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Dienstag, 16.07.2019

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Luftbildarchiv und "BayernLab" kommen nach Neustadt

Heimatstaatssekretär Albert Füracker war zu Besuch auf der Baustelle - 11.01.2018 17:54 Uhr

Architekt Ralf Glander erklärte Staatssekretär Füracker (r.) den Baufortschritt wofür Investor Falko Weber (2. v. r.) dessen Bewunderung galt. MdL Hans Herold (5. v. r.) galt das Lob seine hartnäckigen Impulse zu den Behördenverlagerungen. © Harald Munzinger


Füracker folgte einer Einladung seines Landtagskollegen Hans Herold, der dieses Projekt und die Ansiedlung eines Bayern-Servers in Neustadt "als unglaublicher Kämpfer für die Heimat" mit enormem Nachdruck in die CSU-Fraktion eingebracht habe. Dem Lob für eine reizvolle Symbiose von Vergangenheit und Gegenwart mit der weit in die Zukunft geöffneten Tür auf historischem Grund folgte die Empfehlung Fürackers an Herold "mal eine Pause" zu machen, da "der Druck schon nicht mehr zu ertragen" sei, was das Augenzwinkern des Staatsekretärs auch als Kompliment verstehen lassen sollte.

Dieses galt insbesondere auch Investor Falko Weber und seinem Architektenteam, die mit dem erkennbar gelungenen Wandel der ehemaligen Brauhaus-Abfüllanlage zum Ausstellungsraum des Luftbildarchivs den überzeugenden Eindruck vermittelten, dass sich der Freistaat hier mit einem sehr guten Partner "eingelassen" hat. Dass nach der Vertragsunterzeichnung im Februar 2017 zum 31. März dieses Jahres das Luftbildarchiv die Räume beziehen können soll, rang dem Heimatstaatsekretär Bewunderung ab.

"Win-Win-Situation für alle"

Es sei gelungen "ein tolles Team zusammen zu schweißen" teilte Weber die Anerkennung und MdL Herold zeigte sich von der "Win-Win-Situation für alle" überzeugt. Es werde sich viel bewegen, wenn die alte Industriebrache nach 20 Jahren Leerstand zu neuem Leben erweckt werde, erklärte der Abgeordnete im modernen Ausstellungsraum mit der erhaltenen Fliesenwand als Bindeglied von Historie und neuer Zeit des geschichtsträchtigen Gebäudes.

Während sich im weiträumigen Brauhausareal noch schwere Maschinen durch Tausende Tonnen Bau- und Erdmaterial "kämpfen", haben auch die lichten Räume des "BayernLab" schon Gestalt angenommen, wo es einst in Werkräumen der Brauerei "zappenduster" war. Für die Wohnsiedlung formt sich das Gelände, an vielen Ecken und Enden bedarf es bei "Ruinenfragmenten" noch reichlich Fantasie, wie sich das „neue Brauhaus“ einst darstellen wird.

Dass es die Kreisstadt bereichern wird, steht indes außer Frage, Und Staatssekretär Albert Füracker nahm vom Augenschein die Überzeugung mit: "Der Freistaat Bayern erhält topmoderne Räumlichkeiten in einem altehrwürdigen Gebäude, womit wir eine optimale Lösung für unsere beiden Behörden gefunden haben". Mit der Revitalisierung von Leerständen würden die Behördenverlagerungen das Ortsbild verbessern und die Standortattraktivität, wovon Neustadt profitieren werde. Auch mit 35 qualifizierten Arbeitsplätzen.

Drucke auch für andere Bundesländer

Weitere entstehen mit dem Bayern-Server im Neustädter Gewerbegebiet, in dem nach dessen Fertigstellung jährlich eine Million Bescheide bayerischer Behörden gedruckt und auch Aufträge von anderen Bundesländern abgewickelt würden. Dass sich alle mit den Behördenverlagerungen verbundenen Kosten rechneten, war Füracker schon mit der "zu den Menschen gebrachten Arbeitsplätzen" überzeugt. Kritik daran wies er als kleinkariert ab.

Während der "Bayern Server", zu dessen Standort der Staatssekretär mit MdL Haus Herold einen Abstecher unternahm, noch Zukunftsmusik ist, wird mit der Eröffnung der beiden Behörden im Brauhausareal im Sommer dieses Jahres gerechnet. Neustadt wird dann "die Schatzkammer und zentrale Sammelstelle für Bilder von oben" sein, Standort des größten Luftbildarchivs Deutschlands mit über einer Million Luftaufnahmen aus sieben Jahrzehnten" sein. Unter ihnen befinden sich rund 64.000 Fotografien aus englischen und amerikanischen Aufklärungsflügen in den 1940-er Jahren.

Schatz wird Öffentlichkeit zugänglich

"Dieser Schatz wird gehoben und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht", kündigte es Albert Füracker an. Im "Luftbild-Museum" würden "die Geschichte und gesellschaftliche Dimension des Luftbilds, der Luftbildmessung und des Luftbildarchivs des Freistaates Bayern der Öffentlichkeit präsentiert". Sich mit viel Engagement in die Konzeption eingebracht zu haben, galt der Dank des Staatssekretärs Amtsleiterin Ute Kubaschek-Arz vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, der ersten Behördenverlagerung nach Neustadt vor rund zehn Jahren.

Von den 13 IT-Laboren, die in ländlichen Regionen errichtet würden, werde mit dem BayernLab in Neustadt und seinem bis zu 300Mbit/s schnellen Internetanschluss "die schnellste öffentliche Internetverbindung in der Region" entstehen, kündigte Staatssekretär Füracker an und betonte: "Digitalisierung darf kein Privileg von Großstädten sein". Die IT-Labore seien "Schaufenster für digitale Innovationen und bieten modernste Technik zum Anfassen und Ausprobieren, kostenfrei und für Jedermann". Das BayernLab in Neustadt stehe Behörden und Schulen ebenso offen, wie allen Bürgern, die sich über die Möglichkeit der Digitalisierung informieren wollen.

Nach Auskunft Fürackers werden über 50 Behörden und staatliche Einrichtungen aus Ballungszentren in ländliche Regionen Bayerns verlagert. Für Mittelfranken seien acht Verlagerungsprojekte im Umfang von 210 Arbeits- und 360 Studienplätzen vorgesehen. 

Harald J. Munzinger

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