Sachstand der aktuellen Projekte an der EVA Dettendorf" informiert. Ferner geht es um den Stand der Planungen und des Genehmigungsverfahrens zur Erweiterung der Erdaushub- und Bauschuttdeponie Uffenheim, die Durchführung eines Vergabeverfahrens über die Sammlung und Verwertung von Altpapier und die Änderung der Abfallgebührensatzung des Landkreises. Auch dieses Gremium berät "seinen" Teilhaushalt 2022.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass man es für sinnvoll hält, sich an den Grundsätzen des Infektionsschutzrechts zu orientieren, auch wenn deren Anwendungsbereich für den Sitzungsbetrieb kommunaler Gremien nicht binden ist. Deshalb daran appelliert, selbständig "3G" zu berücksichtigen. So ist es angezeigt, sich im Vorgriff vor einer Sitzung einem Corona-Test zu unterziehen, wer nicht geimpft oder genesen ist: "Dies ist ein wichtiger eigenständiger Beitrag, um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern" heißt es in der Einladung zur Ausschusssitzung. Darin wird aufgrund der neuerlichen tatsächlichen und rechtlichen Entwicklungen bei der Corona-Pandemie gebeten, "bereits beim Zugang zum Sitzungssaal eine FFP2-Maske zu tragen".