Mittwoch, 11.12.2019

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LBV-Ausstellung soll "Mitbewohnern" eine Chance geben

"Gebäudebrüter" im Neustädter Rathaus - 10.11.2019 18:35 Uhr

Margareta Loscher und Claudia Menth (v. l.) freuten sich über viel Interesse an der Pilzberatung am LBV-Stand. © Harald Munzinger


„Mit der Wanderausstellung klärt der LBV über die Lage der Gebäudebrüter auf und zeigt Lösungsvorschläge für ein gutes Miteinander in der Stadt. Neben dem Haussperling werden Mauersegler, Schwalben, Turmfalke und Dohle vorgestellt“, teilt die Kreisgruppe mit, die diese Dokumentation nach Neustadt holte; den Weißstorch im Landkreis nicht zu vergessen.

Eröffnen werden die Ausstellung Zweiter Bürgermeister Peter Holzmann, der LBV-Kreisgruppenvorsitzende Herbert Klein sowie die erste bayerische Gebäudebrüterberaterin Eveline Schmidt aus Erlangen. Außerdem werden gebäudebrüterfreundliche Hausbesitzer aus der Region geehrt.

Neustadt gelte als ein Spatzenparadies, brüte der Haussperling doch noch an zwei Dritteln der Häuser, so die Vogelschützer mit dem Vergleich zur bayernweiten Situation, wo dies nicht einmal mehr an der Hälfte der Häuser der Fall sei. In Städten wie München sei aus dem Allerweltsvogel sogar schon eine Seltenheit geworden. Auch sonst, so der LBV, sehe es für Vögel, die an Gebäuden brüteten, nicht so gut aus, da es ihnen Bau- und Sanierungstätigkeiten sowie Flächenversiegelungen schwer machten.

Neubauten mit fugenlosen Putz-, Glas- oder Metallfassaden böten ihnen keine „Mitwohngelegenheiten“ mehr. So stünden beispielsweise Mauersegler oder Mehlschwalben bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, teilt der Landesbund für Vogelschutz mit und wirbt dafür, wie jeder Einzelne „diese besonderen Mitbewohner mit geeigneten Quartieren und Lebensraumelementen unterstützen kann“. Langfristig bleibe damit auch ein Stück Lebensqualität für die Städter erhalten, sollten doch auch in Zukunft noch Mauersegler durch die Straßen fliegen und der Turmfalke seine Kreise ziehen und die Spatzen nach dem Volksmund „von den Dächern pfeifen“.

Großes Interesse an Pilzberatung

Die Ausstellung gibt dazu bis zum 29. November zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus anschaulich praktische Anregungen. Diese fanden in einem ganz anderen Naturspektrum beim Neustädter Wochenmarkt viel Beachtung. Der LBV informierte über die heuer besonders reichlich aus Wald- und Gartenböden sprießenden „Pfiffer“. Dazu kam eigens die Pilzberaterin Claudia Menth nach Neustadt und breitete mit Margareta Loscher von Kreisverband eine Vielfalt der Gewächse an einem großen Stand aus.

Viele Interessenten wurden über spezielle Unterscheidungsmerkmale sich ähnelnder Pilze informiert, auf die auch der Pilzexperte Dr. Ekkehard Schell in einem ganz speziellen Werk in der Pilzliteratur eingeht. Das zwar etwas verzögerte, aber jetzt üppige Wachstum nach dem Trockenjahr 2018 führte Menth auf die nun idealen Witterungsbedingungen zurück.

Mit Erfahrungen und guten Kenntnissen über den Wald wähnte sie Pilzsammler auf der sicheren Seite, mahnte dennoch zur Vorsicht. Eindringlich gewarnt wurde vor dem Verzehr zu alter Pilze, die Claudia Menth als „Ursache der meisten Vergiftungen“ ausmachte. Das üppige Pilzwachstum in den Gärten führte sie auf den „millionenfachen Sporenflug“ zurück.

hjm

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