Dienstag, 24.11.2020

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Landrat informierte über die diversen Entsorgungssysteme

Aktuelles aus der Abfallwirtschaft - 19.11.2020 20:48 Uhr

Bei der Sondermüllsammlung hat Landrat Helmut Weiß eine Obergrenze für haushaltsübliche Mengen festgelegt. Foto:o.n

19.11.2020 © o.n.


Ein Service gleichwohl, der buchstäblich seinen Preis hat, denn dieses Erfassungssystem sei auch mit hohem Kostenaufwand verbunden. Die Beschaffung, Wartung und Prüfung der Container sowie der Aufstiegshilfen, der Transport des Grünguts zum nächstgelegenen Kompostplatz sowie dessen Verarbeitung seien kostenintensiv und hätten "direkten Einfluss auf die Höhe der Abfallgebühren", führte der Landrat in seinem Bericht aus. Ein nicht unerheblicher Anteil der Jahresgrundgebühr entfalle auf die Erfassung und Verwertung des anfallenden Grünguts. So bat er denn auch "um Verständnis, wenn es nicht möglich ist, jedem Wunsch nach zusätzlichen Standplätzen oder Containern nachzukommen".

Ein weiteres Thema sprach Weiß mit der Durchführung der mobilen Problemmüllsammlung an, die weiterhin durch das Unternehmen Hofmann aus Büchenbach erfolgt. Aufgrund der anhaltenden Resonanz bei den Sammlungen und deren Bedeutung für die Entgiftung des Hausmülls und zur Vermeidung unerwünschter Entsorgungswege blieben auch die Rahmenbedingungen grundsätzlich unverändert. Immer wieder würden die Mitarbeiter vor Ort von Bürgerinnen und Bürgern aufgesucht, welche sehr große Mengen oder auch Abfälle gewerblichen Ursprungs abgeben möchten.

"Grundsätzlich steht die mobile Problemmüllsammlung aber nur für Abfälle aus privaten Haushalten in haushaltsüblichen Mengen zur Verfügung", betonte der Landrat. Um zu vermeiden, dass Großanlieferungen oder gewerbliche Nutzer die Sammlungen vor Ort an den Rand der Kapazitätsgrenzen bringen, habe er die Obergrenze für haushaltsübliche Mengen auf 25 Kilogramm beziehungsweise Liter festgelegt. Überschreitende Mengen oder auch gewerbliche Abfälle seien "grundsätzlich ausgeschlossen". Eine Annahme sei in Ausnahmefällen möglich, wenn freie Kapazitäten gegeben seien. Hierfür werde dann aber ein Entgelt von einem Euro je Kilogramm beziehungsweise Liter erhoben.

Statt roten Tonnen Sammelboxen

Der Landrat informierte den Fachausschuss auch über eine zum 1. Januar 2021 abgeschlossene neue Vereinbarung für die Vermarktung der leeren Tintenpatronen und Tonerkartuschen. Ab diesem Zeitpunkt erfolge die Erfassung nicht mehr über die roten Tonnen, sondern über von der Fa. KMP aus Eggenfelden zur Verfügung gestellte Sammelboxen. Vorteilhaft für den Landkreis sei, dass die befüllten Sammelboxen direkt an der Anfallstelle vom Vermarktungspartner abgeholt würden und damit die Schaffung zusätzlicher Sammelstellen außerhalb der Wertstoffhöfe möglich ist. Damit werde auch ein Vorschlag des "Forums Klimaschutz", der sich für eine Intensivierung dieser Sammlung ausspricht, aufgegriffen. Hinzu komme, dass der neue Vermarktungspartner eine Vergütung (wenn auch in bescheidenem Rahmen für das gesammelte Leergut gewähre, so Landrat Helmut Weiß.

Veränderung der Wertstoffhöfe

Er ging auch auf die "reibungslos erfolgte Umstellung der Erfassung der Verpackungsabfälle vom Bring- auf ein Holsystem

mit Gelben Tonnen" ein, mit der gleichzeitig eine Umstrukturierung der Wertstoffhöfe verbunden war. Seit Jahresbeginn würden keine Verpackungen mehr angenommen, so dass Öffnungszeiten, Besetzung und Aufbau der Einrichtungen angepasst worden seien. Insgesamt biete der Systemwechsel die Chance, "die Wertstoffhöfe langfristig den Anforderungen einer modernen Abfallwirtschaft anzupassen".

Nicht mehr in diesen Prozess einbezogen ist nach Mitteilung des Landrates der Wertstoffhof in Sugenheim. Die Verwaltung sei zum

Ergebnis gekommen, dass ein weiterer Betrieb unter den neuen Rahmenbedingungen aufgrund der örtlichen Verhältnisse nicht sinnvoll sei. Der Wertstoffhof Sugenheim werde daher zum Jahresende seinen Betrieb einstellen. Den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern des betroffenen Einzugsgebietes stünden insbesondere der Wertstoffhof Scheinfeld und für den westlichen Bereich der Wertstoffhof Uffenheim zur Verfügung.

Weiß bedauerte, das neben vielen anderen Veranstaltungen, die im laufenden Jahr der Pandemiesituation zum Opfer fielen, auch die traditionelle Besichtigung der Energie- und Verwertungsanlage Dettendorf, die sogenannte "Deponiekerwa", ersatzlos gestrichen werden musste. Die Vorgaben zur Pandemiebekämpfung hätten eine Planung der Veranstaltung im gewohnten Rahmen nicht zugelassen. Man hoffe, dass diese Veranstaltung - wie viele andere - im nächsten Jahr wieder durchgeführt werden könne, sei es doch gerade für die Mitglieder des Ausschusses für Kreislauf- und Abfallwirtschaft "sicher wertvoll, sich auch vor Ort ein Bild über die Gegebenheiten zu machen".

nb

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