Landrat würdigt Pflegeltern im Landkreis

23.3.2017, 15:19 Uhr
In über 30 Jahren haben Elke und Karlheinz Wirth 13 Pflegekindern ein Zuhause gegeben. Dafür erfuhren sie „höchsten Respekt und Anerkennung“ des Landkreises.

In über 30 Jahren haben Elke und Karlheinz Wirth 13 Pflegekindern ein Zuhause gegeben. Dafür erfuhren sie „höchsten Respekt und Anerkennung“ des Landkreises. © Harald Munzinger

An ihrer Spitze galt im bis auf den letzten Reserveplatz gefüllten großen Sitzungssaal des Landratsamtes die besondere Bewunderung von Landrat Weiß sowie Jugendamtsleiter Roland Schmidt und seinem Team Elke und Karlheinz Wirth aus Emskirchen. Vor 31 Jahren hatten sie beim Krankenhausaufenthalt ihrer Tochter einen kleinen Jungen ohne Zuhause kennengelernt und ihn bei sich aufgenommen.

Ihm sollten noch weitere 12 Pflegekinder in der Familie Wirth folgen, die allen so ans Herz gewachsen sind, dass Elke und Karlheinz für sie auch über die Betreuungszeit hinaus Mama und Papa geblieben und für deren Kinder "ganz normal" Oma und Opa geworden sind. Das sollte an dem Ehrungsabend eines der vielen Beispiele aus dem Landkreis sein, bei denen "Kindern, die nicht mehr zu Hause leben können, eine stabile und liebevolle Umgebung, ein Zuhause gegeben wurde", wie es Landrat Weiß würdigte.

Starkes Netzwerk im Landkreis

Man könne die Leistung von Pflegeeltern nicht hoch genug schätzen, führte er aus. Sie nähmen ein fremdes Kind in die Familie auf, was "Verantwortung, Umstellung des gewohnten Alltags und Öffnung für Neues" bedeute. Die Pflegeeltern ließen sich auf einen jungen Menschen ein, der Gewalt oder Vernachlässigung erlebt habe und deshalb besonders viel Liebe, Aufmerksamkeit und Erziehung brauche.

Viele Pflegeeltern konnten Landrat Helmut Weiß und Jugendamtsleiter Roland Schmidt (v. r.)  auszeichnen, hofften dabei auf das Vorbild für noch viele Familien, die stets für Pflegekinder gesucht werden.

Viele Pflegeeltern konnten Landrat Helmut Weiß und Jugendamtsleiter Roland Schmidt (v. r.) auszeichnen, hofften dabei auf das Vorbild für noch viele Familien, die stets für Pflegekinder gesucht werden. © Harald Munzinger

Dass sie dabei nicht allein gelassen würden, machte der Landrat mit einem "starken Netzwerk im Landkreis" mit Kreisjugendamt, "Pfad für Kinder" sowie Erziehungs- und Lebensberatungsstelle deutlich. Hier hätten sie kompetente Ansprechpartner bei allen Schritten zur Pflegeelternschaft, eine Plattform zu Austausch und gegenseitiger Hilfe sowie die Beratung und Unterstützung bei erzieherischen Fragen.

Bei all dieser Hilfe - die ganz offensichtlich in einer vertrauensvollen Atmosphäre mit den Amtskräften angenommen wird, wie der Landrat das gute Verhältnis von Eltern und MitarbeiterInnen bei herzlichen Begegnungen am Rande der Ehrungen erlebte – müssen die Pflegeeltern den Alltag mit den Kindern bewältigen.

Vorbildrolle für andere Familien

Ihnen Tag für Tag Zuneigung zu schenken, ihnen Vorbild zu sein und ihnen zu helfen, oft schwere Folgen traumatischer Erfahrungen in ihrem jungen Leben zu überwinden und sie auf den Weg in ihre selbständige Zukunft zu führen, bringe sicher hin und wieder an Belastungsgrenzen und verdiene großen Respekt und höchste Anerkennung, führte Weiß aus.

Dass Pflegekinder neben allen Belastungen sicher auch viel Freude bereiteten und das eigene Leben bereicherten, bestätigten viele Elternpaare dem Landrat bei der Ehrung, bei der er sie nicht nur als Vorbilder für die Kinder, sondern auch für die gesamte Gesellschaft würdigte. Weiß und auch Jugendamtsleiter Roland Schmidt wünschten sich die Vorbildrolle auch für andere Familien. Man brauche, so Schmidt, der mit seinem Team den Ehrungsabend musikalisch ausgestaltete, "ganz viele Menschen" für diese Aufgabe, suche stetig Familien für Pflegekinder.

Landrat Helmut Weiß bekannte, dass ihm das Pflegefamilienwesen eine Herzensangelegenheit sei und freute sich über die personelle Verstärkung im Jugendamt, das nicht nur als ganz offensichtlich guter Partner der Pflegeeltern überzeugte, sondern auch mit einem gelungenen Entertainment des Ehrungsabends.

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